Homöopathie für Babys und Kinder

Homöopathie? Was ist das eigentlich?

Hier ein Schnupfen, dort ein hartnäckiger Husten. Das Fußballspiel mit Freunden endet mit einer Schürfwunde am Knie und bei den ersten Versuchen mit dem Gemüsemesser war die Fingerkuppe im Weg.

Wer Kinder sein Eigen nennt, der kennt die diversen Erkrankungen und Verletzungen, die leider im Alltag mit dem Nachwuchs nicht ausbleiben. Doch oftmals lassen sich die kleinen Wehwehchen ganz gut selbst behandeln und ein Arztbesuch kann vermieden werden. In der Homöopathie finden viele Eltern eine optimale Ergänzung zur Schulmedizin und mit ein bisschen Hintergrundwissen und Erfahrung wird es mit der Zeit immer leichter, das passende Mittel auszuwählen.
Und wie kann man Kindern Medikamente verabreichen?

Die Homöopathie ist eine alternative Behandlungsform, welche auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann zurückgeht. Sein Ähnlichkeitsprinzip (Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden) hat nach wie vor Gültigkeit. Es besagt, dass ein kranker Mensch genau das homöopathische Mittel erhält, dessen Grundsubstanz bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen würde. In der Homöopathie kommen nicht nur, wie häufig angenommen, ausschließlich pflanzliche Stoffe zum Einsatz. Auch tierische Produkte und verschiedenste andere natürliche Substanzen (wie etwa Mineralien) werden durch Potenzieren immer weiter verdünnt und erst so zum eigentlichen homöopathischen Mittel verarbeitet.

Wissenschaftlich nicht belegt und trotzdem wirksam

Homöopathische Präparate haben gegenüber schulmedizinischen Medikamenten den großen Vorteil, dass sie praktisch nebenwirkungsfrei sind. Ist das gewählte Mittel das Richtige, so wirkt es schnell und zuverlässig und der kleine Patient ist bald wieder auf dem Damm. Noch immer zweifeln etliche Wissenschaftler und Ärzte die Wirksamkeit der Homöopathie an und sind der Meinung, dass sich eintretende Heilerfolge ausschließlich durch den Glauben an diese Wunderkügelchen erklären lassen. Dem gegenüber stehen immer mehr Eltern, welche die Homöopathie als sanfte Behandlungsmethode für sich und ihre Kinder entdeckt haben. Inzwischen haben sogar einige Krankenkassen die homöopathische Behandlung in ihren Leistungskatalog aufgenommen und viele Kinderärzte verschreiben bei leichten Erkrankungen immer häufiger Globulis statt konventioneller Medikamente.

Wie finde ich das richtige homöopathische Mittel?

Leider gibt es in der Homöopathie keine allgemeingültigen Ratschläge in Bezug auf die Wahl des richtigen Mittels. Viele Dinge müssen hinterfragt bzw. beobachtet werden, zum Beispiel:

  • Wie genau fühlen sich die Schmerzen an? (klopfend, stechend...)
  • Wann sind die Symptome schlimmer? (im Liegen, an der frischen Luft, am Abend...)
  • Hat der kleine Patient viel oder wenig Durst?
  • Ist ihm eher kalt oder schwitzt er?
  • Gibt es einen typischen Auslöser für die Beschwerden? (wie etwa Durchnässung, Zugluft...)
  • Mag das Kind berührt werden oder empfindet es dies als störend?
All diese Dinge werden wie kleine Puzzleteile zusammengesetzt und führen so zum richtigen homöopathischen Mittel. Im Gegensatz zu Erwachsenen kann es allerdings manchmal bei Kindern schwierig sein, dieses zu finden, da sie ihre Beschwerden häufig nicht genau beschreiben können. In solchen Fällen ist es möglich, dass das gewählte Mittel nicht (richtig) anschlägt und die Beschwerden weiter bestehen. Wer seinen Nachwuchs selbst homöopathisch behandeln möchte, dem steht eine ganze Reihe von Fachliteratur zur Verfügung. Hier finden Eltern viele Tipps zur richtigen Mittelwahl und daneben auch Hinweise, wann es sinnvoll ist, die Schulmedizin mit ins Boot zu holen. An dieser Stelle sei gesagt, dass auch die Homöopathie ihre Grenzen hat. Ein gebrochener Arm braucht nun einmal einen Gips und ist nicht mit ein paar Globulis zu heilen. Entzündliche Erkrankungen, wie Angina oder chronische Leiden wie beispielsweise Asthma oder Heuschnupfen, gehören immer in die Hände eines ausgebildeten Arztes! Eine homöopathische Behandlung kann allerdings in vielen Fällen trotzdem begleitend zum Einsatz kommen.

Dosierung und wichtige Hinweise zur Anwendung homöopathischer Mittel

Für die Anwendung bei Babys und Kindern haben sich Globulis am besten bewährt. Diese kleinen, auf Basis von Milchzucker hergestellten, Kügelchen werden dem Kind ganz einfach auf oder unter die Zunge gelegt. Sie haben einen leicht süßlichen Geschmack und sind daher bei den Kids recht beliebt.

Homöopathische Mittel sind ebenso als Tabletten erhältlich. Auch diese muss das Kind einfach auf der Zunge zergehen lassen.

In Bezug auf die Dosierung gilt:

  • Babys und kleine Kinder: je Gabe 3 Globuli oder ½ Tablette
  • Kinder und Jugendliche: je Gabe 5 Globuli oder eine Tablette
Der Abstand zwischen den Gaben ist abhängig vom Beschwerdebild und dem Befinden des kleinen Patienten. Wichtig: jeweils 10 Minuten vor und nach der Einnahme homöopathischer Medikamente nichts essen und auch nichts trinken! Da viele homöopathische Mittel im Zusammenhang mit ätherischen Ölen die Wirkung der Globulis abschwächen können, ist es ratsam, eine homöopathieverträgliche Zahncreme zu benutzen und auch sonst während der Behandlung auf ätherische Öle zu verzichten.
Text: K. L. / Stand: 16.09.2019

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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