Sprachstörungen bei Kindern

Buchstaben zum Lernen
Mit bunten Buchstaben kann man versuchen Kinder für
Sprache zu interessieren - Foto: © Cristina Fumi


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Sprachstörungen erkennen

Sprache ist etwas ganz elementares. Schon von klein auf begleitet sie uns und ist ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen uns Menschen. Bereits kleine Babys äußern sich mit Hilfe der Sprache. Sie schreien, wenn sie etwas brauchen oder sich unwohl fühlen und sie geben Lall-Laute von sich, wenn es ihnen gut geht. Die ersten Worte werden von den Eltern heiß ersehnt und es dauert nicht lange und es folgen die ersten einfachen Sätze. Wie kann man Babysprache verstehen und Kinder beim Sprechen lernen unterstützen? Doch nicht immer verläuft die Sprachentwicklung normal. Gibt es Auffälligkeiten, so sollte das Kind zuallererst einem Ohrenarzt vorgestellt werden. Dieser überprüft mittels verschiedener Hör-Tests das Gehör des Kindes. Oftmals liegen hier die Ursachen für die Sprachstörung - denn nur wer gut hört, kann diese Laute auch korrekt wiedergeben.

Stottern und Lispeln sind die häufigsten Sprachstörungen

Zu den häufigsten Sprachstörungen bei Kindern und Jugendlichen zählen das Stottern und das Lispeln. Etwa jedes 10. Kind muss sich wegen diesen Problemen einer Therapie bei einem Logopäden unterziehen. Doch nicht jede Sprachauffälligkeit bedarf gleich einer therapeutischen Behandlung. So kommt es bei Kindern im Vorschulalter häufig vor, dass sie lispeln. Beim Lispeln haben die Kinder Probleme Zischlaute auszusprechen. Die Ursachen sind unter anderem darin zu suchen, dass mögliche Zahnlücken oder Zahnfehlstellungen die fehlerhafte Lautbildung begünstigen. Hinzukommt, das die Bildung von Zischlauten erst am Ende der Sprachentwicklung steht und man davon ausgehen kann, das bei Kindergartenkindern diese Entwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen sein könnte.

Ebenfalls recht weit verbreitet ist das so genannte Stottern. Beim Stottern werden immer wieder Laute oder Silben wiederholt und das betroffene Kind kann nur schwer einen zusammenhängenden Satz aussprechen. Stottern kann in jedem Lebensalter auftreten, jedoch ist eine Häufung dieser Störung zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr zu beobachten. Dieses "Entwicklungsstottern" kommt häufig daher, dass die Kinder sehr aufgeregt sind und ganz schnell ganz viel erzählen wollen. Ihr Gehirn ist in diesen Situationen einfach weiter als ihre Sprache hinterher kommt. Hält das Stottern nicht länger als ein halbes Jahr an, so brauchen sich Eltern keine Sorgen zu machen. Besteht es allerdings über diesen Zeitraum hinaus, so sollte das Kind dem Kinderarzt vorgestellt werden. Dieser wird den Eltern bei Bedarf eine Überweisung zu einem Logopäden ausstellen.

Neben dem Lispeln und dem Stottern kann es zu Problemen in der Satzbildung kommen. Betroffene Kinder verdrehen die Satzbausteine oder lassen manche ganz weg. Bis zu einem gewissen Alter ist auch das normal und kein Anlass zur Sorge. Wer aber mit 3 oder 4 Jahren noch keine korrekte Satzfolge zustande bringt, der sollte auf jedem Fall dem Kinderarzt vorgestellt werden.

Wie können Eltern helfen?

Kinder mit Sprachstörungen leiden unter ihrer Diagnose. Kleine Stotterer können Angst haben, überhaupt einen Satz zu beginnen und Kinder, welche Lispeln, haben Angst von den anderen ausgelacht zu werden. Sie als Eltern können Ihrem Kind helfen, indem Sie ihm ganz ruhig zu hören. Bitte nicht drängen oder ermahnen - beides ist nicht hilfreich. Im Gegenteil: durch elterliche Ermahnungen fühlt sich das Kind unter Druck gesetzt und gerät so in Stress, dass es erst recht Probleme mit der Aussprache hat.

Spielerische Übungen können ein guter Therapie-Ansatz sein und werden von Logopädischen Praxen sehr häufig in die Therapie integriert. Hierzu gibt es im Fachhandel gute Spiele. Aber auch Reime, Fingerspiele und Lieder können dem Kind einen größeren Zugang zur Sprache ermöglichen und bei Sprachstörungen hilfreich sein. Die Behandlung von Sprachstörungen erfordert viel Geduld. Wird rechtzeitig damit begonnen, so stehen die Chancen gut, dass die betroffenen Kinder schon bald korrekt und flüssig sprechen können.
Text: K. L. / Stand: 12.10.2019

Und was kann man bei einer Sprachentwicklungsstörung tun?

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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