Cliquenbildung in der Schule

Cool sein in der Clique

In einer Klassengemeinschaft finden sich Mädchen und Jungen des gleichen Alters zusammen.

Jeder hat dabei einen ganz eigenen Charakter und unterschiedliche Interessen, in einigen Bereichen gibt es dabei Berührungspunkte. Je nachdem wie ausgeprägt die Berührungspunkte sind, können sich innerhalb einer Klasse verschiedene Gruppen bilden. Diese können für Außenstehende an Äußerlichkeiten, wie der Kleidung oder der Frisur zu erkennen sein, einige Gruppen zeigen aber auch keinerlei äußerliche Gemeinsamkeiten. Eine Gruppe kann sich über gleiche Interessen im Bereich Musik oder Sport definieren, aber auch über gemeinsam Essgewohnheiten, religiöse oder politische Ansichten, um nur einige Beispiele zu nennen. So lange diese Gruppen sich innerhalb der Klassengemeinschaft nicht absondern, sondern weiterhin mit den anderen Schülern interagieren, ist dies ein völlig normaler Vorgang, der keinen Anlass zur Besorgnis gibt. Anders sieht es aus, wenn sich aus diesen Gruppen heraus Cliquen bilden. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich klar vom Rest der Klasse abgrenzen und nach und nach zu einer Spaltung der Klasse in konkurrierende Cliquen beitragen können. Schreitet dieser Prozess fort und die Cliquenbildung in der Schule nimmt extreme Formen an, können einige Schüler sehr darunter leiden, indem sie ausgegrenzt werden. Das kristallisiert sich oft auf Klassenfahrten heraus.

Persönlichkeitsverfälschung und Cliquenbildung

Es ist nicht immer leicht, sich selbst treu zu bleiben. Was Erwachsene längst wissen, erfahren Schülerinnen und Schüler meist im Laufe ihres Schullebens. Um zu einer Gruppe oder Clique zu gehören, werden eigene Interessen und Vorlieben aufgegeben oder verändert. In einem gewissen Umfang handelt es sich dabei um einen ganz normalen Prozess. Neue Dinge werden ausprobiert und für interessant oder uninteressant befunden, manchmal wird die Meinungsbildung von der besten Freundin oder einem Kumpel beeinflusst, manchmal setzt sich die eigene Meinung durch. Doch wenn es in einer Klasse zur Bildung verschiedener Cliquen kommt, ist das Entfalten einer eigenen Persönlichkeit auf einmal nicht mehr gefragt. Es zählt nur noch die Meinung der Clique und nichts anderes. Schüler, die Angst davor haben, zum Außenseiter zu werden, geben dafür eigene Interessen auf und interessieren sich plötzlich für Dinge, die von der Clique vorgegeben werden. Auf diese Weise kann es zu einer extremen Persönlichkeitsverfälschung kommen, nur um nicht am Rand der Clique zu stehen. Besonders schwierig ist es für Schüler, die nicht bereit sind, ihre eigene Meinung aufzugeben, zu ihrer Persönlichkeit stehen oder die aufgrund irgendwelcher Merkmale, zum Beispiel Übergewicht oder Pickel, aus der Clique ausgegrenzt werden. Diese Schüler werden meist als Außenseiter bezeichnet und haben es im Schulalltag nicht leicht. Häufig werden sie Opfer der Cliquenbildung: Sie gehören nicht zur Clique und werden von dieser gehänselt. Viele Außenseiter versuchen daher, ihre Persönlichkeit von Grund auf zu ändern, um anerkannt zu werden. In einem solchen Fall hat die Cliquenbildung in der Schulklasse zu einer extremen Persönlichkeitsverfälschung geführt. Eltern und Lehrer, die ein solches Verhalten erkennen, sind dringend angehalten zu handeln. Gespräche und Verhaltensübungen können dazu beitragen, den Konflikt zu lösen. Lässt sich keine Besserung erkennen, kann es für betroffene Schüler von Vorteil sein, über einen Klassen- oder Schulwechsel nachzudenken.

In vielen Cliquen ist das wichtig:

Was können Eltern gegen die Cliquenbildung in der Schule tun?

Erkennen Sie in der Klasse Ihres Kindes eine Cliquenbildung, die für Probleme im Schulalltag sorgt und einzelne Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung behindert, ist es Zeit einzugreifen. Sprechen Sie den Klassenlehrer an und weisen Sie ihn auf das Problem hin. Vermutlich ist es ihm bereits bekannt, doch durch die Unterstützung der Eltern fühlt sich auch der Lehrer in seinem Handeln bestärkt. Er hat die Möglichkeit, einen Elternabend einzuberufen, bei dem allen Eltern das Problem vorgestellt wird. Auch ein Schülergespräch kann angeregt werden. Doch wenn die Cliquenbildung bereits fortgeschritten ist, ist mit einem Gespräch häufig nicht mehr viel auszurichten. In diesem Fall können sozialpädagogische Maßnahmen helfen. In vielen Schulen werden bereits Sozialpädagogen oder Sozialarbeiter beschäftigt, sonst hat in vielen Fällen auch der Vertrauenslehrer über Fortbildungen entsprechende Kompetenzen gewonnen und kann eingreifen. Sogenannte Teambuilding-Maßnahmen, wie sie auch in Firmen eingesetzt werden, können auch in einer Klasse greifen. Wenn die Schüler erfahren und verstehen, dass sie einander brauchen, dass jedes Mitglied der Klasse wichtig ist und die Klasse durch seine Persönlichkeit bereichert, können die Auswirkungen einer Cliquenbildung auch in der Schule deutlich reduziert werden.
Text: D. S. (Pädagogin) / Stand: 18.05.2019

Bei Problemen in der Schule beraten Anwälte für Schulrecht Sie gern.

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