Gewalt in der Schule

Text: D. S. (Pädagogin) / Letzte Aktualisierung: 18.06.2019

Zwei Schüler prügeln sich
Gewalt in der Schule - was tun? Prävention ist wichtig! (Foto: © highwaystarz - stock.adobe.com)

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
Eine Pädagogin erklärt wie man der zunehmenden Gewalt an Schulen entgegen wirken kann.

Gewalt an Schulen - Wie verhindern?

Eindeutig definieren lässt sich der Begriff Gewalt nicht. Je nach Situation und Zusammenhang kann diesem Begriff eine ganz unterschiedliche Bedeutung zukommen. Daher lässt sich auch das Thema "Gewalt in der Schule" nur schwer eingrenzen. Neben Körperverletzung, Diebstahl fällt auch das Mobbing in diesen Bereich.

Formen der Gewalt

Die Gewalt an Schulen kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Grundsätzlich wird zwischen psychischer und physischer Gewalt unterschieden. Physische Gewalt äußert sich in der Regel in Schlägereien oder dem Mitführen von Waffen, mit denen Mitschüler bedroht werden. Die Formen der psychischen Gewalt sind vielfältiger und nicht weniger bedrohlich. Häufig an Schulen zu finden sind Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbing, aber auch Erpressung gibt es auf deutschen Schulhöfen. Die Gewalt findet dabei nicht ausschließlich zwischen Schülern statt, wie zunächst angenommen werden könnte, auch Gewalt zwischen Schülern und Lehrer oder schulfremden Personen ist zu beobachten.
Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zum Thema: Mobbing in der Schule

Ursachen für Gewalt in der Schule

Wenn Gewalt in der Schule stattfindet, gibt es in den meisten Fällen keine alleinige Ursache, sondern ein ganzes Ursachengeflecht. Häufig kumulieren sich Faktoren aus dem persönlichen und sozialen Bereich und lösen Gewalttaten aus. Viele Schüler werden gewalttätig, weil sie Probleme im familiären Umfeld haben, sie werden für Fehlverhalten von ihren Eltern mit Gewalt bestraft oder diese wenden untereinander Gewalt an. Eine solche Konstellation kann dazu führen, dass einige Kinder und Jugendliche Gewalt als einen ganz natürlichen Bestandteil des Alltags wahrnehmen und daher auch in ihren eigenen Handlungen gewalttätig reagieren. Auch die Cliquenbildung in der Schule kann dazu beitragen, dass die Hemmschwelle für Gewaltanwendungen sinkt oder gewalttätiges Verhalten gefördert wird. Um zu beweisen, dass man in gut in die Gruppe integriert ist, werden Mitschüler geschlagen, erpresst oder beleidigt. Ähnliche Auswirkungen kann ein Freundeskreis außerhalb der Schule haben, wenn dort kriminelle Jugendliche vertreten sind, die zu einem derartigen Verhalten ermutigen. Aber auch der sozioökonomische Status eines Jugendlichen kann dazu beitragen, dass er gewalttätig wird. In den meisten Fällen treffen mehrere dieser Faktoren aufeinander und verstärken sich gegenseitig, bis es zu einer Gewalttat kommt.

Gewaltprävention an Schulen

Gewalt an Schulen darf nicht geduldet werden! - Deshalb sind Eltern, Lehrer und Mitschüler sind dazu angehalten, gewalttätiges Verhalten zu melden und zu bekämpfen. Um Gewalt zu verhindern, können an Schulen spezielle Programme ins Leben gerufen werden. Ein Schulsozialarbeiter kann auf Schüler zugehen, auch Mediation und Workshops bieten Lösungsansätze. An einigen Schulen hat sich auch die sogenannte Schülerpolizei als wirkungsvolle Präventivmaßnahme erwiesen. Die Schülerpolizei ergänzt die Pausenaufsicht, die in der Regel von Lehrern vorgenommen wird. Häufig reagieren Schüler auf ihre Mitschüler ganz anders und auch der Blickwinkel auf bestimmte Situationen ist ein ganz anderer. Außerdem kann es helfen, Schüler einer Klasser gemeinsame Klassenregel erstellen zu lassen. Diese werden anschließend von jedem Schüler unterschrieben. Dieses Vorgehen hat sich in vielen Fällen als sehr wirksam gegen Gewalt erwiesen, da Schüler eher bereit sind, sich an Regeln zu halten, die sie selbst mitentwickelt haben und die ihnen nicht "von oben" vorgegeben werden. Das Thema Gewaltprävention können Sie auch beim Elternsprechtag oder Elternabend anschneiden.

Die Situation "danach"

Stellt Gewalt in einer Klasse ein zunehmendes Problem dar, muss vonseiten der Schule eingegriffen werden. Spezielle Anti-Aggressionstrainings können ebenso wie Schlichtungsstellen eine Lösung sein. Wichtig ist es aber vor allem, dass Opfer und Täter sich gemeinsam an einen Tisch setzen und gemeinsam nach Lösungsansätzen für die Zukunft gesucht wird. Kann eine Situation auf diesem Wege nicht gelöst werden oder kommt es zu wiederholten Gewalthandlungen eines Schülers oder eine Schülergruppe, kann eine Suspendierung vom Unterricht oder ein Schulverweis die Situation bereinigen. Ist es an einer Schule zu einer größeren Gewalttat gekommen, zum Beispiel zu einer Massenschlägerei oder zu einem Amoklauf, ist es wichtig, dass die Situation aufgearbeitet wird. Die Hilfe von Schulpsychologen und Schulsozialarbeitern ist in diesem Fall gefragt. Nicht nur in den Tagen unmittelbar nach der Tat, sondern über einen deutlich längeren Zeitraum hinweg.
Nicht nur in der Schule auch im Kindergarten kommt es zu Gewalt.
Lesen Sie auch: Wie umgehen mit Kinderkummer?
Text: D. S. (Pädagogin)

Schulprobleme:

Schule:

[ Zum Seitenanfang ]