Aufgeschlagene Knie bei Kindern

Ein Junge mit aufgeschlagenem Knie
Ein Pflaster gehört auf jedes aufgeschlagene Knie
Foto: © Fee Klinkerglocke


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Erste Hilfe bei aufgeschlagenen Knien

Es ist ein schöner sonniger Tag. Die kleine Anna wurde gerade von ihrer Mama aus dem Kindergarten abgeholt und beide wollen nun den Nachmittag zusammen im Park verbringen. Der dortige Spielplatz lockt immer viele Kinder an und auch Anna kann es kaum erwarten, endlich auf die Schaukel zu kommen. Stürmisch und voller Energie rennt sie los - stolpert - und schlägt mit den Knien am Boden auf. Mit schmerzverzehrtem Gesicht, über das dicke Tränen kullern, schreit sie nach ihrer Mama.

Stürze gehören dazu

Solche kleinen Unfälle kommen immer mal wieder vor. Sobald der Nachwuchs die Krabbelphase hinter sich gebracht hat und auf seinen zwei Beinen steht, wird er laufend die Welt erobern und zumindest in der ersten Zeit dabei regelmäßig unfreiwilligen Bodenkontakt haben. Stürze gehören zum Alltag mit Kindern dazu und man kann sie quasi kaum vermeiden. Jedes Kind muss nach und nach lernen, beim Laufen seine Füße zu heben und nicht überstürzt loszurennen. Aufgeschlagene Knie können daher auch recht heilsam sein und die jungen Wilden dazu veranlassen, in Zukunft etwas langsamer zu machen. Und schließlich bringt jeder Sturz einen gewissen Lerneffekt mit sich. Kinder bekommen dabei recht schnell heraus, wie sie sich abfangen müssen, um größere Verletzungen zu vermeiden. Und sie lernen mit schwierigen Situationen und mit Schmerzen umzugehen und machen die Erfahrungen, dass auch das schlimmste "Aua" vorübergeht. Doch was tun, wenn der Nachwuchs mit blutenden Knien weinend auf dem Asphalt liegt?

Trost und eine liebe Umarmung - die beste Hilfe überhaupt

Zuerst einmal ist es ganz wichtig, dass Sie ruhig und besonnen reagieren. Das ist für Eltern, die ihr erstes Kind großziehen, manchmal gar nicht so einfach. Doch aufgeschlagene Knie zählen zu den harmlosen Verletzungen und sind kein Grund zur Sorge. Oftmals handelt es sich dabei um oberflächliche Schürfwunden und nur selten sind tiefer liegende Hautschichten betroffen. Trösten Sie Ihren Nachwuchs, trocknen Sie seine Tränen und nehmen Sie Ihr Kind in die Arme. Sprechen Sie ihm gut zu und sagen Sie, dass Sie verstehen, wie weh das jetzt gerade tut. Vielleicht möchten Sie ja auch ein "Heile, heile Segen" - Lied singen oder einfach auf die Wunde pusten. Die kühle Luft tut gut und lindert den Schmerz. Sparen Sie sich aber auf jeden Fall Bemerkungen, wie "Das hast du davon, wenn du so schnell rennst!" oder "Stell dich nicht so an, es ist doch gar nichts passiert!". Solche Sätze bringen den Nachwuchs nur noch mehr zum Weinen und sind äußerst unangebracht.

Wundversorgung - Pflaster ja oder nein?

Nach den ersten tröstenden Worten schauen Sie sich die Wunde einmal genauer an. Häufig wird sie bluten und das ist auch gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Durch die Blutung werden kleine Schmutzpartikel aus der Wunde gespült, so dass sie später schneller heilt. Manchmal "kleben" kleinere Steinchen an der Wunde, welche sie ganz einfach mit einem sauberen Tuch entfernen können. Jetzt zahlt es sich aus, wenn Sie als Eltern in ihrer Handtasche immer ein kleines Erste-Hilfe-Set mitführen. Dieses sollte neben normalen Pflasterstrips auch spezielle Ellenbogen- und Kniepflaster enthalten. Dank ihrer Form passen sie sich optimal den großen Gelenken an und schränken das Kind nicht in seiner Bewegungsfreiheit ein. Mit einem Pflaster verhindern Sie, dass Schmutz in die frische Wunde kommt. Doch was für Kinder viel wichtiger ist: klebt erstmal ein Pflaster auf dem blutenden Knie, dann ist der Schmerz meist schnell vergessen. Ein "Trostpflaster" bringt das aufgeschürfte Knie quasi "aus den Augen, aus dem Sinn".

Kinder sind wirklich sehr verschieden. Manche zählen zu der eher wehleidigen Sorte, welche alles dramatisieren und stundenlang über ein aufgeschürftes Knie weinen können. Andere wiederum sehen das eher locker: fünf Minuten nach dem Sturz spielen sie bereits munter weiter, so als wäre nichts gewesen. Der Charakter des Kindes spielt auch eine Rolle bei der weiteren Wundversorgung. Manche Kids möchten noch eine Woche nach dem "Straße-Messen" täglich ein neues Pflaster haben, während andere sich den Strip schnell wieder herunterreißen. Stürze passieren ja meist unterwegs. Ist man dann wieder zu Hause, so sollte man die Wunde noch einmal anschauen. Ist sie sehr verschmutzt, so kann sie mit einem für diese Zwecke geeigneten Desinfektionsmittel behandelt werden. Ob an den Folgetagen ein Pflaster das aufgeschürfte Knie bedecken sollte oder nicht - darüber scheiden sich die Geister. Manche Eltern favorisieren die feuchte Wundheilung, da Enzyme und Hormone hier besser für Heilung sorgen können und eine unschöne Narbenbildung seltener ist. Spezielle Pflaster sorgen für ein optimales Klima, welches die Keimbildung verhindert und die Haut schön elastisch hält. Andere wiederum schwören darauf, viel Luft an die Wunde zu lassen und sehen die feuchte Wundheilung eher als eine gute Einnahmequelle für Pflaster-Hersteller. Da es sich bei Schürfwunden um leichte Verletzungen handelt, können Sie ruhig selbst ausprobieren, welche Methode Sie bevorzugen. Stellt sich heraus, dass die Wunde sehr tief ist, dass sich Fremdkörper wie kleine Steine oder Splitter darin befinden oder es sogar zur Eiterbildung kommt, dann sollte das Kind einem Kinderarzt vorgestellt werden. Ein Besuch beim Arzt ist ebenso unumgänglich, wenn der Nachwuchs über anhaltende Schmerzen klagt und nicht ausgeschlossen werden kann, dass eventuell das Gelenk beim Sturz mit verletzt wurde.
Nicht versorgte Wunden können zu Tetanus führen!

Kinder und aufgeschlagene Knie - wer kennt das nicht? Und manch einer wird sich noch als Erwachsener an einen Sturz erinnern, wenn er seine kleinen Narben am Knie betrachtet. Weißt du noch...?
Text: K. L. / Stand: 12.10.2019

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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