Panikattacken

Frau hat eine Panikattacke
Was tun, wenn Panikattacken kommen? - Foto: © pathdoc

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Panikstörung - Die Angst aus heiterem Himmel

Frau Meyer, 36 Jahre, von Beruf Kauffrau im Einzelhandel, unternimmt gemeinsam mit ihrer kleinen Familie am Samstag einen gemütlichen Bummel durch die Innenstadt.

Da es sehr warm ist, möchten sie sich im Eiscafe einen leckeren Eisbecher gönnen. Die letzte Zeit war sehr stressig und daher genießen alle die gemeinsamen Stunden. Doch kurz nach dem die Bestellung aufgegeben ist, überfällt Frau Meyer plötzlich ein heftiger Schwindel. Ihre Hände werden feucht, sie hat das Gefühl, nicht mehr durchatmen zu können und ihr Herz rast, als wäre sie gerade 10 km gelaufen. Hinzu kommt ein Kribbeln in den Händen und Armen und die Angst, an Ort und Stelle in Ohnmacht zu fallen. Ihr Mann ruft den Notarzt, welcher Frau Meyer mit in die Klinik nimmt. Nach eingehender Untersuchung können organische Ursachen für ihre Symptome ausgeschlossen werden. Mit der Diagnose Panikattacken verlässt Frau Meyer am nächsten Tag das Krankenhaus.

Die Angst schaukelt sich hoch

Panikattacken sind weit verbreitet und überfallen die Betroffenen meist aus dem Nichts. Sie sind einem Prozess des Aufschaukelns unterworfen - der wie folgt abläuft:

  • Auftreten von körperlichen Veränderungen, wie beispielsweise beschleunigter Herzschlag, Schwindel oder Übelkeit
  • Fokus wird auf diese Veränderungen gelegt. Intensiv werden die auftretenden Symptome beobachtet und genau hingeschaut, wie diese sich entwickeln.
  • Bewertung der körperlichen Veränderungen. "Oh mein Gott, ich bekomme einen Herzinfarkt!"; "Hilfe, ich habe bestimmt einen Gehirntumor!"; "Ob das jetzt die ersten Anzeichen für einen Schlaganfall sind?"
  • Die Angst vergrößert sich. Werden körperliche Veränderungen mit sorgenvollen Gedanken kombiniert, so verstärkt sich die Angst weiter. Daraus resultiert die Verschlimmerung der körperlichen Symptome.
  • Verschlimmerte körperliche Symptome verstärken wiederum die Angst. Angstvolle Gedanken schwellen weiter an, bis die Situation schließlich in einer Panikattacke gipfelt.

Bei einer Panikattacke können folgende Symptome auftreten:

  • Herzrasen, Herzstolpern
  • Schwindel, Gefühl als ob der Boden schwankt, gehen wie auf Watte
  • Zittern
  • Kribbeln in den Gliedmaßen
  • Mundtrockenheit
  • Schweißausbrüche
  • Atembeschwerden, Gefühl nicht durchatmen zu können
  • Schmerzen in der Brust
  • Übelkeit, Durchfall
  • Gefühl von Unwirklichkeit und Entfremdung
Nicht immer zeigen sich alle Symptome. Auch kann es deutliche Unterschiede im Erleben dieser geben. In jedem Fall wird die Panikattacke von angstvollen Gedanken begleitet. Dabei stehen die Angst zu sterben, die Angst, anderen hilflos ausgeliefert zu sein und die Panik vor einem Kontrollverlust ganz vorn auf der Liste der Katastrophengedanken.

Panikstörung - Der Teufelskreis der Angst

Mit der ersten Panikattacke verändert sich das Leben der Betroffenen meist schlagartig. Da die auftretenden Symptome sowie die damit verbundene Angst als extrem bedrohlich erlebt werden, fürchten sie sich ab diesem Zeitpunkt vor dem Wiederauftreten eines solchen Zustandes. Situationen und Orte, welche in Verbindung mit der Panikattacke stehen, werden vermieden. Die Angst vor der Angst ist erwacht und somit befinden sich Menschen mit einer Panikstörung mittendrin im Teufelskreis der Angst. Ausgeklügelte Pläne und Vermeidungsstrategien werden erarbeitet und haben alle nur eines zum Ziel: nie wieder in eine Situation kommen, in der man solch extreme Angst erlebt hat. Die Einschränkungen bei der Bewältigung des Alltags können enorm sein und Menschen mit schweren Panikattacken kann es unmöglich werden, überhaupt noch ihr Haus zu verlassen. Es gibt aber auch Betroffene, welche nur eine einzige Panikattacke erleben und damit relativ gut umgehen können. Von einer Panikstörung spricht man erst dann, wenn innerhalb eines Monates mehrere solcher Zustände durchlitten werden und wenn diese das Leben der Betroffenen einschränken.

Panikattacken bekämpfen - Der Angst ins Gesicht schauen

Leiden Sie unter Panikattacken, so kann Ihnen eine Psychotherapie helfen. Gemeinsam mit dem Therapeuten lernen Sie den Teufelskreis der Angst zu durchbrechen und der Panik ins Gesicht zu sehen. Denn die Angst kann nur dann zu einer Panik heranwachsen, wenn sie durch sorgenvolle Gedanken gefüttert wird. Eine Panikattacke ist wie eine Welle, welche einen überrollt. Sie kommt mit Macht und ebbt aber genauso schnell auch wieder ab. Der Schlüssel bei der Bewältigung von Panikattacken liegt im Zulassen dieser. Kämpfen Sie nicht gegen die körperlichen Symptome und bleiben Sie mit Ihren Gedanken im Hier und Jetzt. Bestimmte Entspannungstechniken können Ihnen zusätzlich dabei helfen, Ihre Grundanspannung zu senken und sie weniger empfänglich für Angstzustände machen.


Akute Panikattacken bekämpfen Viele Patienten haben Strategien entwickelt um eine aktute Panikattacke zu bekämpfen. So zum Beispiel:

  • Entspannungsmusik hören
  • heiße Milch trinken
  • Entspannungsbad mit Melisse
  • Eiswürfel auf den Unterarm drücken
  • Ablenken durch Gespräche, TV, Musik, Haustier
  • Fragen Sie auch Ihren Arzt wie Sie akute Panikattacken bekämpfen können.
Je früher Panikattacken behandelt werden, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Ihr Hausarzt wird Sie zudem gründlich durchchecken, um mögliche körperliche Erkrankungen, welche eventuell in Zusammenhang mit den bedrohlichen Symptomen stehen, ausschließen zu können. Danach können Sie sicher sein, dass die erlebten Zustände nur eine übersteigerte Stressreaktion sind und dass Ihr Leben dabei nicht bedroht ist. Dieses Wissen wird Ihnen dabei helfen, die Panikattacken anzunehmen und sich nicht weiter in sie hineinzusteigern.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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