Mumps - Eine typische Kinderkrankheit

Mädchen hält sich die Backe
Bei Mumps fühlen sich die Kinder unwohl und bekommen
dicke Backen - Foto: © Kathrin39

Was ist Ziegenpeter?

Während die Masern oder Windpocken eher bei Eltern bekannt sind, gehört Mumps zu den seltener diagnostizierten Kinderkrankheiten, die auch im Erwachsenenalter auftreten können.

Mumps, umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt, zeigt nicht immer eindeutige Symptome, daher sind sich Eltern oft nicht genau im Klaren darüber, ob ihr Kind nun an Mumps erkrankt ist. Obwohl die Krankheit das gesamte Jahr über auftreten kann, zeigt sich eine Häufung in den Winter- und Frühjahrsmonaten.

Ursache der Mumps-Erkrankung

Mumps (lat. Parotitis) wird vom Mumpsvirus verursacht und kommt nur beim Menschen vor. Seine Ansteckungsrate liegt deutlich unter der einer Masernerkrankung. So werden nur ca. sechs von zehn Personen angesteckt.

Übertragung

Wie bei vielen anderen Kinderkrankheiten auch, wird Mumps durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Werden Speicheltröpfchen durch Husten oder Niesen in die Luft freigesetzt und von anderen über die Atemluft aufgenommen, kann es zu einer Infektion kommen. Auch der direkte Kontakt mit keimbelasteten Sekret, wie etwa Speichel auf Besteck, ist eine mögliche Übertragungsvariante.

Inkubationszeit

Ähnlich anderer typischer Kinderkrankheiten liegt das größte Risiko einer Ansteckung anderer Menschen darin, dass dies bereits vor Sichtbarwerden von Symptomen der Mumps-Erkrankung geschehen kann. So können sich bereits zwei bis sieben Tage vor Ausbruch der Krankheit auch andere Personen mit dem Mumps-Virus infizieren. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen im Schnitt 16 bis 18 Tage. Es können aber auch nur 12 oder sogar 25 Tage sein. Noch bis zu neun Tage nach Beginn der typischen Ohrspeicheldrüsenschwellung besteht die Gefahr, weitere Personen mit Mumps zu infizieren. Erkrankte, bei denen sich keine Symptome zeigen, sind trotz alledem ansteckend.

Symptome bei Mumps

Nicht bei allen Patienten werden eindeutige Symptome sichtbar. Dies erschwert auch die Diagnose und erhöht die Ansteckungsgefahr. Mit unspezifischen Symptomen, wie Unwohlsein, Kopfschmerzen und mangelndem Appetit melden sich die Kinder. Oft wissen Eltern diese Symptome nicht einzuordnen. Meist gesellt sich noch Fieber zu den Krankheitserscheinungen hinzu. Daher wird vor allem in den ersten Lebensjahren Mumps mit einem einfachen grippalen Infekt verwechselt. Erst nach ein bis zwei Tagen lässt sich bei drei von zehn Kindern eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse wahrnehmen. Dies ist das klassische Symptom einer Mumps-Erkrankung, die sonst nur eindeutig über eine Blutprobe diagnostiziert werden kann. Durch die Schwellung haben die Kinder eine dicke Backe und einen dicken Kieferknochen, die meist schnell auch auf der zweiten Gesichtshälfte auftreten. Bei einer Schwellung gut zu erkennen sind die leicht angehobenen Ohrläppchen. Zudem klagen die Kinder aufgrund des Drucks auf die Ohren über Ohrenschmerzen. Durch die Entzündung der Ohrspeicheldrüse schmerzt den Kindern zusätzlich der Kieferknochen, was dazu führt, dass sie nur ungern Essen zu sich nehmen, weil ihnen das Kauen nicht ohne Schmerzen möglich ist. Das Fieber klingt nach ungefähr drei bis vier Tagen ab, während die Ohrspeicheldrüse jedoch etwa sieben Tage zum Abschwellen benötigt.

Komplikationen

Mumpserkrankungen verlaufen in der Regel relativ harmlos. Dennoch leiden die Kinder darunter. Schwierig wird es, wenn Komplikationen auftreten. Die können etwa eine Hirnhautentzündung oder -reizung sein, aber auch eine Entzündung des Gehörnervs wie auch des Innenohrs. Besonders schwerwiegend sind eventuelle Entzündungen der Hoden und Nebenhoden bei Jungen oder der Eierstöcke bei Mädchen. Sie können im Ernstfall zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit oder gar einer Unfruchtbarkeit führen. Selten kommt es nur zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Brustdrüsen, der Schilddrüse, des Rückenmarks. Ebenso so selten führt Mumps zu Entzündungen des Gehirns, der Nieren, der Augen, des Herzmuskels oder gar der Gelenke.

Vorbeugung

Die einzige Möglichkeit einer Mumpserkrankung vorzubeugen ist eine Impfung. Der Lebendimpfstoff ist nicht als Einzelimpfung in Deutschland möglich, sondern wird mit Masern und Röteln - auf Wunsch auch mit den Windpocken - in einer Kombinationsimpfung verabreicht. Im Alter von zwölf bis vierzehn Monaten, frühestens mit neuen Monaten vor dem Besuch einer Kinderkrippe, erfolgt die erste Impfung. Eine Auffrischung der Impfung wird zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat notwendig, um eine lebenslange Immunität zu gewährleisten. Kindern die Angst vor dem Impfen nehmen

Therapie

Die Mumps-Erkrankung selbst kann nicht behandelt werden. Gelindert werden lediglich die Begleitsymptome des Ziegenpeters. Je nach Empfinden des Kindes sind die Ohrbeschwerden mit kalten oder warmen Wickeln behandelbar. Da die Kinder schlecht kauen können, steht für einige Tage breiige und flüssige Nahrung auf der Speisekarte, die möglichst nicht sauer sein sollte, um nicht noch mehr den Speichelfluss anzuregen. Gegen das Fieber helfen die üblichen Maßnahmen wie Bettruhe, Wadenwickel und reichlich Flüssigkeit. Nur in Absprache mit dem Arzt sollten Eltern dem mumpskranken Kind fiebersenkende Mittel verabreichen. Kommt zu den Symptomen noch eine Hodenentzündung bei Jungen hinzu, wird der Arzt die Empfehlung aussprechen, den Hoden des Kindes hoch zu lagern. Gegebenenfalls wird er entzündungshemmende Medikamente verschreiben müssen.

Erst eine Woche nach Abklingen aller Symptome, frühestens jedoch neun Tage nach Ausbruch der Ohrspeicheldrüsenentzündung, kann das Kind wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. Bis dahin braucht es eine Menge Geduld und Zuwendung seiner Eltern sowie viel Zeit, um wieder zu genesen.
Text: C. D. / Stand: 27.07.2019

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