Stillprobleme - Was tun, wenn man beim Stillen Probleme hat?

Mutter beim Stillen
Nicht immer klappt das Stillen ohne Probleme - Foto: © Svetlana Fedoseeva

Was tun, wenn man beim Stillen Probleme hat?

Die meisten Mütter möchten ihr Baby stillen. Verständlich - schließlich ist Muttermilch die natürlichste Ernährung für einen Säugling. Sie enthält all das, was das kleine Wunder Leben zum wachsen und gedeihen braucht. Vitamine, Mineralstoffe und die so wichtigen Antikörper - das alles gibt es an Mamas Brust jederzeit servierfertig und wohltemperiert. Die Werbung gaukelt uns das Bild der friedlich stillenden Mutter mit ihrem schmatzenden Baby am Busen vor - doch in Wahrheit kann das eine oder andere Stillproblem diese Idylle empfindlich stören. Stillprobleme müssen nicht auftreten, doch wer um sie weiß, reagiert im Fall der Fälle einfach gelassener.

Stillprobleme müssen nicht das Ende der Stillbeziehung sein. Mit fachmännischem Rat sind sie meist schnell zu überwinden. Ansprechpartner bei allen Stillproblemen ist die betreuende Hebamme. Aber auch eine Stillberaterin kann telefonisch, per E-Mail oder auch persönlich im Rahmen einer Stillgruppe weiterhelfen.

Hilfe, mein Baby wird nicht satt!

Mit Abstand ist dieser Satz der häufigste, den Hebammen und Stillberaterinnen zu Ohren bekommen. Oftmals ist dieses Problem mit dem richtigen Stillmanagement schnell behoben. Ein Anlegen nach Bedarf und nicht nach Zeitvorgaben sichert die ausreichende Produktion von Muttermilch, so dass das Baby allein durch das Stillen satt wird. Anders sieht es aus, wenn das Kleine Saugschwierigkeiten hat. Bedingt durch den frühzeitigen Gebrauch eines Schnullers oder eines künstlichen Flaschensaugers kann es zu einer so genannten Saugverwirrung kommen. Eine zeitweilige Fütterung mit dem Löffel, einem speziellen Becher oder dem Fingerfeeder kann das Baby wieder zu einem normalen Saugverhalten zurück verhelfen. och all diese Maßnahmen sollten in Absprache und mit Anleitung einer Hebamme oder Stillberaterin erfolgen. Mehr zum Thema Mein Baby wird nicht satt

Wunde Brustwarzen - wenn das Stillen schmerzt

Besonders die erste Zeit nach der Geburt kämpfen fast alle Mütter mit wunden Brustwarzen. Das Baby muss das richtige Saugen erst lernen und auch die Mutter muss sich erst an die korrekte Stillposition gewöhnen. Das falsche Anlegen des Babys ist übrigens die häufigste Ursache für dieses Stillproblem. Die Mutter sollte während des Stillens bequem sitzen und sich nicht verkrampfen. Ein Stillkissen und eine Fußbank für die Füße können gute Dienste leisten. Die korrekte Stillposition zeigt Ihnen gerne Ihre betreuende Hebamme. Sie schaut auch darauf, dass das Baby genügend Brust im Mund hat und nicht nur an der Brustwarzenspitze lutscht. Immer wieder kehrende wunde Brustwarzen können aber auch noch eine andere Ursache haben: eine Pilzerkrankung. Meist sind die Brustwarzen dann rosig-glänzend und können jucken. Entgegen der Meinung vieler Kinderärzte muss das Baby bei einer Pilzerkrankung der Mutter keine Symptome zeigen. Es kann aber zu einem weißlichen Ausschlag im Mundbereich kommen. Ein Pilz wird mit antimykotischen Salben oder Tinkturen behandelt. In leichteren Fällen kann auch mit der Naturheilkunde ein Erfolg erzielt werden. Mehr zum Thema Wunde Brustwarzen

Milchstau/Brustentzündung

Wenn der Alltag zuviel wird, wenn der jungen Mutter Hausarbeit und Geschwisterbetreuung über den Kopf wachsen oder sie psychischem Stress ausgesetzt ist, dann kann es leicht zu einem Milchstau kommen. Bei diesem Stillproblem staut sich in einem Teil der Brust die Muttermilch. Das betroffene Areal ist berührungsempfindlich und kann gerötet sein. Die Brust spannt und das Baby kann durch die volle Brust Probleme haben, die Brustwarze überhaupt zu erfassen. Nun ist schnelle Hilfe notwendig. Erste Maßnahme: Ruhe. Schalten Sie einen Gang herunter und lassen Sie fünf gerade sein. Stillen Sie Ihr Baby nun so oft es geht und wecken Sie es ruhig, wenn Ihre Brust schmerzt. Der Unterkiefer des Säuglings sollte sich an der gestauten Stelle der Brust befinden. Unter Umständen kann es notwendig sein, vor dem Stillen etwas Milch auszustreichen. Tipp: wärmen Sie die betroffene Brust vor dem Stillen, denn so fließt die Milch leichter. Nehmen Sie dafür ein Körnerkissen oder ein feucht-warmes Tuch. Nach dem Stillen sollte die Brust unterstützend gekühlt werden. Dazu eignet sich ein mit Quark bestrichenes Leinentuch am besten. Wird ein Milchstau nicht rechtzeitig erkannt, so kann daraus schnell eine Brustentzündung werden, deren Symptome denen einer Grippe ähnlich sein können.
Mehr zum Thema Milchstau / Brustentzündung

Stillstreik - der große Protest an der Brust

Immer wieder versucht die junge Mama ihr Baby zum Stillen zu bewegen. Doch das Baby wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Brust. Eine verzwicke Lage: die Brust der Mutter spannt, das Baby hat Hunger und die offensichtliche Ablehnung des Säuglings nehmen viele Frauen regelrecht persönlich. Ein Stillstreik kann zu jeder Zeit auftreten und die Ursachen dafür sind verschieden. Häufig hat die Mutter etwas gegessen, was den Geschmack der Muttermilch verändert hat. Hier sind vorrangig der Genuss von Spargel oder Knoblauch zu nennen. Eine anderer Grund für den Streik kann eine heftige Reaktion der Mutter während des Stillens sein. Hat das Baby beispielsweise die Mutter in die Brust gebissen (was häufig bei Zahnungsbeschwerden passieren kann) und diese hat mit einem Schrei reagiert, so kann sich das Kleine so heftig erschrocken haben, dass es nun die Brust ablehnt. Hier ist Geduld gefragt. Ermuntern Sie das Baby zum Stillen, aber zwingen Sie es nicht an die Brust. Nun ist viel Körperkontakt gefragt. Zusammen nackt im Bett kuscheln, das Tragen im Tragetuch und immer wieder beruhigende Worte - so schaffen es die meisten Mütter über diese Krise hinweg zu kommen. Meist klappt das Stillen dann in der Nacht im Halbschlaf des Babys am besten. Spannt die Brust zu sehr, so muss die Mutter Milch abpumpen und gegebenenfalls das Baby damit füttern. Nicht wenige Frauen fragen sich bei einem Stillstreik, ob sich ihr Baby nun abstillen wird. Doch keine Sorge - zwischen einem Stillstreik und dem natürlichen Abstillen besteht ein ganz großer Unterschied: beim Stillstreik zeigt das Kind Protest an der Brust und verweigert diese; beim Abstillen dagegen wirkt das Baby an der Brust zufrieden.
Mehr zum Thema Stillstreik
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 15.03.2017

Ein weiteres Problem beim Stillen: Eifersucht auf die Stillbeziehung - Wenn der Partner eifersüchtig wird.

[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Ihre Hebamme. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

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