Wie Kinder bestrafen, die sich nicht an Regeln halten?

Mutter schimpft mit ihrem Sohn
Sollte man Kinder bestrafen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten? - Foto: © chamillew


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Wenn Kinder sich nicht an Regeln halten

Kinder brauchen Regeln - ganz klar. Sie geben ihnen Halt und Orientierung und sind somit eine wichtige Hilfe in ihrem Leben.

So sehen das die Wissenschaftler, die Erzieher und die Eltern. Den Kindern selbst ist diese Tatsache meist nicht bewusst. Sie empfinden die ihnen auferlegten Regeln häufig als Einschränkungen und setzen sich nicht selten - bewusst oder unbewusst - darüber hinweg.

Darum sind Regeln für Kinder wichtig

Klare Absprachen sind notwendig

In jeder Familie herrschen andere Regeln. Dabei sind einige davon eng an die jeweiligen Wertvorstellungen geknüpft. (Du sollst nicht stehlen! Wir bleiben bei Tisch sitzen bis alle fertig sind!) Manche Regeln stellen die Eltern allein auf und manche werden mit den Kindern zusammen ausgehandelt. Das ist natürlich auch eine Frage des Alters der Kinder. Mit einem Schulkind lässt sich ja ganz anders verhandeln als mit einem Kind, welches noch in den Kindergarten geht. Doch egal wie alt der Nachwuchs ist: klare Absprachen sind notwendig, damit die Kids auch verstehen, was von ihnen verlangt wird und was im Falle eines Regelverstoßes passiert. Eine Regel, welche nicht deutlich und klar umrissen formuliert wird, lässt dem Kind viel zu viel Spielraum. Und natürlich wird dieser Spielraum dann zum geschickten Diskutieren und Verhandeln genutzt.

Logische Konsequenzen statt Bestrafung

Früher wurde der Nachwuchs meist bestraft, wenn er eine Regel gebrochen hat. Heute weiß man, dass sich das Verhalten der Kinder viel eher zum positiven ändert, wenn sie die logischen Konsequenzen ihres Handels spüren. Sie meinen, das ist am Ende doch das Selbe? Nun, schauen wir uns doch einmal folgendes Beispiel an: Der 6-jährige Lukas weiß genau, dass die Familie am Sonntag immer zusammen das Mittagessen einnimmt. Diese Regel ist klar formuliert und Lukas kennt sie genau. Nach zweimaligem Rufen seiner Muter ist er immer noch nicht am Tisch erschienen. Erst nachdem die Familie schon fast mit der Mahlzeit fertig ist, kommt Lukas ins Esszimmer und verlangt seine Portion Lasagne. Ganz klar: Lukas hat die aufgestellte Regel gebrochen. Als logische Konsequenz bekommt der kleine Mann nun kein Mittagessen, da er ja nicht pünktlich zu Tisch erschienen ist. Sicher wird er Hunger haben (doch keine Sorge, das wird er schon aushalten). Würde die Mutter Lukas bestrafen, so könnte sie ihm für die nächsten zwei Tage Fernsehverbot erteilen. Doch erstens würde Lukas am Abend, wenn er seine Kinderserie anschauen möchte, das Verbot wohl kaum noch mit dem verpassten Mittagessen in Verbindung bringen und zweitens ist es sehr unwahrscheinlich, dass er aus der ganzen Situation etwas lernen wird. Logische Konsequenzen sind immer die erste Wahl, wenn der Nachwuchs eine Regel nicht einhält. Doch manchmal findet sich trotz langen Nachdenkens keine solche logische Folge. Dann kommen Eltern um eine Strafe nicht herum.

Bestrafen ja, Schläge nein

Kommt keine logische Konsequenz in Frage, dann müssen Eltern zu einer Strafe greifen. Diese sollte aber auf keinen Fall auf körperlicher Ebene erfolgen - Schläge und Ohrfeigen sind absolut tabu. Auch das Ignorieren des Kindes, indem man nicht mehr mit ihm spricht oder es in sonstiger Weise "links liegen lässt", ist ungeeignet. Machen Sie Ihrem Nachwuchs klar, dass sein Verhalten und seine Person selbst zwei völlig verschiedene Dinge sind. Sie könnten zum Beispiel sagen: "Du, ich hab dich lieb. Aber so wie du dich heute verhalten hast, das kann ich einfach nicht dulden!" Und dann bestimmen Sie die Strafe (keine Computerspiele für die nächsten zwei Tage, Fernsehverbot, die Freundin darf morgen nicht zu Besuch kommen...) Doch wie gesagt: überlegen Sie vorher genau, ob das Nichteinhalten der Regel nicht doch eine logische Konsequenz zur Folge haben kann, denn diese Methode ist eindeutig der bessere Weg in der Kindererziehung.

Regeln dem Alter entsprechend anpassen

Kinder rebellieren gegen aufgestellte Regeln. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Manchmal jedoch sollte ihr Auflehnen uns Eltern auch zum Nachdenken anregen. Unsere Kinder werden älter und entwickeln sich ständig weiter. Manche Regeln werden immer gültig bleiben, doch viele müssen im Laufe der Zeit auch angepasst werden. Der Nachwuchs braucht mehr Freiraum, verändert sein Freizeitverhalten und hat insgesamt andere Bedürfnisse. In einem gemeinsamen Gespräch können diese herausgefunden und die Regeln dann gegebenenfalls angepasst werden.
Text: K. L. / Stand: 20.05.2019

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