Wenn Teenager-Mädchen schmollen

Mädchen sitzt auf dem Boden und schmollt
Was tun, wenn Teenager schmollen? - Foto: © BestForYou



Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Schmollende Teenager

Als wären sie von einem anderen Planeten! Teenager-Mädchen. Eben waren sie noch so liebe süße Engel, und plötzlich schlägt die Pubertät ohne Gnade zu. Nur ein falsches Wort der Eltern aus Sicht des Teenies und schon knallt die Zimmertür und das eigene Kind redet stundenlang oder sogar einige Tage kein Wort mehr mit ihnen.
Seufzend und nickend stimmen nahezu alle Eltern von Töchtern im Teenager-Alter ihren Leidensgenossen zu: Diese Zeit ist sehr anstrengend, die Mädchen ticken von jetzt auf nachher plötzlich anders. Dass Kinder schmollen, wenn sie nicht ihren Willen bekommen, kennen alle Väter und Mütter. Über die Intensität und Ausdauer während der Pubertät staunen selbst erfahrene Eltern immer wieder.
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Schmollen - Eine mächtige Waffe

Auf dem Weg ins Erwachsenenleben ist das ewige eingeschnappt sein eine normale Reaktion für Teenager-Mädchen. Das Schweigen ist eine mächtige Waffe und die Töchter wissen um ihre Wirkung. Für sie ist es eine effektive Methode, ihren Standpunkt klar zu machen und auch eine von wenigen Möglichkeiten, den ihrer Ansicht nach klammernden Fängen der Eltern zu entgehen. Sind sie doch sonst in so vielen Dingen abhängig von ihrer Mutter und dem Vater, sei es bei den Themen wie Kleidung, Nahrung oder auch beim Taschengeld und der Schule.

Während die Teenies in der Pubertät also zu sich selbst finden, wird die Eltern-Kind-Beziehung auf eine harte Geduldsprobe gestellt und muss so einiges aushalten. Doch gerade dieser Abnabelungsprozess ist ein wichtiger Entwicklungsschritt der Kinder. Und als Eltern ist man ungewollt in der Position, wieder in eine Vorbild-Funktion zu treten. Wie löse ich schwierige Probleme, wie gehe ich mit Kritik um, wie finde ich Lösungswege? Bin ich kompromissbereit?

Was tun?

Eltern sollten bei schmollenden Mädchen natürlich immer das Gespräch suchen. Was natürlich leichter klingt, als es getan ist. Möchte die Tochter nicht reden, hilft auch kein einseitiges Predigen. Dennoch sollte immer die Offenheit zum Gespräch signalisiert werden, denn nur so können Probleme gelöst werden. Wie auch die Kinder müssen deren Eltern lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Immer wieder berichten Eltern mit Teenie-Erfahrungen: das darf man nicht persönlich nehmen, die Kinder meinen es gar nicht so! Doch das fällt schwer. Am besten denken betroffene Mütter und Väter an ihre Teenie-Zeit zurück und rufen sich ein paar dieser unklaren und verwirrenden Gefühle wieder in Erinnerung. Das nützt sicher ein wenig.

Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen hilft es oft, die Mädchen in Ruhe zu lassen. Meist finden sie von ganz allein den Weg zurück zu den Eltern und suchen das Gespräch. Der Streitpunkt für die meisten Teenager sind die Regeln und damit verbundenen Einschränkungen ihres Lebens. Eltern, die nicht gesprächsbereit sind und mit starren Ansichten mehr predigen als zu kommunizieren, verschenken die Chance den Kindern ihre Perspektive zu erklären. Zum Beispiel: Wenn du nicht sagst wohin du gehst, habe ich keine Chance dir zu helfen, wenn etwas passiert. Ich mache mir dann Sorgen, dabei geht es mir nicht gut. Mit einem Vorwurf: Du sagst ja nie wohin du gehst! kommt das Gespräch nicht voran und die Situation bleibt festgefahren. Oft hilft es auch, wenn Eltern etwas länger darüber nachdenken, ob die Grenzen, die sie setzen, dem Alter angemessen sind, oder wirklich zu streng ausgelegt werden.

Dennoch sollten gerade Teenager-Mädchen nicht alles selbst entscheiden dürfen und ohne Grenzen und Regeln ihr Erwachsenwerden durchleben. Klare Regeln sind auch während der Schmoll-Phase angebracht und sollten eingefordert werden. Etwa: wir essen gemeinsam oder zuerst die Hausaufgaben dann die Freizeit usw. Eltern die ihren Teenie-Töchtern alles erlauben, um Ärger aus dem Weg zu gehen, sind nicht unbedingt tolerant, sondern vielmehr bequem und tun ihren Töchtern damit keinen Gefallen. Also hilft es oft, den Kindern Grenzen zu setzen, aber diese nicht zu eng zu stecken, damit sich die Mädchen zu selbstständigen verantwortungsvollen Erwachsenen entwickeln können.

Den jungen Frauen in ihrem Zicken-Terror nachwievor mit Liebe zu begegnen und ein offenes Ohr für sie zu haben, auch wenn die Ansichten noch so überzogen, naiv und infantil sein sollten, ist die Kunst aller Eltern. Ziel ist es die eigene Tür offen zu halten, selbst wenn das Kind seine Tür verschließt. Auch wenn es schwer ist in dieser Phase der Entwicklung einer Tochter die Ruhe in Person zu bleiben, ist es doch tröstlich, dass es sich um einen begrenzten Zeitraum handelt, bis sich die Teenie-Mädchen wieder zu normalen Menschen wandeln und dass nahezu alle Eltern von Töchtern durch diese schwere Zeit müssen.
Text: C. D. / Stand: 18.01.2020

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