Keuchhusten bei Kindern

Kleines Mädchen hustet
Keuchhusten ist sehr ansteckend und
sollte unbedingt vom Arzt behandelt werden - Foto: © Ilike

Was ist Pertussis?

Vielen Eltern ist Keuchhusten als typische Kinderkrankheit bekannt, dennoch kann er auch ernste gesundheitliche Schäden bei Erwachsenen hervorrufen.

Die krampfartigen Hustenanfälle werden nur schwer als Keuchhusten diagnostiziert. Pertussis ist hoch ansteckend und gehörte noch vor etwas mehr als hundert Jahren zu den häufigsten Todesursachen von Kindern. Heute kann eine Impfung Kinder wie auch Erwachsene schützen. Wichtige Impfungen bei Kindern

Die Ursache für Keuchhusten

Verantwortlich für eine Pertussis-Erkrankung ist meist das Bakterium Bordetella pertussis, selten das Bakterium Bordetella parapertussis. Sie setzen sich in den oberen Atemwegen, den Bronchien und der Luftröhre fest. Nachdem sich die Bakterien stark vermehrt haben, bilden sie Zellgifte. Diese lösen Entzündungen aus und beschädigen die Flimmerhärchen bzw. die Schleimhäute des Patienten. Das Virus kommt nur beim Menschen vor.

Ansteckung

Durch die klassische Tröpfcheninfektion wird der Virus von Mensch zu Mensch übertragen. So beispielsweise durch Niesen, kleine Speicheltropfen während des Sprechens oder durch gemeinsam genutzte Gegenstände.

Die Inkubationszeit bei Pertussis

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen meist 7 bis 14 Tage, unter Umständen sogar bis zu drei Wochen. Gegen Ende der Inkubationszeit ist der Patient bereits selbst für andere Menschen ansteckend.

Symptome bei Pertussis und Krankheitsverlauf

Die Krankheit Pertussis verläuft über mehrere Wochen. Das Anfangsstadium (Stadium catarrhale) äußert sich durch grippeähnliche Symptome mit erkältungsähnlichem Reizhusten, Fieber und Schnupfen. Dieser dauert ungefähr zwei Wochen an. Während dieser Zeit ist die Krankheit am ansteckendsten. Danach folgt das Stadium convulsivum. Hier zeigt sich der klassische Keuchhusten sehr deutlich. Plötzlich und zahlreich setzen Hustenattacken ein, besonders nachts oder bei Anstrengung. Während dieses Hustens müssen die Betroffenen die Zunge herausstrecken. Mitunter kommt es durch das Husten zu Erbrechen. Besonders typisch ist das keuchende Einatmen nach dem Hustenanfall. Die zweite Phase der Erkrankung dauert mindestens zwei, mitunter sogar sechs Wochen. Wird eine Diagnose für Keuchhusten gestellt, erfolgt sie in der Regel in diesem Stadium. Nur langsam nehmen die Hustenanfälle ab. Das Stadium decrementi tritt ein. Die Anfälle werden schwächer bis sie ausklingen. Diese Phase kann bis zu zehn Wochen andauern, wenn nicht mit einem passenden Antibiotikum behandelt wurde. Ansonsten ist die Krankheit dann nach ca. drei bis sechs Wochen ausgestanden.
Nicht immer verläuft eine Pertussis-Erkrankung genau nach Schema. Atypische Verläufe fallen immer wieder auf. Besonders betroffen sind Säuglinge, bei denen es durch die Hustenanfälle zu Atemstillständen kommen kann. Im Gegensatz dazu zeigt der Keuchhusten sein wahres Gesicht bei Jugendlichen oder Erwachsenen oft gar nicht, sondern äußert sich lediglich durch langanhaltenden Reizhusten.

Behandlung und Komplikationen

Ein Keuchhusten kann streng betrachtet nur bedingt behandelt werden. Die Gabe von Antibiotika kann den Husten nicht verhindern, aber die Ausbreitung der Krankheit auf Mitmenschen eindämmen. Noch fünf Tage nach der Antibiotikagabe sind Patienten ansteckend. Während der Erkrankung mit Pertussis können weitere Sekundärinfektionen auftreten, die wiederum behandelt werden können. So kommt es mitunter zu einer Lungenentzündung, zu Mittelohrentzündungen oder zu Krampfanfällen. Selten kann auch das Gehirn dauerhafte Schäden erleiden. Aufgrund des starken Hustens sind Nabel- und Leistenbrüche möglich. So geben Sie Kindern Tabletten

Vor Keuchhusten schützen

Einen Schutz vor Keuchhusten können Menschen nur durch eine Impfung erhalten. Sie kann eine Ansteckung nicht zu hundert Prozent verhindern, jedoch die Wahrscheinlichkeit stark minimieren. Keuchhusten wird durch eine Grundimmunisierung im dritten und ca. 13. Lebensmonat bzw. Auffrischungsimpfungen mit 5-6 und zwischen 9 und 17 Jahren erreicht. Da gerade Säuglinge unter drei Monaten noch nicht geimpft werden können und keinen Nestschutz durch die Mutter besitzen, sollten sich auch Erwachsene impfen lassen. Keuchhusten ist nicht als Einzelimpfstoff für Erwachsene erhältlich, allerdings kann er als Kombinationsimpfstoff verabreicht werden. Die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts) empfiehlt daher, sich die Pertussis-Impfung bei der nächsten Tetanus-Diphtherie-Impfung mit verabreichen zu lassen. Der Schutz hält jedoch nur einige Jahre an. Regelmäßige Auffrischungen sind notwendig. Der Hausarzt berät dazu ausführlich.
Was tun, wenn Kinder Angst vor dem Impfen haben?

Patienten, die eine Pertussis-Erkrankung durchgestanden haben, sind nicht lebenslang immun dagegen. Auch sie benötigen regelmäßig eine Impfauffrischung. Pertussis ist eine meldepflichtige Krankheit. Gemeinschaftseinrichtungen dürfen bei einer Diagnose frühestens drei bis vier Wochen nach Krankheitsbeginn und nur mit Freigabe des behandelnden Arztes wieder besucht werden.
Seit dem 29.03.2013 ist Keuchhusten in Deutschland eine meldepflichtige Erkrankung.
Text: C. D. / Stand: 04.06.2019

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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