Unterforderung in der Schule

Mädchen ist in der Schule unterfordert
Was tun bei Unterforderung in der Schule?
Foto: © Christian Schwier


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Bekommen Eltern von Seiten der Schule Sätze zu hören wie etwa: "Ihr Kind hat keine Lust zu lernen", "Ihr Sohn ist faul" oder aber "Ihre Tochter zieht sich im Unterricht immer mehr zurück", sitzt der Schock zunächst tief. Weithin denken viele Eltern darüber nach, ob ihr Kind mitunter nicht über das nötige Potential verfügt. Doch eine weitere Ursache könnte lauten: Ihr Kind ist unterfordert! Oder aber in anderen Worten: Ihr Kind ist überdurchschnittlich begabt.
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Unterforderung erkennen - ein langer Weg

Die Schule erfüllt nicht nur die Aufgabe, Wissen zu vermitteln. In dieser Zeit lernen die Schüler auch, Herausforderungen zu meistern und mit Schwierigkeiten und Erfolgserwartungen umzugehen. Diese Selbsterfahrung fehlt oft Kindern, deren Lernbedürfnisse nicht befriedigt werden. Sind Schüler intellektuell unterfordert, äußert sich dies nicht selten in Langeweile und dem Stören während der Stunde. Teils sind die Kinder unzufrieden, verweigern sogar die Teilnahme am Unterricht und verhalten sich offen auffällig. Oft erkennen sogar Pädagogen nicht auf den ersten Blick die Unterforderung des Kindes. Für die Schüler beginnt dann eine Zeit, in der ihnen Überforderung oder im schlimmsten Falle sogar Faulheit unterstellt wird. Die Schule wird zur Qual. Nicht selten wiederholen intellektuell begabte Kinder sogar eine Klassenstufe.
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Der Anfangsverdacht - die nächsten Schritte einleiten

Eltern kennen ihren Nachwuchs sehr gut und können dessen Potential oft präzise einschätzen. Dennoch werden sie häufig von den Lehrern nicht ernst genommen, da immer mehr Eltern die Misserfolge ihrer Kinder auf eine Hochbegabung zurückführen. Jene Kinder, welche tatsächlich intellektuell überdurchschnittlich begabt sind, haben dadurch einen Nachteil. Nichtsdestotrotz liegt der erste Schritt immer darin, mit dem Klassenlehrer sowie dem Vertrauenslehrer der Schule Kontakt aufzunehmen und die Situation zu besprechen. Eltern sollte keine Scheu davor haben, die Vermutung offen auszusprechen. Die Furcht davor, als überehrgeizige Eltern wahrgenommen zu werden, ist unbegründet. Denn schnelles Handeln hat in diesem Moment Vorrang. Im nächsten Schritt sollten Eltern ihr Kind entweder dem Schulpsychologen oder einer externen Beratungsstelle, meist bei Wohlfahrtsverbänden, vorführen. Sowohl diese als auch Kinderpsychologen können mit Hilfe spezieller Testverfahren ermitteln, ob das Kind eine solche überdurchschnittliche Begabung besitzt und dies auch dementsprechend attestieren.
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Die Unterforderung ist attestiert - gemeinsam aktiv werden

Damit ein Kind seine Schulzeit nicht einfach absitzt und sich dem Unterricht anpasst, müssen die Lernziele und Strukturen dem Schüler angepasst werden. Selbstredend heißt dies nicht, dass jedes Kind sofort die Schule wechseln sollte. Gemeinsam mit dem Fachpersonal der Beratungsstellen oder dem Psychologen sowie den Lehrern und Eltern kann dem Kind geholfen werden. Innerschulisch besteht die Möglichkeit, dem Kind mit erweitertem Stoff, anspruchsvollere Aufgaben zu unterbreiten. Der Reiz zu lernen und sich einzubringen, aktiv zu werden sowie Kontextwissen in das normale Klassenziel einzubringen, reicht bereits vielen Kindern aus. Mitunter wird den Schülern angeboten, eine Klassenstufe zu überspringen. Darüber hinaus begegnen Schulen der Lernunlust jener Kinder durch Förderprogramme für Begabte. Im privaten Bereich übernehmen die Eltern eine zentrale Rolle. Es gilt etwas zu finden, in dem sich das Kind intellektuell ausleben kann. Angefangen vom einfachen Schachclub bis hin zu Studientagen außerhalb der Schule zum Beispiel an Kinderuniversitäten oder aber auch einfach durch sportliche Aktivitäten wird ein Ausgleich zur Schule geschaffen.
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Was können Eltern noch tun, wenn das Kind in der Schule unterfordert ist?

Eine Unterforderung ist für die Kinder mindestens genauso schwer zu bewältigen, wie eine Überforderung im Unterricht. Schaffen es Lehrer und Eltern gemeinsam, dem Kind Lernimpulse und nötige Reize zu geben sowie den intellektuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, wird das Kind wieder gern in die Schule gehen.
Text: C. D. / Stand: 15.11.2018

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