Kindesmißbrauch erkennen

Junge hat Angst
Wie erkennt man Mißbrauch? - Foto: © djedzura

Was kann man gegen Missbrauch tun?

Sexueller Missbrauch ist ein Tabuthema. Auch wenn einige Fälle öffentlich bekannt werden und zeitweise intensiv diskutiert werden, fühlen sich Betroffene häufig allein gelassen. Eine klare Definition von Missbrauch gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Formen, die von Kindesmissbrauch bis hin zu rituellen Missbrauchsfällen reichen.

Täter und Opfer

Kind hat Angst und wehrt sich
Wie kann man Mißbrauch von Kindern vorbeugen?
Foto: © remar

Die Opfer sind meist Kinder und Frauen, es gibt aber auch Fälle in denen Männer zu Opfern werden. Häufig sind Missbrauchsopfer wehrlos oder dem Täter in irgendeiner Form ausgeliefert. Die Täter nutzen ihre Machtposition aus und zwingen das Opfer zum Schweigen bzw. Geheimhalten der Tat. In der Regel sind die Täter männlich. Offizielle Statistiken führen auf, dass knapp 90% der Täter männlich sind. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Anteil weiblicher Täter höher als 10% ist, nur wird Missbrauch, der von Frauen begangen wird, seltener bemerkt und gemeldet.

Wie können Eltern erkennen, ob ihr Kind mißbraucht wurde?

Für Außenstehende sind Missbrauchsfälle oft nur schwer zu erkennen. Dabei sind die Anzeichen oft nur schwer zu übersehen. Eltern, Ärzte, Lehrer und Erzieher sind hier insbesondere angehalten, auf veränderte Verhaltensweisen oder körperliche Auffälligkeiten zu achten. Liegt ein Verdacht vor, sollte nicht blind gehandelt werden. Ruhiges und bedachtes Handeln sind unbedingt erforderlich, um das Opfer nicht weiterer Gewalt auszusetzen. Sammeln Sie Informationen und wenden Sie sich mit diesen Hinweisen an das Jugendamt, eine Beratungsstelle oder die Polizei.

Folgen von Kindesmissbrauch

Bekanntlich sind Menschen Individuen und reagieren daher auch individuell. Die Reaktionen auf sexuellen Missbrauch können daher sehr unterschiedlich ausfallen. Während sich einige Opfer vollkommen in sich zurückziehen, werden andere aggressiv. Vielen Opfern kann eine psychotherapeutische Therapie bei der Bewältigung des Erlebten helfen, sodass sie nach einiger Zeit wieder zu einem weitergehend normalen Leben zurückfinden, während andere Opfer später selbst zu Tätern werden. Diese Gefahr besteht vor allem bei Menschen, deren eigene Not in der Kindheit nicht erkannt oder ignoriert wurde.

An welche Stellen kann man sich wenden?

  • Jugendnotdienst
  • Pro Familia
  • Frauenzentren
  • Kinderschutzbund

In vielen großen Städten gibt es auch spezielle Beratungsstellen oder Vereine, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Fragen Sie doch zum Beispiel mal im Rathaus Ihrer Stadt nach.
Text: D. S. / Stand: 11.10.2017

[Bitte beachten Sie: Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an das Jugendamt oder eine Polizeidienststelle. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

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