Frauenarzt erster Besuch - keine Panik

Mädchen meldet sich für den ersten Frauenarztbesuch an
Schon bei der Anmeldung kann man wichtige Fragen zum
ersten Frauenarztbesuch klären - Foto: © Christoph Hähnel


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Irgendwann kommt jede junge Frau an den Punkt, einen Frauenarzt aufzusuchen. Der erste Besuch in der Sprechstunde ist für viele Mädchen sehr aufregend. Sie sind unsicher. Das ist völlig in Ordnung. Mädchen die behaupten, sie wären nicht aufgeregt gewesen, lügen schlicht weg. Denn eine Menge Fragen gehen einem vor dem ersten Gang zum Gynäkologen durch den Kopf: Was passiert da? Muss ich mich auf die Untersuchung vorbereiten? Und vieles mehr.

Der erste Besuch beim Gynäkologen

Die meisten Mädchen finden zum ersten Mal den Weg zum Frauenarzt, wenn sie 14 oder 15 Jahre alt sind. Sei es nun, weil in diesem Alter häufig Probleme und Beschwerden bei der Menstruation auftreten, oder sie einfach nur Fragen zur Verhütung haben. Das Alter spielt jedoch nicht wirklich eine Rolle. Sobald ein Mädchen Fragen oder Probleme hat, ist der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner. Den passenden Arzt finden viele Mädchen durch Empfehlungen von Freundinnen. Oder sie greifen auf die Erfahrungen der Mutter oder Tante zurück. Möchte ich lieber von einer Frau oder einem Mann untersucht werden? Oder ist es mir einfach nur egal. Das ist eine der ersten Fragen, die die Teenager beschäftigen. Immer mehr Praxen haben eine direkte Teenagersprechstunde eingeführt. Gern wird das Angebot von den jungen Frauen angenommen und unliebsame Begegnungen mit der Nachbarin oder der Bekannten der Mutter im Wartezimmer bleiben aus.

Erfahren die Eltern etwas vom ersten Besuch beim Gynäkologen?

Ist man unter 14 Jahren, muss der Arzt bei eventuellen Behandlungen die Eltern informieren und in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen. Bis 16 steht es dem Frauenarzt frei, die Eltern in Kenntnis zu setzen, wenn er es für richtig hält. Ab dem 16. Geburtstag unterliegt der Arzt der Schweigepflicht und darf niemandem Auskunft über den Praxisbesuch geben. Unter 18 entfällt für die Jugendlichen auch die Praxisgebühr. Bei Privatversicherten erfahren es die Eltern über die Rechnung des Arztes auf jeden Fall.

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Was genau passiert beim ersten Frauenarztbesuch?

Vorbereitungen für die Untersuchung braucht es kaum. Man wäscht sich ganz normal, wie sonst auch. Der Untersuchungstermin soll so liegen, dass nicht gerade die Menstruation stattfindet. Führt man einen Regelkalender, wird der Arzt dies gern für seine Akte notieren. Ansonsten hilft legere lockere Kleidung, sich besser zu entspannen. Die Versichertenkarte braucht der Arzt, um die Untersuchung bei der Krankenkasse abrechnen zu können. Es steht jedem völlig frei, die Freundin oder den Freund, die Mutter oder wem man sonst vertraut, in die Praxis mitzubringen.
Nach der Begrüßung wird der Arzt erst einmal ein lockeres Gespräch führen und dabei einige wichtige Dinge erfragen. Wie zum Beispiel:

  • Gibt es Beschwerden?
  • Wann war die allererste Regelblutung?
  • Wann war der erste Tag der letzten Regelblutung?
  • Wie regelmäßig ist der Zyklus der Menstruation?
  • Nimmt man Medikamente?
  • Ist man Raucher?
  • Gab es schon Operationen oder Behandlungen an der Brust oder dem Unterbauch?
  • Gab es bereits sexuellen Verkehr?
  • Wenn ja: Wie wurde verhütet?
  • Gibt es in der Familie schwere Erkrankungen, wenn ja: welche?
  • Welche Impfungen wurden bisher verabreicht?
Ist dies geklärt, kann man dem Arzt seine Fragen stellen. Niemand sollte sich genieren, alles in Erfahrung zu bringen, was einen bewegt. Der Arzt wird gern und offen Auskunft geben und Infomaterial sowie Tipps weitergeben. Danach folgt die Untersuchung. Vor ihr haben die meisten Mädchen Angst. Wohl weniger wegen der Untersuchung selbst, als vielmehr vor dem Unbekannten.
Zunächst muss man sich in einer Umkleidekabine unten herum frei machen. Dann bittet der Arzt einen auf den Untersuchungsstuhl. Dieser sieht nicht unbedingt einladend aus, aber ist gar nicht so unbequem. Ein guter Arzt erklärt genau jeden Schritt der Untersuchung. In der Regel unterstützt ihn eine Schwester und reicht die nötigen Hilfsmittel. Der Arzt kontrolliert anfangs nur äußerlich auf Hautirritationen und Ähnliches. Danach tastet er die Eierstöcke und den Muttermund ab und nimmt einen Abstrich vom Gebärmutterhals mit einem Wattestäbchen, der später im Labor auf Hinweise für Gebärmutterhalskrebs untersucht wird. Der Abstrich erfolgt nur, wenn die junge Frau bereits Geschlechtsverkehr hatte. Die Untersuchung dauert nur ein bis drei Minuten, sie ist vollkommen schmerzfrei und sie ist in jungen Jahren auch nur zwei Mal jährlich nötig.

Hat man selbst keine Fragen mehr und alle Infos sowie eventuelle Rezepte erhalten, war's das dann auch schon mit dem ersten Besuch beim Frauenarzt. Die meisten jungen Frauen vertrauen sehr schnell ihrem Arzt und können offen reden. Der nächste Frauenarztbesuch läuft dann viel lockerer ab und irgendwann wird er zur Routine werden.
Text: C. D. / Stand: 15.11.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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