Mein Kind hat eine Lese Rechtschreib Schwäche

Mädchen mit Lese Rechtschreib Schwäche
Legastheniker haben Probleme beim Lesen und
Schreiben - Foto: © mch67


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was ist Legasthenie?

Die Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) oder Legasthenie ist eine schwerwiegende Störung des Erwerbs der Schriftsprache, also des Lesens und Schreibens.

Betroffene Personen haben Probleme die gesprochene Sprache in die geschriebene Sprache umzusetzen und umgekehrt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Legasthenie in ihren Katalog aufgenommen. Studien gehen davon aus, dass in Deutschland rund 4 - 6 % der Schüler an einer Lese-Rechtschreibschwäche leiden. Die Probleme können in vielen Fällen behoben werden, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. So ist es sehr wichtig, dass Eltern ihre Kinder beim Sprechen lernen fördern

Merkmale der Lese Rechtschreib Schwäche

Typisch für die Lese-Rechtschreibschwäche ist eine geringe Lesegeschwindigkeit, verbunden mit häufigem Stocken und dem Vertauschen oder Auslassen / Hinzufügen von Wörtern oder Buchstaben. Beim Schreiben ist eine hohe Fehlerzahl in abgeschriebenen Texten oder bei Diktaten charakteristisch, dabei sind Wörter im selben Text häufig in unterschiedlichen Schreibweisen zu finden und auch die nur fragmenthafte Schreibweise einzelner Wörter ist typisch für Legastheniker. Typisch sind auch Wahrnehmungsfehler und daraus abgeleitete Vertauschungen der Buchstaben d-t und b-p. Grundsätzlich werden die gleichen Fehler gemacht, wie sie bei allen Kindern vorkommen, die Lesen und Schreiben lernen, doch Legastheniker machen diese Fehler viel häufiger und auch nach langem Einüben. In der Regel treten die Probleme nicht nur im Deutschunterricht auf, sondern in vielen Fächern, besondern in den Fremdsprachen. Aus diesem Grund kann es dazu kommen, dass nicht nur die Leistungen im Fach Deutsch, sondern im gesamten schulischen Bereich beeinträchtigt sind. Die Versetzung oder der Wechsel in eine weiterführende Schule kann dementsprechend gefährdet sein.
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Allerdings ist es nicht zutreffend, dass jedes Kind, das Probleme mit der Rechtschreibung oder der Leistungsfähigkeit in der Schule hat, an einer Lese Rechtschreib Schwäche leidet. Häufig ist eine Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung Grund für die Probleme. Vor allem wenn im frühen Kindesalter die sogenannten U-Untersuchungen versäumt wurden, können derartige Störungen übersehen werden. Es handelt sich häufig um Hörstörungen oder um Fehlsichtigkeiten, die nicht behandelt wurden. In einigen Fällen kann mit einem Hörgerät oder einer Brille Abhilfe geschaffen werden.

Was tun bei Legasthenie?

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Ihr Kind an Legasthenie leidet oder Sie einen dementsprechenden Hinweis eines Lehrers erhalten, sollten Sie zunächst einen Kinderarzt aufsuchen, um grundlegende körperliche Einschränkungen, wie zum Beispiel eine Hörstörung oder Fehlsichtigkeit auszuschließen. Liegen keine körperlichen Ursachen vor, empfiehlt es sich, Kontakt mit dem Bundesverband für Legasthenie aufzunehmen oder sich an den entsprechenden Landesverband zu wenden. Dort sind Therapeuten verzeichnet, die Behandlungen bei der Lese Rechtschreib Schwäche anbieten. Außerdem gibt es Informationen zu den jeweils landesinternen Regelungen zur Leistungsbeurteilung in der Schule. Die Therapie findet in der Regel außerhalb der Schule bei privaten Therapeuten statt. Um die Behandlung zu finanzieren, kann ein Zuschuss vom Jugendamt beantragt werden. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten. Sie übernehmen lediglich die Kosten für psychische Folgeerkrankungen oder die Behandlung motorischer Störungen.
Text: D.S. / Stand: 13.12.2018

Ist das Kind ein Lesemuffel kann das der Grund für die Legasthenie sein.

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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