Häufige Kinderkrankheiten

Mädchen beim Kinderarzt
Bei Verdacht auf Kinderkrankheiten schnell zum Kinderarzt - Foto: © creo77

Kinderkrankheiten

Im Laufe unseres Lebens bekommen wir zahlreiche Krankheiten. Unser Körper hat mehr oder weniger gelernt, mit diesen umzugehen und die moderne Medizin sorgt dafür, dass in den Industriestaaten viele Krankheiten nahezu ausgestorben sind. Besonders in der Kindheit erkranken wir aufgrund unserer körperlichen Konstitution an typischen Infektionskrankheiten. Hat Ihr Kind eine dieser Krankheiten, kann es aufgrund der Ansteckungsgefahr vorerst nicht den Kindergarten oder die Schule besuchen.

Masern (Morbilli):

Bei Masern handelt es sich um eine hoch ansteckende Krankheit. Sie darf nicht unterschätzt werden. Durch das Masernvirus wird diese Krankheit verbreitet. Gegen Masern können Sie Ihr Kind impfen lassen. Wenn nicht, besteht eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind daran erkranken wird. Die Inkubationszeit für Masern beträgt ca. 10 - 12 Tage. Typische Symptome einer Masernerkrankung sind hohes Fieber und der klassische rote Masernausschlag. Die Mundschleimhaut kann kleine weiße Pünktchen aufweisen, muss es aber nicht. Ihr Kind ist wahrscheinlich lichtempfindlich. Husten, Schnupfen und Heiserkeit können zuerst eine einfache Erkältung vortäuschen. Der Arzt wird Ihrem Kind nur ein Antibiotikum verordnen, wenn Komplikationen bei den Begleiterscheinungen auftreten. Da es sich bei Masern um eine Viruserkrankung handelt, werden diese nicht auf die Masernviren selbst wirken. Nach einer derartigen Erkrankung besteht eine lebenslange Immunität gegen Masern.

Ein krankes Kind liegt im Bett
Kranke Kinder brauchen viel Liebe und Zuneigung
Foto: © Joanna Zielinska

Mumps (Parotitis epidemica):

Wahrscheinlich kennen Sie die Krankheit Mumps eher unter dem im Volksmund bekannten Namen Ziegenpeter. Mumps wird durch einen Virus verursacht und ist ähnlich der Masern hoch ansteckend. Die Inkubationszeit für Mumps beträgt ca. zwei Wochen bis 24 Tage. Noch bevor die Krankheit ausbricht, ist Ihr Kind bereits eine Woche nach der Infektion ansteckend. Zuerst kommt es zu einer einseitigen Schwellung in der Kieferngegend, da die dort ansässigen Speicheldrüsen anschwellen. Dies hat zur Folge, dass Ihr Kind wahrscheinlich Schmerzen beim Schlucken verspürt und den Kopf schlecht drehen kann. Es wird nicht lang dauern und nach einigen Tagen wird auch die zweite Seite anschwellen. Häufig begleitet leichtes Fieber die Erkrankung. Der wirksamste Schutz gegen Mumps ist eine Impfung. Seltene Komplikationen der Erkrankung können eine Hirnhautentzündung oder bei Jungen eine Hodenentzündung bzw. bei Mädchen eine Eierstockentzündung sein. Mumps ist nicht therapierbar. Lediglich die Symptome können durch Medikamente gelindert werden.

Dreitagesfieber (Exanthema subitum):

Das Dreitagesfieber tritt sehr häufig in der frühen Kindheit auf. Die hoch ansteckende Krankheit wird durch einen Erreger aus der Herpesfamilie verursacht. Die Inkubationszeit liegt bei ca. 7 -17 Tagen. Plötzlich auftretendes Fieber ohne sichtliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes ist ein typisches Indiz für das Dreitagesfieber. Nach ca. drei oder auch vier Tagen ist das Fieber plötzlich weg. Stattdessen erscheint über den ganzen Körper Ihres Kindes ein rötlicher Ausschlag, der auch dem Masernausschlag ähnelt. Sobald dieser sichtbar ist, ist Ihr Kind nicht mehr ansteckend. Der Ausschlag muss aber nicht sichtbar werden. Gegen diese Viruserkrankung gibt es keine Therapie, lediglich die Symptome können gelindert werden.

Röteln (Rubella):

Die Röteln sind eine hochansteckende Infektionskrankheit. Nicht zu verwechseln sind Röteln mit den Ringelröteln. Eine Impfung im Kleinkindalter ist verfügbar. Die Rötelerkrankung wird durch Viren übertragen. Nach einer Inkubationszeit von 14-21 Tagen bricht die Krankheit mit einem rötlichen Hautausschlag vor allem am Gesicht, aber auch an allen anderen Stellen des Körpers aus. Die Erkrankung geht einher mit Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, deutlich geschwollenen Lymphknoten, sowie einer Temperatur von bis zu 39°C. Die Erkrankung verläuft im Kleinkindalter meist harmlos, allerdings können sich die Symptome mit einem älter werdenden Kind deutlich verschlimmern. Nach dem Auftreten des charakteristischen Hautausschlages ist das Kind nicht mehr ansteckend. Gegen eine Vireninfektion helfen keine Antibiotika, so dass es den Eltern nur übrig bleibt, die Symptome zu lindern. Sobald die Krankheit überstanden ist, bildet der Organismus eine lebenslange Immunität gegen den Krankheitserreger.

Windpocken (Varicellen):

Die Windpocken sind wie die meisten typischen Kinderkrankheiten hoch ansteckend. Bereits zwei Tage nach der Infektion ist Ihr Kind ansteckend, noch bevor die Krankheit ausbricht, bis eine Woche nach Ausbruch des typischen Ausschlags. Die viralen Erreger können sowohl durch Kontakt als auch durch die Luft übertragen werden. Bei Windpocken besteht eine Inkubationszeit von ca. 12 bis 22 Tagen. Der Windpockenausschlag besteht aus erbsengroßen roten Flecken, später können sich diese in wässrige Bläschen umwandeln. Ihr Kind wird ständig versuchen sich zu kratzen, denn der Ausschlag juckt enorm. Sogar Schleimhäute wie Mund oder Vagina sind betroffen. Ein weiteres Symptom ist hohes Fieber bis hin zu 40 Grad Celsius. Dies muss aber nicht unbedingt auftreten. Nachdem die Bläschen geplatzt sind, verkrusten sie. Viele Kinder behalten Narben zurück vom Aufkratzen der juckenden Bläschen. Behandeln können Sie nur die Begleiterscheinungen, wie etwa Lotions für den Aussschlag oder Antibiotika bei eventuellen Hautentzündungen. Ist die Krankheit vorüber, besteht eine lebenslange Immunität.

Scharlach (Scarlatina):

Scharlach ist weit verbreitet und kommt sehr häufig vor. Es wird durch Streptokokkenbakterien hervorgerufen. Die Inkubationszeit für Scharlach beträgt 2 - 4 Tage. Danach erkrankt Ihr Kind an Fieber und bekommt Halsschmerzen. Typisches Zeichen ist die weiß belegte Zunge, die sich nach einigen Tagen himbeerrot verfärbt. Auch bei Scharlach kommt es fast immer zu einem samtartigen rötlichen Ausschlag. Er beginnt in der Achsel- und Leistengegend. Der Mund bleibt ausgespart. Nicht selten schält sich die Haut auf den Handflächen und Fußsohlen. Sobald ein Kind mit Antibiotika behandelt wird, besteht keine lebenslange Immunität mehr. Dies ist jedoch die sicherste und häufigste Behandlungsmethode, die relativ zügig Ihrem Kind Erleichterung verschafft.

Tipps zur Kindergesundheit

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

Stand: 11.10.2017