Zähneknirschen bei Kindern

Kind knirscht beim Schlafen mit den Zähnen
Häufig knirschen Kinder im Schlaf mit den Zähnen
Foto: © barneyboogles


Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Was ist Bruxismus?

Knirscht Ihr Kind mit den Zähnen? Oder sind Sie selbst oder Ihr Partner davon betroffen?

Zähneknirschen kommt relativ häufig vor und selbst manche Eltern von Babys haben sich schon gefragt, was ihr kleiner Schatz des Nachts mit seinen Zähnchen macht. Beim Zähneknirschen reiben die Zähne aufeinander und es werden Kaubewegungen durchgeführt, obwohl sich gar keine Nahrung im Mund befindet. Für diese Störung haben die Mediziner auch einen Fachbegriff: Bruxismus.

Ursachen von Bruxismus

Bruxismus kann viele Ursachen haben. Das lästige Knirschen tritt bei der Mehrzahl der Betroffenen in der Nacht auf, kann aber ebenso am Tage in Erscheinung treten. Schuld daran ist häufig großer Stress. Wer emotional belastet ist, der knirscht deutlich häufiger mit den Zähnen als Menschen, welche sorglos und frei von Problemen sind. Kennen Sie den Ausdruck "Zähneknirschend willigte er ein"? Hier wird deutlich, dass etwas mit Widerwillen geschieht, dass der Betroffene mit irgendetwas überhaupt nicht einverstanden ist. Auch große Anspannung - wie etwa Leistungsdruck in der Schule oder Prüfungsangst - können Zähneknirschen hervorrufen. Neben eventuell vorhandenen emotionalen Problemen können auch Zahnfehlstellungen oder falsch angepasster Zahnersatz die Ursachen für den Bruxismus sein.
Zähneknirschen kann auch ganz harmlos sein und Eltern müssen sich nicht gleich Gedanken machen, wenn ihr Kind für kurze Phasen mit den Zähnen knirscht. Denn tritt das Zähneknirschen vorübergehend auf, so sind keine Schäden an den Zähnen zu erwarten. Besteht das Problem länger, so kann es allerdings zu stärkeren Abnutzungserscheinungen an den Zähnen kommen, welche beim Knirschen aufeinander reiben. Durch die "leeren" Kaubewegungen besteht zudem die Gefahr, dass sich die Zähne im Laufe der Zeit lockern und dass sich Beschwerden in den Kiefergelenken einstellen.

Was kann man gegen Zähneknirschen bei Kindern tun?

Doch soweit muss es nicht kommen. Bemerkt man das Zähnknirschen, so sollte man zuerst einmal seinen Zahnarzt aufsuchen und das Problem schildern. Hierbei sei angemerkt, dass man selbst meist gar nichts von dem nächtlichen Geknirsche mitbekommt. Einzig und allein Verspannungen im Nacken, Kopfschmerzen oder Schmerzen im Kiefer können darauf hindeuten, dass man nachts mit den Zähnen knirscht. Meist sind es Familienangehörige, die von den seltsamen Geräuschen wach werden und dem "Knirscher" ein Feedback geben.
Der Zahnarzt prüft das Gebiss und korrigiert gegebenenfalls zu hoch stehende Zähne, Füllungen oder Kronen. Diese können meist einfach abgeschliffen werden.

Wie eingangs erwähnt liegt die Ursache des Bruxismus sehr häufig in Anspannung und Stress. Diese Spannungen zu lösen ist ein wichtiger Therapieansatz. Verschiedene Entspannungsverfahren, wie etwa das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, können hierbei gute Dienste leisten. Besonders die Progressive Muskelentspannung ist auch für Kinder gut geeignet und leicht zu erlernen. Dabei werden bewusst einzelne Muskelgruppen angespannt und anschließend entspannt. Die Entspannung tritt unmittelbar ein und die Betroffenen merken recht schnell, wie "verbissen" sie im wahrsten Sinne des Wortes bisher durchs Leben gegangen sind. Parallel zu einer Entspannungstechnik kann der Zahnarzt eine "Knirscherschiene" verschreiben, welche in der Nacht getragen werden muss. Sie wird wie eine Schutzkappe auf den Zähnen aufgelegt und soll verhindern, dass sich das Gebiss durch das Zähneknirschen abnutzt. Es gibt verschiedene Schienen. Einfache Modelle, welche an jeder Stelle die gleiche Stärke aufweisen, werden von der Krankenkasse bezahlt. Besser jedoch ist eine individuell auf das Gebiss des Patienten abgestimmte Schiene. Leider müssen hier die Kosten in der Regel vom Betroffenen selbst getragen werden. Eine Knirscherschiene kann Schäden an den Zähnen verhindern, ist aber nicht als Dauerlösung gedacht. Wichtig ist und bleibt in jedem Fall die Lösung des dahinter liegenden Problems.

Je nach Schweregrad des Zähneknirschens kann parallel zu diesen Maßnahmen eine Behandlung bei einem Physiotherapeuten sinnvoll sein. Dieser kann mit Hilfe von Wärmeanwendungen und manueller Therapie tief sitzende Verspannungen lösen und so dazu beitragen, dass lästige Zähneknirschen zu lindern.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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