Nachtschreck - Baby und Kleinkind oft betroffen - Was tun?
Redaktion: C.D. Mutter / Letzte Aktualisierung: 29.08.2025 von Tkni
Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
Eine erfahrene Mutter erklärt wie Eltern mit einem Nachtschreck bei Babys und Kleinkinder umgehen können.
Der Nachtschreck - medizinisch Pavor nocturnus genannt - ist eine intensieves Ereignis, das viele junge Eltern beim ersten Erleben oft schockiert. Das Kind schreit plötzlich, wirkt verängstigt, lässt sich nicht beruhigen - und scheint dennoch nicht richtig wach zu sein. Für uninformierte / unerfahrene Eltern ist das beängstigend, doch aus medizinischer Sicht ist ein Nachtschreck meist harmlos.
Besonders betroffen sind Kleinkinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren, in Einzelfällen aber auch Babys ab etwa 9 Monaten.
Was ist ein Nachtschreck bei Kindern?
Ein Nachtschreck ist eine nicht träumende Schlafstörung, die im sogenannten non-REM-Schlaf auftritt - also in einer frühen, tiefen Schlafphase.
Dabei kommt es zu einer Art Fehlsteuerung im Gehirn: Der Körper ist wach, das Bewusstsein aber schläft noch. Das Kind ist in diesem Zustand nicht ansprechbar und erinnert sich am nächsten Tag in der Regel an nichts.
Woran erkenne ich einen Nachtschreck?
Typische Merkmale eines Pavor nocturnus beim Baby oder Kleinkind:
- Plötzlicher, lauter Schrei oder Wimmern
- Weit aufgerissene Augen, starrer Blick, Verwirrtheit
- Keine Reaktion auf Ansprache oder Berührung
- Körperliche Unruhe: um sich schlagen, aufsetzen, zittern
- Schneller Herzschlag, Schweißausbruch, beschleunigte Atmung
- So ein Nachtschreck dauert meist zwischen 5 und 30 Minuten
Wie verhalte ich mich beim Nachtschreck?
So verstörend die Situation wirkt: Bleiben Sie ruhig. Der Nachtschreck sieht dramatisch aus, ist aber in den meisten Fällen harmlos und geht von selbst vorüber.
Das können Eltern tun:
- Bleiben Sie beim Kind und sorgen Sie dafür, dass es sich nicht verletzt.
- Versuchen Sie nicht, es zu wecken - das führt meist zu noch mehr Verwirrung.
- Sanfte Reize wie Licht einschalten, kalte Luft oder eine ruhige Stimme, leise ruhige Musik können manchmal helfen.
- Nach dem Vorfall schläft das Kind meist ruhig weiter.
Wie häufig tritt ein Nachtschreck auf?
Etwa 10 bis 15 Prozent aller Kinder erleben mindestens einmal einen Nachtschreck. Manche nur ein einziges Mal, andere über Wochen oder Monate verteilt. In den meisten Fällen verschwindet der Nachtschreck spätestens bis zur Einschulung von selbst.
Ursachen und Auslöser
Der Nachtschreck selbst ist keine Krankheit, sondern eine vorübergehende Schlafstörung. Mögliche Auslöser sind:
- Übermüdung oder unregelmäßiger Schlafrhythmus
(Wissenswertes über Schlafenszeiten für Kinder) - Stress, Veränderungen im Alltag oder emotionale Belastungen
- Fieber oder Infekte
- Familiäre Veranlagung
- Besondere Erlebnisse am Tag
Kann man einem Nachtschreck vorbeugen?
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich, aber Eltern können mit einfachen Maßnahmen das Risiko deutlich senken:
- Feste Einschlafzeiten und beruhigende Abendrituale. (Ruhiges Gespräch über schöne Dinge des Tages, gemeinsam ein Schlaflied singen, Geschichte vorlesen, Einschlafmusik hören, Nachtlicht anlassen)
Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Schöne Schlafrituale für Kindern - Verzicht auf Bildschirmzeit oder wildes Toben vor dem Schlafengehen
- Angenehmes Raumklima: Zimmertemperatur ca. 18 °C
- Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben.
- Natürlich darf das Lieblingskuscheltier im Bett nicht fehlen!
Wann sollte ein Arzt hinzugezogen werden?
In der Regel ist ein Nachtschreck harmlos und erfordert keine medizinische Behandlung. Konsultieren Sie einen Kinderarzt, wenn:
- ein Nachtschreck sehr häufig auftritt (z. B. mehrmals wöchentlich)
- das Kind sich dabei verletzt
- Verdacht auf andere Ursachen (z. B. nächtliche Epilepsie) besteht
- das Kind sehr jung (Baby) oder in der Vor-Pubertät ist
- das Kind tagsüber müde und aggressiv wirkt
- Sie sich als Eltern dauerhaft überfordert fühlen, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt sprechen.
Unser Fazit für junge Eltern:
Ein Nachtschreck beim Kind ist für Eltern oft ein beängstigendes Erlebnis - besonders beim ersten Mal. Gut informierte Eltern können mit viel Ruhe ihrem Kind in dieser Situation am besten helfen.
Die gute Nachricht: Für das Kind ist der Vorfall in der Regel völlig folgenlos - am nächsten Morgen erinnert es sich meist an nichts. Ein geregelter Schlafrhythmus, Ruhe am Abend und elterliche Nähe sind die besten Mittel, um das Auftreten zu reduzieren.
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