Teenagerschwangerschaft

Wenn Teenies schwanger werden - was bedeutet das für ihre Schulbildung?

Mit dem Babybauch in die Schule - diese Vorstellung ist für fast alle jungen Mädchen und ihre Eltern eine Horror-Vorstellung.

Mit 12, 14 oder 17 Jahren ist der Schwangerschaftstest plötzlich positiv. Für die meisten Teenies gleicht dieses Szenario einer Katastrophe. Ängste stürzen vor allem auf die jungen Mädchen ein - Gedanken wie "Soll ich abtreiben oder nicht?", "Wie sieht meine Zukunft aus?" oder "Wie sage ich es meinen Eltern?" sind typisch. Die Entscheidungen, die nach dem Ergebnis des Schwangerschaftstests auf sie zukommen, sind auf den ersten Blick gar nicht zu überschauen. Für Eltern, die von ihren Kindern ins Vertrauen gezogen werden, bedeutet die Situation selbstverständlich ebenfalls eine große Belastung. Dennoch ist es äußerst wichtig, ruhig zu bleiben und zusammen mit dem Kind zu überlegen, wie es weitergehen kann. Natürlich ist es nicht einfach, das eigene Kind mit Vorwürfen zu überhäufen, aber wirklich helfen kann dieses Vorgehen nicht. Auf diese Weise bestätigen Sie allenfalls die Ängste Ihres Kindes und treiben es gar zu unüberlegten Entscheidungen, wie einer Abtreibung, das Abgeben des Säuglings in einer Babyklappe oder im schlimmsten Fall sogar zur Tötung des Babys.
Ungewollte Schwangerschaft - Was nun?

Teenagerschwangerschaft - Wie damit umgehen?

Ein Baby bedeutet nicht nur für einen Teenager eine völlig neue Herausforderung und eine vollkommene Umstellung des gewohnten Lebens.

Es ist daher von großer Wichtigkeit, dass Teenie-Eltern viel Unterstützung und Zuwendung erhalten. Zunächst sollte ein Arzt aufgesucht werden und eine gründliche Untersuchung des Mädchens vorgenommen werden, um den Fortschritt der Schwangerschaft zu ermitteln und eventuelle Erkrankungen und Risiken zu erkennen bzw. auszuschließen. Anschließend geht es darum, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob das Kind ausgetragen werden soll oder ob eine Abtreibung infrage kommt. Eine Entscheidung, die nicht leicht ist und zu der keine werdende Mutter gedrängt werden sollte - egal in welche Richtung. Wird das Kind ausgetragen, muss geklärt werden, wie es weitergeht. Ohne Hilfe, ist es für Teenager kaum möglich, ein Kind aufzuziehen. Daher ist es wichtig zu klären, ob die Eltern bereit sind, die Rolle als junge Großeltern anzunehmen und bei der Kinderbetreuung zu helfen, damit die Schule oder die Ausbildung abgeschlossen werden kann. Ist dies nicht der Fall, gibt es Wohnheime, zum Beispiel von kirchlichen oder sozialen Einrichtungen, in die junge Mütter mit ihrem Baby einziehen können.

Auch die Schule sollte informiert werden

Von großer Bedeutung ist auch ein Gespräch mit der Schule. Soll die Schule während der Schwangerschaft fortgesetzt oder unterbrochen werden? Und wie sieht es anschließend aus, ist die Schulpflicht bereits erfüllt? Aber auch wenn letzteres der Fall ist, muss die schulische Ausbildung mit der Schwangerschaft nicht automatisch beendet sein, das Anstreben eines höheren Bildungsabschlusses ist auf jeden Fall sinnvoll, zum Teil aber mit der Doppelbelastung als Mutter und Schülerin sehr schwierig. Die Schulpflicht bleibt in jedem Fall bestehen, es greifen aber Regelungen zum Mutterschutz. Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Geburt muss die junge Mutter die Schulbank nicht drücken. Für viele Schulen ist die Situation nicht ganz neu, immer wieder kommt es vor, dass Teenies schwanger werden. Daher haben viele Schulen Verständnis für die Situation und gemeinsam mit den Lehrern oder einem Sozialarbeiter kann nach einer geeigneten Lösung für die Fortsetzung der Schullaufbahn gesucht werden. Es ist auch kein Drama, wenn ein Schuljahr wiederholt werden muss. Die Noten werden in diesem Fall sogar häufig besser, womit sich auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Wenn Teenies schwanger werden - brauchen sie Hilfe

Generell ist es aber so, dass es eine gehörige Portion Organisationstalent und Willenskraft erfordert, um als Teeniemutter den Schulalltag zu bewältigen. Ohne Hilfe von Eltern, Großeltern und Hilfsorganisationen ist dies kaum möglich. Denn nicht nur die Zeit der Geburt ist schwierig, sondern auch die Zeit danach. Das Kind wird krank, bekommt die ersten Zähne usw. In einigen Fällen können sich Teeniemütter krankschreiben lassen, um sich um ihr Kind zu kümmern, doch darf auch nicht zu viel Unterricht versäumt werden. Es ist zu empfehlen sich mit der Krankenversicherung in Verbindung zu setzen, in vielen Fällen zahlt die Krankenkasse für eine Haushaltshilfe, die der jungen Mutter unter die Arme greift.

Trotz aller Hilfsangebote sind die Lebensbedingungen für minderjährige Eltern stark erschwert. Es erfordert enorme Willenskraft und Disziplin, um mit der Situation zurechtzukommen. Viele junge Mütter verlassen die Schule ohne Schulabschluss, weil sie der Belastung nicht gewachsen sind. Aber auch in diesem Fall muss die Schulbildung nicht für immer aufgegeben werden. Einige junge Mütter kommen nach ein paar Jahren etwas zur Ruhe und sind darum bemüht, ihren Schulabschluss nachzuholen oder eine Ausbildung zu beginnen, sobald ihr Kind in den Kindergarten oder die Grundschule geht. Der zweite Bildungsweg mit seinen vielfältigen Angeboten bietet hier viele Chancen.
Text: D. S. / Stand: 29.11.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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