Berufstätig und krankes Kind - Was nun?

Eine Mutter und ihre kranke Tochter
Ein krankes Kind stellt berufstätige Eltern oft vor ein Problem
Foto: © Monkey Business

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Manche Kinder lassen wirklich keinen Infekt aus und bringen aus Kita und Schule die ganze Palette an Kinderkrankheiten, Magen-Darm-Infekten und Erkältungen mit nach Hause. Mit dem kranken Kind fallen zwangsläufig berufstätige Eltern kurzfristig auch im Job aus. Was steht Kindern und Eltern in diesem Falle laut Gesetz zu? Welche Rechte haben sie?

Was steht mir zu, wenn mein Kind krank ist?

Es ist natürlich ärgerlich wenn ein Kind ein Kind krank wird. Nicht nur weil es dem Kleinen schlecht geht, sondern weil die Belastung vor allem für Arbeitnehmer hoch ist. Auf schnelle Genesung hoffen dann nicht nur die Kinder samt Mutter und Vater, sondern auch der Arbeitgeber der Eltern. Denn stehen nicht Verwandte oder Freunde bereit, die ein Kind im Krankheitsfall pflegen, fallen Arbeitnehmer zwangläufig aus. Wohl dem, der Großeltern in der Nähe hat, die nicht berufstätig sind. Für alle anderen hat der Gesetzgeber zum Teil nach §45 SGB V (Krankengeld bei Erkrankung des Kindes) vorgesorgt. Mehr zum Thema Krankes Kind zu Hause

[ Zum Seitenanfang ]

Das Krankengeld

Gesetzlich Versicherte können unter bestimmten Voraussetzungen Krankengeld bei ihrer Krankenkasse beantragen. Denn während Berufstätige für die Pflege ihrer kranken Kinder vom Arbeitsplatz fernbleiben, zahlt der Arbeitgeber oft keinen Lohn. Das Krankengeld soll den Verdienstausfall schmälern, es beträgt 70% des Bruttolohns bzw. maximal 90% des Nettolohns, welches das Elternteil während der Zeit der Betreuung daheim verdient hätte, abzüglich der gesetzlichen Abgaben. Zudem unterliegt das Krankengeld dem Progressionsvorbehalt und kann sich bei der späteren Steuererklärung finanziell negativ bemerkbar machen.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Lediglich gesetzlich Versicherte haben nach § 45 SGB V Anspruch auf Krankengeld. Hierbei müssen jedoch weitere Bedingungen erfüllt sein. Zum Einen muss das Kind im gleichen Haushalt leben und ebenfalls gesetzlich bei einem Elternteil versichert sein. Der Arzt muss natürlich die Notwendigkeit der Betreuung schriftlich bestätigen. Zum anderen dürfen die Kinder das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, also maximal 11 Jahre alt sein. Ausnahmen gelten bei behinderten Kindern. Entscheidend ist weiterhin, dass im Haushalt keine weitere Person lebt, die die Pflege statt des berufstätigen Elternteils übernehmen kann. Außerdem wird Krankengeld nur gezahlt, wenn der Arbeitgeber laut Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag nicht zur Weiterzahlung des Lohns verpflichtet ist.

Für Ehegatten in einer Familienversicherung, Bezieher von Mutterschaftsgeld, Elterngeld oder ALG I und II wird kein Krankengeld gezahlt. Ebenso kann der Anspruch auf Krankengeld von freiwillig gesetzlich versicherten Selbstständigen eingeschränkt oder ausgeschlossen sein, dies kommt auf den vereinbarten Wahltarif der Krankenkasse an. In der Regel ohne Ausgleich des Verdienstausfalls müssen Privatversicherte klar kommen, es sei denn, in ihrem Vertrag gibt es eine Klausel, die die Kosten dafür absichert. Dies ist jedoch nur selten der Fall.

Wie komme ich zu dem gesetzlichen Krankengeld?

Zunächst muss der betreuende Arzt Ihres Kindes schriftlich bestätigen, dass Ihr Sohn oder die Tochter von Ihnen zu Hause betreut werden muss. Dies geschieht mit einem "Kinderkrankenschein", fachlich bezeichnet als: Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes. Er enthält zwei Formblätter. Eines als Bestätigung für Ihren Arbeitgeber, der verpflichtet ist, Sie für die Pflege begrenzt freizustellen. Ein weiteres für die Krankenkasse zur Beantragung des Krankengelds. Diese setzt sich mit dem Arbeitgeber in Verbindung und ermittelt so Ihren Lohnausfall und die entsprechenden Zahlungen.

[ Zum Seitenanfang ]

Wie lang darf ich mit meinem kranken Kind zu Hause bleiben?

Der Anspruch auf unbezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber besteht längstens für 10 Arbeitstage pro Kalenderjahr und Elternteil beim ersten Kind. Bei Alleinerziehenden erhöht sich die Zahl automatisch auf 20 Arbeitstage. Maximal dürfen Arbeitnehmer so 25 Tage im Jahr mit Anspruch auf Freistellung durch den Arbeitgeber geltend machen, Alleinerziehende entsprechend 50 Tage, auch wenn drei oder mehr Kinder im Haushalt leben. Kind krank in den Kindergarten geben?

Kind betreuen und volle Lohnfortzahlung?

Dies ist theoretisch für sehr kurze Zeit auch möglich. Zum einen, wenn durch den Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag eine solche Regelung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart wurde. Zum anderen, stehen laut § 616 BGB dem Arbeitnehmer "für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit" wenige freie Tage zu, die aus einem wichtigen Grund genommen werden dürfen, etwa um das Kind zu betreuen oder nach einer Betreuungsperson zu suchen.

Ein krankes Kind zu pflegen, fordert von den Eltern viel Geduld und Nerven. Nicht nur, weil kranke kleine Kinder viel nörgeln, sondern auch weil Arzttermine, viel Papier-Krieg, eventueller Verdienstausfall und nicht immer das Verständnis vom Arbeitgeber oder der Kollegen damit verbunden sind.
Text: C. D. / Stand: 13.12.2018

Bitte beachten Sie, dass wir hier nur allgemeine Hinweise geben. Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse!