Röteln (Rubella) - Eine Kinderkrankheit

Ein Junge hat Röteln
Der Rötelnausschlag zieht sich über den gesamten Körper
Foto: © Dan Race

Was sind Röteln?

Rubella heißt sie und ist eine der typischen hochansteckenden Krankheiten, die nicht nur Kinder befällt.

Die Röteln selbst sind für Kinder, die daran erkranken, harmlos. Gefährlich werden Röteln erst, wenn eine schwangere Frau sich infiziert und ihr ungeborenes Kind dadurch schwere körperliche und geistige Behinderungen davon tragen kann.

Typische Symptome der Röteln / Krankheitsbild

Die Röteln zeigen sich meist zunächst ganz unscheinbar, indem sie sich wie die Vorstufe zu einer Erkältung äußern. Ein paar Gliederschmerzen, eine leichte Entzündung der Atemwegschleimhäute, leichtes Fieber und Unwohlsein. Doch danach erscheint der klassische Rötelausschlag. Er ist hellrot, feinfleckig und kleiner als der Masernausschlag, verschmilzt aber nicht miteinander. Auffällig ist, dass der Ausschlag in einer bestimmten Reihenfolge in Erscheinung tritt und auch wieder verblasst. Der Ausgangspunkt liegt hinter den Ohren, danach breitet er sich über das Gesicht aus, den Hals und wandert über den Rumpf zu Armen und Beinen. Dies dauert ca. drei Tage. Ist der Ausschlag dort angekommen, kann er währenddessen im Gesicht bereits wieder verschwunden sein. Neben den Erkältungssymptomen und dem Ausschlag kommt es bei Röteln in der Regel zusätzlich zu stark geschwollenen und empfindlichen wie auch schmerzhaften Lymphknoten im Nacken, die sich geradlinig und einzeln ertasten lassen. Kinder verkraften eine Rötelnerkrankung meist sehr gut und fühlen sich bald wieder gesund. Erwachsene kämpfen deutlich länger mit den Röteln und haben zusätzlich noch Beschwerden wie Gelenkschmerzen.

Inkubationszeit und Ansteckung

Die Röteln sind eine Viruserkrankung und werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt durch winzige Speicheltropfen, die beim Niesen und Husten entstehen, kann sich der Virus verbreiten. Auch verunreinigte Gegenstände dienen als Übertragungsort. Der Virus hat als einzigen Wirt den Menschen. Oft stecken sich Personen an, die das Virus zwar übertragen aber selbst nicht daran erkranken. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen ungefähr zwei bis drei Wochen. Ab einer Woche vor Erscheinen der Symptome bis sieben Tage nach Abklingen des Ausschlages sind die Patienten besonders ansteckend.

Heilung

Wer einmal an Röteln erkrankt ist, kann nichts dagegen tun. Die Krankheit muss letztendlich ausgesessen werden. Um andere Personen, besonders schwangere Frauen, nicht zu gefährden, muss Abstand zu nicht geimpften oder noch nicht immunen Menschen gehalten werden. Ansonsten wird der Arzt lediglich die Symptome wie das Fieber und die Gelenkentzündungen behandeln. Ausreichend Ruhe und viel Flüssigkeit unterstützen den Körper beim Regenerationsprozess.

Impfung und Immunität

War man einmal an Röteln erkrankt und hat dies durchgestanden, besitzt man eine lebenslange Immunität. Den Röteln vorbeugen kann man nur mit einer Impfung. Sie wird im 13. Lebensmonat verabreicht und im Alter von ca. 10 bis 11 Jahren aufgefrischt. Meist werden Röteln in Kombination mit Masern und Mumps bzw. Windpocken in einer Dosis geimpft. Durch die weitverbreitete Immunisierung sind die Behinderungen von Neugeborenen, bei denen sich die Mutter oft auch unbemerkt in der Schwangerschaft mit Röteln angesteckt hat, stark zurückgegangen.

Röteln und Schwangerschaft

Schwangere sind die am meisten gefährdete Personengruppe. Infiziert sich die Mutter in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft mit Rubella, ist die Wahrscheinlichkeit stark gestiegen, dass ihr Kind mit körperlichen Missbildungen wie auch geistigen Behinderungen auf die Welt kommt. Dazu gehören Herzfehler, Probleme mit dem Knochenmark, der Leber und der Milz wie auch möglicherweise Taubheit oder Schäden an den Augen. Um das Risiko einer Erkrankung mit einer daraus resultierenden Behinderung des Babys besser einschätzen zu können, wird im Anfangsstadium der Schwangerschaft der Titer mit einem Bluttest durch den Frauenarzt überprüft. Besitzt die Mutter ausreichend Antikörper, weil sie früher geimpft wurde oder selbst an Röteln erkrankt war, sind Mutter und Kind außer Gefahr.

Die Röteln haben als Krankheit einen milden Verlauf. Ernst wird es jedoch, wenn durch die Erkrankung eine Schwangere angesteckt und damit die Gesundheit des ungeborenen Kindes lebenslang geschädigt werden kann. Ein verantwortungsvoller Umgang mit einer Impfung bzw. das konsequente Fernbleiben von gefährdeten Personen, ist der einzige richtige Weg um niemanden unnötig dem Risiko der Erkrankung auszusetzen. Das heißt, wenigstens ab Ausbruch des Ausschlages keinen Kontakt zu nicht immunisierten Menschen zu haben, auch wenn man bereits eine Woche zuvor ansteckend war, nicht einkaufen zu gehen, nicht auf dem Spielplatz zu toben oder in der Kinderarztpraxis deutlich Abstand zu halten: denn man weiß nie, ob die Frau neben einem gerade in den ersten Wochen schwanger ist.
Text: C. D. / Stand: 06.10.2018

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