Lerntechniken für Schüler

Schüler beim Lernen
Mit der richtigen Lerntechnik lernen Schüler schneller - Foto: © pictworks

Erfahren Sie in diesem Artikel welche Lerntechniken für Schüler es gibt. Wir geben Eltern hier einen kleinen Überblick:

Lerntechniken - So lernen Schüler leichter

Das Lernen ist die Fähigkeit von Menschen, sich an neue Bedingungen der Umwelt oder der Gesellschaft anzupassen und damit weit mehr, als das bloße Abspeichern von Informationen. Wer lernt, muss seine Umwelt wahrnehmen und bewerten. Zudem ist das Lernen ein Prozess, der von bisherigen Erfahrungen und aktuellen Handlungen gesteuert wird. Mit dem Lernprozess beschäftigten sich Philosophen bereits in der Antike. Heute ist er Thema verschiedener Wissenschaften, insbesondere der Pädagogik, der Philosophie und der Psychologie. Diese beschäftigen sich unter anderem mit dem Ablauf des Lernens, aber auch mit Lernmethoden und Lerntechniken, die Lernprozesse unterstützen und das Lernen damit einfacher machen.
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Welchen Sinn machen Lerntechniken?

Für viele Lernende, ob Kinder oder Erwachsene, stellt sich irgendwann die Frage, wie sie am effektivsten lernen können und das Gelernte hinterher für längere Zeit behalten und auch anwenden können. Da Menschen unterschiedlich sind und es verschiedene Lerntypen gibt, reicht eine einzige Lerntechnik daher nicht aus. In früheren Zeiten wurde im Schulsystem häufig auf die Technik des Auswendiglernens gesetzt, das die häufige Wiederholung von Lerninhalten erfordert. Das mag in manchen Fällen, wie bei Vokabeln und dem kleinen Einmaleins auch sinnvoll sein, schränkt aber das Hinterfragen und Bewerten durch den Schüler ein. Die heutige Pädagogik setzt daher auch auf das Lernen durch Einsicht, das entdeckende Lernen und das mehrdimensionale Lernen.

Schnelle Lernerfolge durch bestimmte Lerntechniken

Müssen sich Schüler kurzfristig viel Wissen aneignen, zum Beispiel für Prüfungen oder Klassenarbeiten, werden sie häufig um das Auswendiglernen nicht herumkommen. (Stressfrei lernen) Um dieses zu erleichtern, gibt es einige bewährte Lerntechniken, die jeder zu Hause anwenden kann. Hilfreich sind unter anderem:

  • die Mnemotechnik
  • die Loci-Methode
  • die SQ3R-Methode
  • die Visualisierung

Die Mnemotechnik

Das Wort Mnemotechnik bedeutet grob übersetzt Gedächtniskunst und steht in erster Linie für konkrete Gedächtnisübungen, mit denen erlernte Informationen langfristig behalten und gespeichert werden sollen. Hierfür werden zum Beispiel Merkhilfen wie Grafiken, Schemata, Merksätze oder auch Reime benutzt. Merkhilfen, auch als Eselsbrücken bezeichnet, sind auch für das Definieren von Passwörtern hilfreich, ohne die man heutzutage in der digitalen Welt kaum noch auskommt. Ein sicheres Passwort kann zum Beispiel durch die Anfangsbuchstaben eines bestimmten Satzes gebildet werden, zu dem der Nutzer einen Bezug hat. Auch der sprichwörtliche Knoten im Taschentuch kann zur Mnemotechnik gezählt werden. Der Knoten soll den Benutzer des Taschentuchs an etwas erinnern.

Die Loci-Methode

Die Loci-Methode ist der Mnemotechnik nicht unähnlich, greift aber in erster Linie auf Bilder von Orten als Gedächtnisstütze zurück. Die Lerninhalte werden für diese Methode in einzelne Teile gegliedert, die gedanklich an Orten abgelegt und beim ideellen Aufsuchen dieser wieder abgerufen werden. Orte können beispielsweise das eigenen Wohnzimmer, der Arbeitsweg oder bekannte öffentliche Plätze sein.

Die SQ3R-Methode

Diese Methode beschäftigt sich nicht nur damit, wie das Gelernte behalten wird, sondern wie schneller und effektiver gelesen und damit gelernt werden kann. Die Methode wurde in den 1940er Jahren von dem amerikanischen Schulpsychologen Francis P. Robinson entwickelt. Dieser legt das effektive Lesen in fünf Schritten fest, deren Anfangsbuchstaben den etwas sperrigen Titel der Methode bilden. Die Schritte sind:

  • Survey: einen Überblick über den Text durch Überschriften und Gliederung eines Textes gewinnen
  • Question: die Formulierung von Fragen zum Text durch den Leser
  • Read: das abschnittsweise Lesen des Textes
  • Recite: das Wiedergeben des gelesenen Abschnitts, unter anderem auch durch schriftliche Notizen
  • Review: die gelesenen Abschnitte werden in Verbindung zum Gesamttext und zur praktischen Anwendung gesetzt

Die Visualisierung

Für viele Menschen ist die Visualisierung, das heißt die bildliche beziehungsweise grafische Veranschaulichung von Lerninhalten, eine hilfreiche Methode zum besseren Lernen. Hier können beispielsweise Tabellen, Diagramme, Bilder oder sogar Videos zum Einsatz kommen. Die Visualisierung ist beispielsweise beim Erlernen von Sprachen oder mathematischen Zusammenhängen hilfreich.

Weitere Lerntechniken

  • Inhaltsverzechnis erstellen
  • Schnelllesen
  • Mindmapping
  • Lernkartei
  • Hypnopädie
  • Gruppenarbeit
  • Superlearning
  • Verstärkung
  • Projektunterricht

Bevor Sie sich nun auf eine Lerntechnik versteifen sollten Sie herausfinden welcher Lerntyp Ihr Kind ist. So finden Sie dann die geeignete Lerntechnik und helfen Ihrem Kind beim Lernen. Fragen Sie dazu auch die Lehrer Ihres Kinder oder den Schulpsychologen.
Text: H. J. / Stand: 15.11.2018

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