Lernstörungen bei Kindern

Kinder beim Lernen
Was kann man bei Lernstörungen tun?
Foto: © Christian Schwier


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wenn Kinder Probleme beim Lernen haben

Ein Teufelskreis der Lernstörungen kann entstehen, wenn Lernprobleme oder Entwicklungsverzögerungen bei Kindern nicht bemerkt oder nicht behandelt werden.

Häufig kommen viele Faktoren zusammen, die von Eltern und Lehrern nicht erkannt werden und so dazu führen, dass das Kind in einen Strudel aus Lernschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten gerät. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist ein nicht immer leichtes Unterfangen, das im Ergebnis dazu führen soll, eine positive Lernstruktur zu installieren, in der das Kind wieder Leistungen erbringen kann.
Wie kann man Kinder fürs Lernen begeistern?

Was sind Lernstörungen?

Lernstörungen oder auch Lernschwächen bezeichnen Defizite in den Bereichen Lesen, Schreiben oder Rechnen bei Kindern mit normaler Intelligenz. Am weitesten verbreitet sind die Lernstörungen Legasthenie und Dyskalkulie. Seltener kommen Hyperlexie und Dysgrafie vor. Allen Kindern, die von Lernstörungen betroffen sind, ist gemein, dass Sie ihr Potenzial nicht ausschöpfen können und bei Nichtbehandlung in einen Teufelskreis der Lernstörungen abrutschen können.

Die verbreitetsten Lernstörungen sind:

Der Teufelskreis Lernstörungen

Im Wesentlichen besteht dieser Teufelskreis aus drei Punkten, die eng zusammenwirken: negatives Klima (in Schule und Elternhaus), negatives Selbstwertgefühl und mangelhafte Leistungen. Ein Kind, das unter einer Lernstörung leidet, hat nicht nur mit schlechten Noten in der Schule und Vorwürfen vonseiten der Eltern zu kämpfen, sondern ist häufig auch dem Spott seiner Mitschüler ausgesetzt. Greifen Eltern und Lehrer in diesem frühen Stadium ein, kann ein Abrutschen in den Teufelskreis vermieden werden. Schlimmer wird es, wenn die Problematik nicht erkannt wird. Vor allem wenn Lehrer und Eltern beginnen das Kind mit Vorwürfen zu überhäufen, es sei faul, unfähig oder dumm. Das Kind beginnt diese Vorwürfe zu glauben und zweifelt an sich selbst. Selbstvorwürfe wie "Das schaffe ich nie" oder "Ich bin ein Versager" sind die Folge. Auf dieses Verhalten folgen in der Regel sogenannte Sekundärsymptome: Vermeidungsverhalten und Abwehrreaktionen sind hier besonders häufig. Das bedeutet, das Kind entwickelt Lernblockaden, schwänzt die Schule oder wird aggressiv. Daraus können sich weitere Lücken und Defizite in Bezug auf den Lernstoff ergeben. - Willkommen im Teufelskreis Lernstörungen.

Lernstörungen behandeln - Hilfe und Intervention

Um aus dem Teufelskreis Lernstörungen ausbrechen zu können, müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten und in dieselbe Richtung steuern. Natürlich ist dieses Vorgehen nicht immer einfach, aber vor allem wenn frühzeitig gehandelt wird, ist es die wirksamste Methode den Teufelskreis zu durchbrechen. Das Eingreifen sollte dabei auf mehreren Stellen gleichzeitig erfolgen:

  • Zum einen ist es sehr wichtig, das Selbstvertrauen der betroffenen Person durch gezielte Maßnahmen zu fördern. Dazu kann es sinnvoll sein, den Aufbau eines Freundeskreises durch die Eltern zu unterstützen, die persönlichen Stärken des Kindes zu fördern und Aufgaben in kleinere Abschnitte zu unterteilen, sodass es öfter Erfolgserlebnisse gibt.
  • Auch die Eltern sind gezielt gefordert, wenn es darum geht, dem eigenen Kind einen Ausweg aus dem Teufelskreis Lernstörungen zu bieten. Wichtig ist es, die Erwartungshaltung an die Fähigkeiten des Kindes anzupassen. Dazu kann es sinnvoll sein, eine Schullaufbahnberatung in Anspruch zu nehmen. Des weiteren ist es sehr wichtig, das Kind bei den Hausaufgaben und beim Lernen zu unterstützen, und bei Bedarf Nachhilfeunterricht zu veranlassen. Gleichzeitig sollte dem Kind deutlich gemacht werden, dass der Schulalltag und die damit einhergehenden Probleme von Interesse sind. Zuhören und beraten sind hier zwei nicht zu unterschätzende Aspekte.
  • Aber auch die Lehrer sind gefordert. Um Lernstörungen effektiv und langfristig zu überwinden, ist es notwendig, das Vorgehen mit den Lehrern des Kindes abzusprechen. Nutzen Sie dafür den Elternabend oder den Elternsprechtag. Die Lehrer haben die Möglichkeit, gezielt auf ihre Schüler einzugehen. Sie können Erfolge besonders herausstellen und spezielle Motivationen bzw. Interessen unterstützen.
  • In einigen Fällen kann es darüber hinaus sinnvoll sein, die Hilfe eines Lerntherapeuten oder eines Psychiaters in Anspruch zu nehmen.
Wirken alle diese Maßnahmen zusammen, kann wieder ein positives Lernklima erschaffen werden, in dem sich das Kind wohlfühlt und zu Leistungen bereit ist.
Text: D. S. (Pädagogin) / Stand: 06.10.2018

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