Stilltipps für stillende Mütter

Mutter stillt ihr Baby
Mutter und Baby sind glücklich beim Stillen - Foto: © Svetlana Fedoseeva

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Infos für stillende Mütter

Die Geburt eines Kindes ist im Leben einer Frau ein Höhepunkt. Die ersten Momente nach der Entbindung sind für Mütter unvergesslich. Ebenso das erste Anlegen ihres frisch geborenen Babys.

Mutter stillt ihr Baby
Stilltipps einer Stillberaterin oder Hebamme sind besonders
für junge Mütter sehr wichtig - Foto: S.Kobold
Jede Mutter erinnert sich an diese Augenblicke. Das Kind an der Brust der Mutter ist ein wunderschönes Bild. Bereits in diesen Minuten entwickelt sich ein bedeutende Bindung zwischen Mutter und Kind. Das Neugeborene trinkt die wichtige Vormilch, das Colostrum. Es wirkt wie eine Art Impfung und schützt das Kind vor Keimen und Bakterien, eine Starthilfe für das Kind wenn man so will.

Nach den ersten kleinen Hürden des Stillens entwickeln Mutter und Kind eine harmonische Stillbeziehung. Hebammen unterstützen sie bei diesem Lernprozess. Eine Mutter hat einen sehr guten Instinkt, was das Trinkverhalten Ihres Kindes betrifft. Nach einigen Wochen ist Routine eingekehrt und Mutter und Baby haben sich aufeinander eingestellt. Irgendwann kommen auch die geübtesten Mütter an den Punkt sich zu fragen: Wie lange soll ich mein Kind stillen?

Wie lang dauert die Stillbeziehung?

Unicef und WHO empfehlen eine Stilldauer von sechs Monaten, in der das Baby voll gestillt werden soll. Das bedeutet den Verzicht jeglicher Beikost. Das beinhaltet ebenso Wasser und Tee.

Die Muttermilch ist ideal. Sie deckt den gesamten Ernährungsbedarf des Kindes, ist frei von Keimen, hat immer die optimale Temperatur und die Mutter hat sie immer dabei. Das ist durchaus eine Zeitersparnis. Nicht zu vernachlässigen ist der finanzielle Aspekt. Ersatznahrung kostet sündhaft viel Geld. In erster Linie liegt der Vorteil der Muttermilch natürlich bei der Gesundheit des Kindes. Es gibt im ersten Lebenshalbjahr keine bessere Ernährung für das Baby. Nach dem vollendeten sechsten Lebensmonat empfehlen Unicef und WHO eine leicht verdauliche und geeignete Beikost. Jede Mutter sollte jedoch trotzdem weiter stillen. Und zwar bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr. Danach liegt kein physiologischer Grund vor, weiterzustillen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Mutter ab diesem Zweitpunkt das Stillen beenden sollte. Die Natur hat den Frauen ein Geschenk gegeben. Sie können ihre Babys unabhängig von außen ernähren. Hätte die Natur vorgesehen, ein Kind braucht ab dem siebenten Lebensmonat keine Milch mehr, würde die Milch versiegen und Mütter könnten ihren Kindern ab diesem Zeitpunkt keine Brust mehr geben. Es hat einen Grund, weshalb die Kinder wesentlich länger gestillt werden können. Die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation gelten nicht nur für Entwicklungsländer. Auch Industrienationen sind gleichermaßen angesprochen.

Selbst wenn es per Gesetz verboten ist, Ersatznahrung höherwertiger als Muttermilch zu bezeichnen und Werbemaßnahmen ein Abstillen nicht befürworten dürfen, sind die Einflüsse der Wirtschaft nicht zu unterschätzen. Wo man auch hin sieht, entdeckt man Werbung für Ersatznahrung, Beikost und Zusatzprodukte. Mit diesem Zweig verdienen die Konzerne Millionen. Und sind wir doch mal ehrlich, wer hat nicht beim ersten Kind gedacht, ein Fläschchen gehört zur Erstausstattung dazu?

Warum Stillen so wichtig ist

Gestillte Kinder erhalten über die Muttermilch bereits Antikörper der Mutter und sind daher seltener krank. Das Risiko an Übergewicht zu leiden ist bei Flaschenkindern wesentlich höher. Eine gesunde Ernährung der Mutter vorausgesetzt, enthält die Milch alles was ein Baby braucht. Sie beugt sogar Allergien vor. Mütter, die ihre Kinder gestillt haben, erkranken seltener an Brust- oder Eierstockkrebs. Es gibt also viele überzeugende Gründe, sein Kind zu stillen. Die gemeinsame Zeit zwischen Mutter und Kind kann niemand ersetzen. Trotz alledem ist Stillen immer eine Paarbeziehung. Es ist also egal wie lang sie Ihr Kind stillen, solange es beide Partner - also Mutter und Kind - gern möchten.
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 15.03.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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