Das kleine 1 x 1 der Verhütung

Bunte Kondome
Verhütung mit Kondomen ist weit verbreitet - Foto: © Yeko Photo Studio

Die Verhütungsmittel im Überblick:

Einige Verhütungsmittel
Pille und Kondom sind die wohl am häufigsten verwendeten
Verhütungsmittel - Foto: © Andre Bonn

Die meisten Menschen, die sexuell aktiv sind, setzen sich mit dem Thema der Empfängnisverhütung auseinander. Möchte man sich nicht ungeplant mit einer Schwangerschaft konfrontiert sehen, kann man eine von vielen mehr oder weniger sicheren Verhütungsmethoden wählen. Für welche man sich letztendlich entscheidet, hängt ganz vom persönlichen Empfinden, den Nebenwirkungen, der Handhabung und der Dauer der Wirkung der entsprechenden Methode ab. Wie sicher jeweils eine Methode ist, besagt der so genannte Pearl Index (PI). Er gibt an, wie viele von einhundert Frauen, die ein Jahr mit derselben Methode verhütet haben, schwanger geworden sind. Um einen Überblick über die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung zu geben, haben wir für Sie eine Übersicht der wichtigsten Methoden zusammengestellt:

Die Pille

Die wohl in Deutschland am häufigsten verwendete Verhütungsmethode ist die Pille. Mehr als die Hälfte der Paare wenden sie an.

Die Pille ist eine hormonelle Methode der Empfängnisverhütung. Sie gilt als sehr sicher, denn der PI liegt bei 0,1 -0,9. Voraussetzung für diese Sicherheit ist jedoch, die absolut zuverlässige und tägliche Einnahme. Sie ist also nicht für unverlässliche Frauen geeignet. Mittlerweile sind verschiedene Arten der Pille auf dem Markt erhältlich. Neben der normalen Antibabypille, werden von den Ärzten auch Minipillen verschrieben. Diese sind mittlerweile auch östrogenfrei verfügbar. Welche für Sie am besten geeignet ist, erfahren Sie bei einem Gespräch mit Ihrem Gynäkologen. Die negativen Nebenwirkungen der Pille, wie zum Beispiel Zwischenblutungen, sind im Regelfall überschaubar. Die Pille hat auch positive Nebeneffekte: Die Regelblutung kann sich verringern, dadurch leiden die Frauen auch weniger unter Regelschmerzen. Der Zyklus wird regelmäßiger. Bei bestimmten Produkten verbessert sich auch die Haut. Die Pille schützt vor Schwangerschaften, sexuell übertragbare Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis sind trotzdem möglich.

Das Kondom

Das Kondom ist ein sehr beliebtes und sicheres Verhütungsmittel. Es schützt, einmal abgesehen vom Femidom, als einziges Verhütungsmittel vor sexuell übertragbaren Krankheiten und sollte daher niemals fehlen. Kondome haben den Vorteil, dass sie nur bei Bedarf angewandt werden und keine hormonellen Belastungen mit sich bringen. Eventuelle Latexallergien können entstehen. Als Alternative sind in Apotheken latexfreie Polyurethan - Kondome erwerbbar. Kondome sollten nicht zu lange oder falsch gelagert werden. Dies kann zum Reißen führen und dadurch ist der Schutz vor einer Schwangerschaft oder einer Erkrankung nicht mehr gewährleistet. Der PI des Kondoms liegt 2 bis 10, je nach Hersteller und je nach Erfahrung des Anwenders. Sicher ist es jedoch nur, wenn es bei wirklich jedem Verkehr angewendet wird.

Verhütungsring

Der Verhütungsring gehört ebenfalls in die Reihe der hormonellen Empfängnisverhütungsmethoden. Es handelt sich hierbei um einen weichen und biegsamen Plastikring, der direkt am Gebärmutterhals platziert wird und dort Hormone abgibt, die einen Eisprung unterdrücken. Der Ring wird nur einmal im Monat gewechselt. Er gilt als relativ sicher, der PI liegt bei 0,4 - 0,65. Viele Frauen empfinden den Ring jedoch als störend. Er kann Reizungen in der Scheide verursachen und bisher sind auch noch keine Langzeitstudien zu den Nebenwirkungen bekannt. Der Verhütungsring schützt nur vor Schwangerschaften und nicht vor Krankheiten.

Chemische Verhütungsmittel

Zu den chemischen Verhütungsmitteln gehören diverse Gels und Salben, sowie Zäpfchen oder Schaumsprays. Sie werden ca. eine viertel Stunde vor dem Verkehr angewendet und funktionieren auch nur für einen Samenerguss. Am häufigsten werden chemische Mittel in Verbindung mit einem Scheidenpessar oder Verhütungsschwämmen verwendet, denn ihre Sicherheit ist eher gering. Je nach Präparat kann der PI zwischen 3 und 21 schwanken. Des Weiteren klagen Frauen oft über Nebenwirkungen wie Reizungen der Scheide oder starkes Brennen. Auch hier gilt: Chemische Verhütungsmittel schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Diaphragma

Das Diaphragma wird auch oft Pessar genannt. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus mechanischer und chemischer Verhütung. Das Diaphragma ist eine Art Kappe, die mit einem spermiziden (samenabtötendes) Gel bestrichen über den Gebärmutterhals platziert wird. Dies erfordert viel Übung und ist nicht ganz unkompliziert. Es ist nur sicher, wenn es absolut genau angewandt wird. Der PI liegt dann bei 4 -6.

Die Spirale

Das Einsetzen einer Spirale wird vor allem bei Frauen vorgenommen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben. Mittlerweile sind auch Hormonspiralen erhältlich, die noch sicherer für die Empfängnisverhütung sind. Der PI liegt bei 0,16 statt bei der herkömmlichen Spirale bei 0,9 -3. Allerdings setzt eine Spirale regelmäßige Arztbesuche voraus, denn ihre Lage muss ständig kontrolliert werden.

Die Temperaturmethode

Möchten Frauen verhüten, können aber trotzdem damit leben, wenn es doch passiert und sie schwanger werden, empfiehlt sich die Temperaturmethode. Sie setzt eine absolute Zuverlässigkeit voraus und kann nur von Frauen mit einem regelmäßigen Tagesablauf, also ohne in Schichten zu arbeiten, angewandt werden. Kurz vor dem Eisprung steigt die Temperatur der Frau um ca. 0,5 °C an. Daher wird also nur angezeigt, wann die Frau anderweitig verhüten muss. Für diese Methode wurden auch Zykluscomputer entwickelt. Sie arbeiten mit der Temperaturmethode oder sogar noch in Kombination mit der Messung der Hormone mittels des Morgenurins. Allerdings liegt auch hier der PI nur bei 5.

Neben den oben aufgeführten gängigen Methoden sind noch viele weitere, wie zum Beispiel das "Kondom für die Frau" - das Femidom, oder auch die Methode des Coitus Interruptus möglich. Auch Hormonspritzen, Kupferketten, Zervixschleimmethode oder Hormonimplantate werden von vielen Frauen als Mittel der Wahl zur Empfängnisverhütung bevorzugt.
Egal welche Methode für Sie die passendste ist, letztendlich sind es die Frauen, die mit den Folgen einer fehlgeschlagenen Verhütung leben müssen - von den Folgen einer ungewollten Infektion mit einer sexuell übertragbaren Krankheit einmal abgesehen.
Text: C. D. / Stand: 15.03.2017

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