Kind wird krank im Urlaub

Erfahren Sie in diesem Artikel was zu tun ist, wenn das Kind im Urlaub krank wird. Welche Dinge sollten in der Reiseapotheke vorhanden sein? Wann sollte man zum Arzt? Welche Unterschiede gibt es in EU und Nicht-EU Staaten?

Was tun, wenn das Kind im Urlaub krank wird?

Kind ist im Urlaub krank
Was tun, wenn das Kind im Urlaub krank wird?
Foto: © die-exklusiven

Der Familienurlaub gehört zweifellos zu den schönsten und spannendsten Zeiten des Jahres. Oft freuen sich Eltern und Kinder schon Monate vor der Abreise auf eine tolle Zeit. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn das eigene Kind ausgerechnet im Urlaub erkrankt. Nicht nur elterliche Sorgen trüben in einem solchen Fall die Urlaubsstimmung, denn auch Arztbesuche können bei fehlender Vorbereitung zum Problem werden. Daher lohnt es sich, schon im Vorfeld zu wissen, was genau im Ernstfall getan werden muss.

Nie ohne Reiseapotheke in den Urlaub fahren

Grundsätzlich muss nicht jede Erkrankung im Urlaub bei einem Arzt behandelt werden. Einfache Erkältungen ohne hohes oder langanhaltendes Fieber beispielsweise kennen Eltern meist aus dem Alltag und wissen, wie sie ihrem Kind am besten helfen können. Um eine leichte Erkrankung ohne ärztliche Hilfe zu behandeln, braucht es jedoch eine gut ausgestattete Reiseapotheke. Hier sollten nach Möglichkeit alle Medikamente und Hilfsmittel zu finden sein, die auch im eigenen Zuhause zur Anwendung kommen. Dazu gehören unter anderem:

  • Fieberthermometer
  • Halstabletten
  • Hustensaft
  • beruhigende Tropfen bei Bauchweh
  • Fiebersaft
  • Nasentropfen oder -spray
Bessert sich die Erkrankung jedoch nicht wie geplant, sollten Eltern selbstverständlich auch auf Reisen einen Arzt aufsuchen. Daher lohnt es sich, einen Zettel mit allen relevanten Informationen und Telefonnummern in die Reiseapotheke zu legen. Hier sollten unter anderem Details wie:
  • die Telefonnummer der Krankenkasse
  • eventuell Kontaktdaten der Auslandsreise-Krankenversicherung
  • Telefonnummern und Adressen von Ärzten in der Nähe des Urlaubsortes
  • die Notruf-Nummer des Reiselandes
  • und bei Reisen außerhalb der EU auch die Telefonnummer der Deutschen Botschaft vor Ort
zu finden sein. Im Zweifel ersparen sich Eltern dann langwieriges Suchen vor Ort und können ihrem Kind umgehend helfen. Niemals fehlen darf selbstverständlich auch die Versichertenkarte des Kindes.

Bei ernsten Erkrankungen einen Arzt aufsuchen

Ist ein Arztbesuch bei einer schwereren Erkrankung des Kindes notwendig, sollten Eltern zunächst die eigene Krankenkasse kontaktieren. Die Kontaktperson wird dann erläutern, welche Schritte getan werden müssen und worauf es bei der Wahl des Arztes ankommt.

Grundsätzlich lohnt es sich, nach Ärzten Ausschau zu halten, die Deutsch oder zumindest Englisch sprechen, da dies die Kommunikation erheblich vereinfacht. Ist kein solcher Arzt verfügbar, können Tourist-Infos oder Hotels einen Dolmetscher stellen, der während des Arztbesuches übersetzt.

Üblicherweise müssen Eltern die Kosten für weniger umfangreiche Behandlungen zunächst selbst tragen. Erst nach der Heimkehr kann das Geld dann von der Krankenkasse oder Auslandsreise-Krankenversicherung erstattet werden. Bei kostspieligen Behandlungen ist es möglich, dass Versicherung und Arzt direkt miteinander kommunizieren und die Übernahme der Kosten regeln. In jedem Fall empfiehlt es sich, alle Belege und Quittungen aufzubewahren. Außerdem sollte der behandelnde Arzt einen genauen Bericht verfassen, der dann der Krankenkasse vorgelegt werden kann.

Der Unterschied zwischen EU und Nicht-EU

Bei Arztbesuchen innerhalb der EU genügt die Vorlage der Krankenversicherungskarte, da sie als Europäische Krankenversicherungskarte auch außerhalb Deutschlands gilt. Hier ist es jedoch wichtig zu wissen, dass Gesetzliche Versicherungen nur dann für die Behandlungskosten aufkommen, wenn das Kind von einem öffentlichen Gesundheitsversorger behandelt wurde. In Privatkliniken oder privaten Praxen entfällt diese Erstattung häufig, wenn keine zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung vorliegt.

Außerhalb der EU kommt es darauf an, ob das betreffende Land mit den deutschen Krankenversicherern kooperiert. Da dies jedoch eher selten der Fall ist, lohnt sich das Abschließen einer zusätzlichen Krankenversicherung, da die Erstattung von Behandlungskosten so nicht zu Lasten der Eltern gehen. Viele Krankenkassen bieten solche Versicherungen zusätzlich zu ihren gewohnten Leistungen an.

Kind wird krank im Urlaub - Vorbeugen und das Immunsystem entlasten

Im besten Fall kommt es jedoch gar nicht erst zu einer Erkrankung. Vorbeugung ist daher einige Zeit vor der Reise empfehlenswert. So sollten die eigenen Kinder nicht mit kranken Freunden spielen und Abenteuer wie Freibadbesuche bei Regenwetter besser bleiben lassen. Hat das Kind schon vor der Abreise Schnupfen oder einen Hautausschlag, sollte der eigene Kinderarzt darauf schauen. Er kann schon vorab die richtigen Medikamente verordnen und Familien im Zweifelsfall auch von der Reise abraten.

Vor Ort sollten die eigenen Kinder die Möglichkeit bekommen, sich zunächst zu akklimatisieren. Zu viel Stress nämlich kann den gesamten Organismus schwächen, was Krankheitserregern Tür und Tor öffnet. Nach einem oder zwei Tagen Ruhe sind dann auch größere Ausflüge und einige Stunden in der Kinderbetreuung möglich. Wie viel Ruhe das Kind benötigt, ist jedoch stets abhängig von dessen Persönlichkeit.

Letztlich ist es möglich, auch mit einem erkrankten Kind einen schönen Urlaub zu verbringen. Verschlimmern sich die Beschwerden jedoch und ist eine Heimreise ohne zusätzlichen Stress möglich, sollten Eltern im Ernstfall auch an einen Abbruch des Urlaubes denken. Hier kann sich das vorherige Abschließen einer Reiserücktrittsversicherung lohnen, die auch beim vorzeitigen Abbruch für Ausfälle aufkommt.
Text: A. W. / Stand: 11.10.2017

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen oder Fragen zum Thema "Kind wird krank im Urlaub" wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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