Verliebt in den Lehrer - Was nun?

I love you mit Kreide an eine Tafel geschrieben
Verliebt in die Lehrerin - Was nun? - Foto: © Bauer Alex


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was tun, wenn sich Ihre Tochter in den Lehrer oder Ihr Sohn sich in die Lehrerin verliebt hat?

Das Gefühl verliebt zu sein, gehört zu den schönsten Gefühlen überhaupt.

Es kribbelt im Bauch und die Vorfreude, den Liebsten oder die Liebste wiederzusehen, ist riesengroß, auch wenn es nur aus der Ferne ist. Und dann erst das Gefühl, wenn man von der betreffenden Person angesprochen wird... Jeder Teenager kommt irgendwann in diese Situation und lernt sich und seine Gefühle dabei besser kennen. Irgendwann funkt es dann vielleicht sogar - doch was passiert, wenn sich man sich in seinen Lehrer verliebt? Ein Problem, von dem vor allem Schülerinnen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren betroffen sind. Der noch jugendlich wirkende Referendar oder die fürsorgliche Vaterfigur ist nicht selten mit derartigen Situationen konfrontiert, auch wenn die Schülerinnen sich bemühen ihre Gefühle möglichst geheim zu halten. Häufig bringen sie kein Wort heraus, wenn sie vom Lehrer an die Tafel gerufen werden, stottern oder werden rot im Gesicht. Doch die Situation kann nicht nur für die verliebte Schülerin peinlich werden, sondern auch für den Lehrer. Denn auch er ist nicht auf diese Situation vorbereitet. Lehrer, die bemerken, dass ein Schüler bzw. eine Schülerin Gefühle für sie entwickelt hat, sollten die Situation unbedingt ansprechen, am besten an einem unverfänglichen Ort im Beisein eines Kollegen oder einer Kollegin.

Hilfe, ich habe mich in meine Lehrerin verliebt!

Übrigens verlieben sich nicht nur Mädchen in ihre Lehrer, auch Jungen haben hin und wieder Gefühle für ihre Lehrerin, obwohl dies seltener zu sein scheint. Es gibt aber auch den anderen Fall, in dem sich ein Lehrer oder eine Lehrerin in eine Schülerin bzw. einen Schüler verliebt. Besonders problematisch wird es natürlich, wenn es zwischen Lehrer und Schüler funkt, sich die beiden also ineinander verlieben, denn eine solche Beziehung ist verboten. Lehrer, die sich mit ihren Schülern einlassen, droht eine Gefängnisstrafe, wenn ihnen der Missbrauch von Schutzbefohlenen nachgewiesen werden kann.

Tipps für Eltern, deren Kind sich in den Lehrer verliebt hat

Im gewissen Maße ist es völlig normal, wenn Teenager für ihre Lehrer schwärmen. Sie suchen sich häufig unerreichbare Ziele wie Stars oder eben auch Lehrer. Die Ursache für das Verliebtsein in den Lehrer kann auch in der Familiengeschichte begründet sein. So kann sich zum Beispiel der Verlust eines Elternteils auf diese Weise ausdrücken. Teenager suchen sich in solchen Fällen zum Teil bewusst unerreichbare Personen aus, um nicht noch einmal einen schmerzhaften Verlust erleben zu müssen. Treffen sie dann doch einen interessanten Gleichaltrigen, sind die Schwärmereien für den Lehrer meist schnell vergessen. Doch wenn die Schwärmerei für den Lehrer in Liebe umschlägt, kann es zu Problemen kommen.

Kind in den Lehrer verliebt - was tun?
Eltern, die bemerken, dass ihr Kind Gefühle für einen Lehrer entwickelt hat oder von diesem darauf angesprochen werden, sollten behutsam reagieren. Auf keinen Fall sollten sie sich über die Gefühle ihres Kindes lustig machen, das wirkt verletzend und führt zum Rückzug des Teenagers. Besser ist es, behutsam das Gespräch zu suchen. Vorsichtig nachzufragen und dabei abzuwarten, ob sich das Kind nicht vielleicht von selbst öffnet. Viel häufiger als gedacht öffnen sich Kinder im Gespräch, da sie Rat und Hilfe suchen. Eltern können daraufhin vorsichtig argumentieren, dass der Lehrer doch im Privatleben nur ein ganz normaler Erwachsener ist, der eine Beziehung führt, Kinder hat und eigentlich ganz langweilig ist. Auch der Hinweis, dass es Lehrern verboten ist, Beziehungen mit Schülern einzugehen und sie dafür bestraft werden können, kann hilfreich sein.

Es kann auch sinnvoll sein in derartigen Situationen einmal einen genaueren Blick auf den Freundeskreis des Kindes zu werfen. Gibt es überhaupt echte Freunde? Häufig verlieben sich vor allem zurückgezogene Jugendliche in ihre Lehrkräfte. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen gezielt zu fördern. Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind auf die Suche nach einem Hobby gehen - so kann auf ganz natürliche Weise ein neuer Freundeskreis entstehen, der Kontakt zu Gleichaltrigen wird intensiviert und nicht selten wird so abseits der Schule ein nettes Mädchen oder ein netter Junge im gleichen Alter kennengelernt, der bzw. die auf einmal viel interessanter als der Lehrer ist.

Auf gar keinen Fall sollten Eltern das Gespräch mit dem Lehrer suchen und ihn auf die Situation hinweisen, da dies für das Kind extrem peinlich ist und es in extremen Fällen zu Mobbing durch die Mitschüler kommen kann. Eltern, die sich nicht zutrauen, derartige Gespräche mit ihrem Kind zu führen, können Rat bei einem Sozialarbeiter oder der Seelsorge suchen. Häufig ist auch eine Vertrauensperson, wie ein Jugendgruppenleiter, eine nahestehende Tante oder eine andere Person, die ein sehr enges Verhältnis zum Kind hat, der richtige Ansprechpartner.
Text: D. S. (Pädagogin) / Stand: 04.06.2019

Und wie sollten Eltern reagieren, wenn das Kind mit dem ersten Freund nach Hause kommt?

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