Nachtschreck bei Babys und Kleinkindern

Kleiner Junge liegt nach einem Nachtschreck im Bett bei seinen Eltern
Wenn der Nachtschreck kommt fühlen sich viele Eltern hilflos
- Seien Sie einfach für Ihr Kind da! - Foto: © LanaK

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Der Pavor nocturnus

Was wie die Figur eines Gruselmärchens klingt, lässt Eltern wirklich beim ersten Erleben angst und bange werden. Der Nachtschreck, fachlich korrekt als Pavor nocturnus bezeichnet, ist auch unter dem Begriff Nachtterror bekannt und betrifft nur wenige Kinder. Nicht alle Eltern haben von dem nächtlichen plötzlichen Aufschrecken eines Kindes gehört, welches sich weder ansprechen noch aufwecken lässt.

Woran erkenne ich einen Nachtschreck bei meinem Kind?

Der Nachtschreck tritt meist wenige Stunden nach dem Einschlafen des Kindes auf, oft noch vor Mitternacht. Dabei meldet sich das Kind mit einem Wimmern oder herzzerreißenden Aufschrei. Es sieht wirr aus, weiß nicht wo es ist. Es reagiert nicht mit Worten, wenn es angesprochen wird. Viele Kinder schlagen wild um sich und können auch von ihren Eltern nicht gebändigt werden. Alle Beruhigungsversuche sind nicht von Erfolg gekrönt. Legt man die Hand auf das Herz des Kindes, spürt man wie es rast. Viele Kinder sind nach einer Attacke schweißgebadet und haben Gänsehaut. Diese kann rund eine viertel Stunde, aber auch bis zu einer halben Stunde andauern.

Was ist ein Nachtschreck?

Die Kinder, die einen oder mehrere Nachtschrecks erleben, sind meist zwischen zwei und sechs Jahren, wobei natürlich Ausnahmen nach unten bis ins Babyalter ab ca. einem dreiviertel Jahr und nach oben bis ins vorpubertäre Alter durchaus möglich sind. Die Kinder verharren bei einem Nachtschreck zwischen zwei Schlafphasen, salopp gesagt finden sie nicht in die Traumphase des Schlafs - ihr Körper ist wach, aber ihr Bewusstsein noch nicht. Am nächsten Morgen können sie sich an nichts erinnern. Manche Kinder erleben dies nur einmal, andere jedoch mehrere Tage hintereinander oder sogar im Abstand von Tagen, Wochen bzw. Jahren. Im Großen betrachtet sind in der Tat nur rund 15 % aller Kinder jemals von einem Nachtschreck betroffen.

Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind einen Pavor nocturnus durchlebt?

So erschreckend die Situation auch ist, bleiben Sie zunächst ruhig. In der Regel ist ein Nachtschreck für das Kind unbedenklich. Setzen Sie sich neben das Kind und bleiben Sie an seiner Seite, um zu gewährleisten, dass es sich nicht verletzt. Sie können versuchen, Ihr Kind möglichst sanft aus der "Trance" zu holen, indem Sie einen starken Temperaturwechsel herbeiführen - etwa mit ihm in ein anderes Zimmer oder auf den Balkon gehen, eventuell das Licht anschalten. Oft reagieren die Kinder leider nicht auf diese Reize, sie bemerken nicht einmal dass die Eltern anwesend sind oder wehren sie ab. Babys kann die Flasche oder die Brust angeboten werden, großen Kinder ein Glas zu trinken oder etwas Alternatives. Sobald der Nachtschreck vorbei ist, wird ihr Kind weiterschlafen als wäre nichts gewesen.

Kann ich dem Nachtschreck vorbeugen?

Leider ist dem Nachtterror nur bedingt vorzubeugen. Es hilft jedoch, dem Kind einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu ermöglichen. Aufregung, wie Fernsehen oder Toben vor dem Einschlafen, können das Hirn des Kindes zusätzlich reizen. Also lassen Sie den Tag ruhig ausklingen und sorgen Sie für eine Zimmertemperatur um die 18 °C.

Der Nachtschreck bei kleinen Kindern ist auch für die Eltern eine unerwartete Erfahrung, die besonders beim ersten Mal beängstigend sein kann. Dennoch wissen Mütter und Väter beim eventuellen nächsten Auftreten, was sie tun können und dass das Kind ohne Schaden aus der Attacke wieder in den Traumschlaf finden wird.
Text: C. D. / Stand: 13.12.2018

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