Scharlach bei Kindern - Scarlatina

Mädchen liegt mit Fieber im Bett
An Scharlach erkrankte Kinder benötigen viel Liebe
und Zuneigung - Foto: © Vera Kuttelvaserova

Infektionskrankheit Scharlach

Scharlach ist eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Kinder im Alter zwischen vier und sieben, also im Kindergarten- bzw. Vorschulalter, sind besonders häufig betroffen. Doch auch Erwachsene können an Scharlach erkranken. Scharlach ist als akute Infektionskrankheit weit verbreitet.

Ursachen

Scharlach wird durch eine Streptokokkeninfektion (Streptococcus pyogenus) ausgelöst. Diese Bakterien produzieren ein Toxin, auf welches der Körper reagiert. Eine Infektion mit Streptokokken ohne die giftigen Stoffwechselprodukte (Toxine) bewirkt nur eine normale Angina. Da es von den Erregern jedoch verschiedene Typen gibt, können Menschen im Verlauf ihres Lebens mehrfach an Scharlach erkranken.

Ansteckung mit Scharlach

Übertragen werden die Scharlacherreger durch Tröpfchen- oder Kontaktinfektion wie zum Beispiel durch Niesen, Husten oder winzige Speicheltropfen beim Sprechen. Auch verunreinigte Gegenstände, wie beispielsweise Spielzeug oder Türklinken, können als Übertragungsort dienen. Die Erreger dringen meistens über den Mund-, Nasen- und Rachenraum in den Organismus ein. Nur sehr selten kommt es zu einer Infektion über eine Wunde, dem sogenannten Wund-Scharlach. Eine Impfung gegen Scharlach ist nicht möglich, dementsprechend kann man ihr nur bedingt vorbeugen, indem man sich bei diagnostizierter Krankheit von dieser Person fern hält.

Inkubationszeit bei Scharlach

Hat man sich mit den Streptokokken-Erregern infiziert, dauert es ca. zwei Tage bis eine Woche bis die ersten Symptome auftreten. Die Inkubationszeit bei Scharlach beträgt als 2 bis 7 Tage. Es ist jedoch auch möglich, die Streptokokken auf andere Menschen zu übertragen, ohne selbst daran zu erkranken. Ansteckend ist man, sobald man den Erreger in sich trägt. Also auch innerhalb der Inkubationszeit. Nach der Einnahme von Antibiotikum ist man noch mindestens 24 h ansteckend.

Symptome und Krankheitsverlauf

Scharlach zeigt sich in der Regel plötzlich und heftig. Völlig unerwartet setzt hohes Fieber ein. Patienten klagen über Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Völlig abgeschlagen und schlapp berichten Erkrankte über heftiges Bauchweh. Zum Fieber und den Halsschmerzen gesellen sich mitunter noch Schüttelfrost und Erbrechen. Auch Kopf- und Gliederschmerzen gehören zum Repertoire.

Doch damit nicht genug, es verändern sich kurz darauf die Haut und die Schleimhäute. Der Rachen ist hochrot und entzündet, die Mandeln sind ebenso stark gerötet und geschwollen. Die Lymphknoten am Hals sind dick und von außen leicht zu ertasten. Die gesamten Mundschleimhäute färben sich fleckig ein. Ein typisches Zeichen für eine Scharlachinfektion ist die zuerst weiß belegte Zunge, die sich nach drei bis vier Tagen himbeerrot färbt (Himbeerzunge).

Bereits nach zwei bis vier Tagen zeigt sich das offensichtlichste Symptom der Krankheit: ein samtiger Ausschlag. Dieser äußert sich in tiefroten kleinen und erhabenen Pünktchen, die nicht größer als eine Stecknadel sind und eng beieinander liegen. Der Ausschlag nimmt einen bestimmten Verlauf an. Er beginnt zumeist in der Leistengegend, aber auch unter den Achseln. Danach sind die Innenseiten der Oberschenkel betroffen, später breitet sich der Ausschlag sogar über den gesamten Körper aus. Nur eine Stelle bleibt ausgespart. Um den Mund und das Kinn bildet sich das Exanthem nicht, daher wird diese Stelle umgangssprachlich als Milchbart bezeichnet. War man bereits ein- oder mehrmals an Scharlach erkrankt, kann der typische Scharlachausschlag auch ausbleiben.

Nach ein bis ca. drei Wochen verblasst das Exanthem. Die Haut beginnt sich zu schälen. Typischerweise betroffen sind dabei am stärksten die Handinnenflächen wie auch die Fingerkuppen und die Fußzehen bzw. die Fußsohlen.

All diese Symptome zeigen sich in der Regel nur bei einer schweren Scharlacherkrankung. Oft genug verläuft Scharlach auch sehr mild und das Fieber, der Ausschlag oder das Schälen der Haut usw. bleiben völlig aus. Die Entzündung der Mandeln- und des Rachenraums gehört jedoch immer dazu.

Behandlung

Bei einem Verdacht auf Scharlach sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Wird die Diagnose bestätigt, bleibt eine Behandlung mit Antibiotika in der Schulmedizin oft nicht aus. In der Regel kommt Penicillin zum Einsatz, aber auch andere Antibiotika haben sich bewährt. Schulmediziner bestehen auf diese Therapie, um die hohen Risiken von Folgeerkrankungen zu minimieren und den Gesundheitszustand des Kindes bzw. Erwachsenen schnell wieder zu verbessern. Um die begleitenden Beschwerden wie Fieber und Halsschmerzen zu lindern, können Fiebermittel und Lutschtabletten vom Arzt verschrieben werden.

Nur selten wird heutzutage eine Scharlacherkrankung ohne Antibiotika behandelt. Dies erfordert eine sehr engmaschige Betreuung durch einen erfahrenen Arzt, der bei Komplikationen sofort einschreiten kann und für die Behandlung auch die Verantwortung übernimmt. Homöopathisch kann eine Scharlacherkrankung auch unterstützt werden. Dafür braucht es ebenso einen erfahrenen Homöopathen mit medizinischem Hintergrundwissen, der ein exaktes Mittel für den Patienten passend auswählt.

Komplikationen und Spätfolgen

Die meisten Scharlacherkrankungen verlaufen heftig aber ohne nachwirkende Komplikationen. Da es bei Scharlach zu einer Entzündung der Mandeln kommt, kann eine Mittelohrentzündung mit den entsprechenden Folgen eine Begleiterkrankung von Scharlach sein. Schwerwiegender sind hingegen die Spätfolgen, die bei Scharlach auftreten können und eine Nachuntersuchung nach vier bis sechs Wochen ab Abklingen der Beschwerden im Zweifelsfall notwendig machen. Spätfolgen können Nierenerkrankungen sein, aber auch Herzinnenhautentzündungen. Rheumatisches Fieber zählt ebenso zu den späten Komplikationen von Scharlach. Nur äußerst selten kann es sogar zu einem septischen Verlauf der Scharlacherkrankung mit möglicherweise tödlichem Ausgang kommen.

Bei der Heilung unterstützende Maßnahmen

Bei einem standardmäßigen Verlauf von Scharlach geht es dem Patienten wirklich schlecht. Besonders bei Kindern braucht es viel Geduld und starke Nerven der Eltern. Das Kind benötigt viel Ruhe und Erholung, um wieder zu genesen. Durch die Gabe von Antibiotika fühlen sich die Kleinen oft zeitnah wieder gut, sind aber immer noch angeschlagen. Ruhige Spiele (Spielideen für kranke Kinder), viel Vorlesen und durchaus etwas mehr Fernsehen als normalerweise gestattet sind bei Scharlach eine bewährte Methode, um die Kinder möglichst lang ruhig zu halten. Um das Fieber zu lindern haben sich Hausmittel wie das korrekte Anlegen von Wadenwickeln gut bewährt, aber auch die Gabe von Lindenblütentee. Gegen die Halsschmerzen helfen Halswickel und Salbeitee als Entzündungshemmer. Immer wieder sollte das Kind zum Trinken animiert werden, was besonders bei Fieber wichtig ist. Da das Schlucken den Patienten schmerzt, ist es einfacher, Suppen oder püriertes Essen zu servieren. Da extra noch die Darmflora durch Antibiotika geschwächt wurde, sind kühle Jogurts eine probate Methode, um den Körper bei der Regeneration zu unterstützen.
Text: C. D. / Stand: 16.09.2019

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