Schlechte Noten in der Schule

Mädchen hat schlechte Noten
Schlechte Noten in der Schule - Was tun?
Foto: © Benjamin Thorn


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Gründe für schlechte Noten

Schlechte Noten in der Schule sind für viele Familien ein schwieriges Thema. Dabei ist die Definition schlechter Noten bereits häufig ein Problem, denn während in manchen Familien nur die Noten 5 und 6 als schlecht angesehen werden, bricht andernorts bereits bei einer 3 leichte Panik aus.

In der Regel gibt es schlechte Noten dann, wenn der Unterrichtsstoff nicht ausreichend beherrscht wird. Daher gilt es, die Ursachen dafür zu ergründen. Häufig kommen Faulheit oder Desinteresse als Gründe in Frage, aber auch mangelnde Intelligenz oder Lernstörungen können die Ursache für schlechte Noten sein. In einigen Fällen sind die Gründe aber auch im sozialen Umfeld zu suchen - gibt es psychische Probleme, haben sich die Eltern getrennt oder ist eine Vertrauensperson verstorben? Auch ein Umzug mit einem einhergehenden Schulwechsel kann schlechte Noten verursachen. Ebenso der Übergang auf eine weiterführende Schule kann zu schlechten Noten führen. Dies kann zum einen an einer grundsätzlichen Überforderung liegen oder aber an einer noch nicht erfolgten Umstellung in Hinblick auf das Lernen. In der Grundschule müssen die meisten Kinder noch nicht sonderlich viel lernen, um gut in der Schule zu sein. Nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule sieht dies häufig anders aus. Die Leistungsanforderungen steigen und damit auch die Notwendigkeit zu lernen. Einige Kinder müssen dies erst lernen und kommen besser mit der Situation zurecht, wenn sie dabei von ihren Eltern unterstützt werden. Häufig kommt es während der Pubertät zu schlechten Noten in der Schule. Jugendliche haben in dieser Phase oft andere Dinge, auf die sie sich konzentrieren, da bleibt der Unterricht auf der Strecke. Handelt es sich hier um eine vorübergehende Phase von einigen Wochen, kann von Elternseite aus getrost darüber hinweggesehen werden, hält diese Phase jedoch länger an, kommt es gar zum Schwänzen des Unterrichts, besteht Handlungsbedarf. Generell sollten schlechte Noten nicht leichtfertig abgetan werden, denn wenn ein Kind dauerhaft schlechte Zensuren bekommt, fängt es an, an sich selbst zu zweifeln und kann dadurch im schlimmsten Fall zu einem Schulverweigerer werden. Ist eine schlechte Note kein Einzelfall, sollten Eltern und Lehrer diese nicht ignorieren, sondern Hilfestellungen anbieten.

Tipps was man gegen schlechte Noten tun kann

Zunächst einmal müssen Eltern sich überlegen, wo gute Noten aufhören und schlechte Noten anfangen. Naturgemäß sind viele Schüler in der Grundschule sehr gut und bringen viele Einsen und Zweien mit nach Hause. Kann das auf dem Gymnasium so weitergehen? Realistisch betrachtet können diese Leistungen nur sehr wenige Schüler erbringen, daher ist es nicht weiter schlimm, wenn ein Kind sich im Bereich der Note 3 einpendelt. Auch wenn in nur einem Fach, wie zum Beispiel Mathematik oder Französisch Probleme bestehen, ist das kein Grund zur Panik. Helfen Sie Ihrem Kind bei den Hausaufgaben, lernen Sie zusammen und melden Sie es bei Bedarf zum Nachhilfeunterricht an. In der Regel sind die Probleme auf diese Weise in den Griff zu bekommen. Sicherlich wird Ihr Kind auch in Zukunft nicht zu einem Genie in diesem Fach, aber die Zeit der Fünfen und Sechsen sollte damit vorbei sein.

Wie können Eltern helfen?

Häufen sich jedoch die schlechten Noten, muss darüber nachgedacht werden, welche Gründe es geben kann.

Dabei ist es besonders wichtig, das Kind nicht ständig mit Vorwürfen zu überhäufen. Durch wiederholte Misserfolge wachsen die Selbstzweifel ihres Kindes und Sie sollten versuchen, diesen entgegenzuwirken, indem Sie Ihr Kind motivieren, anstatt ihm Vorwürfe zu machen. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, woher die Probleme in der Schule kommen. Gibt es Probleme mit einem Lehrer? Streit mit den Mitschülern oder andere Dinge, die Ihr Kind belasten? Sprechen Sie ruhig an, wenn Sie merken, dass Ihr Kind in letzter Zeit nicht mehr lernt, sondern lieber mit Freunden unterwegs ist. Vereinbaren Sie Regelungen, wie Hausaufgaben und Freundeskreis unter einen Hut zu bringen sind. Zeigen Sie Verständnis und geben Sie ruhig zu, dass auch Sie mal eine Fünf in Mathematik hatten. Wichtig ist auch, dass Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Lernen Sie gemeinsam und fördern Sie gezielt Interessen Ihres Kindes. Auch ein Gespräch mit dem Klassenlehrer oder dem entsprechenden Fachlehrer kann Aufschluss geben, warum Ihr Kind schlechte Noten bekommt. Nutzen Sie dazu den nächsten Elternsprechtag oder vereinbaren Sie einen gesonderten Gesprächstermin.

Bleibt es dennoch bei den schlechten Zensuren, sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind über einen Schulwechsel nachdenken. In einigen Fällen kann der Wechsel des schulischen Umfeldes wahre Wunder bewirken. Diese Maßnahme kann sinnvoll sein, wenn Ihr Kind mit den Anforderungen der Schule überfordert ist, aber auch, wenn es notwendig ist, Abstand vom aktuellen Freundeskreis zu gewinnen. Ehe Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie aber den Kontakt zu Ihrem Kind und einem Beratungslehrer suchen. Denn nur wenn auch Ihr Kind die Entscheidung mitträgt, kann es auf Dauer zu einer Verbesserung der schulischen Leistung kommen.
Text: D. S. (Pädagogin) / Stand: 12.02.2019

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