Kinder vor Alkohol schützen - Aufklärung ist wichtig

Kinder und Alkohol

Immer wieder tauchen in den Medien Schlagzeilen auf, welche über den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen berichten. Oftmals mit dramatischen Folgen - denn im schlimmsten Fall kann der übermäßige Genuss von Alkohol zum Tode führen. Doch nicht nur übermäßiger Alkoholkonsum kann für Kinder schädlich sein - auch bereits das gelegentliche Trinken kann gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.

Die meisten Eltern wissen, dass die Kombination von Kindern und Alkohol einfach nicht zu vertreten ist. Dennoch hört man hier und da noch die Äußerung, dass ein Schluck Bier oder ein Gläschen Eierlikör doch wohl nicht so schlimm seien. Manch einer ist sogar der Meinung, dass man das eigene Kind doch langsam an den Alkoholgenuss heranführen müsste.
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Wie kann man Kinder vor Alkohol schützen?

Leider kommen unsere Kinder immer früher mit Alkohol in Kontakt. Sei es aus den eben genannten Gründen oder deshalb, weil heutzutage sehr viele Lebensmittel und auch Medikamente Alkohol enthalten. Man denke dabei nur an manche Hustentropfen oder an bestimmte Süßigkeiten.

Alkohol wirkt bei Kindern ganz anders als bei Erwachsenen. Bereits ab einem Alkoholspiegel von 0.5 Promille im Blut kann ein Kind bewusstlos werden - und das ohne die davor typischen Symptome wie Torkeln, Schwanken oder Lallen vorzuweisen, welche bei einem Erwachsenen anzeigen, das dieser zuviel getrunken hat. Auf Grund des geringen Körpergewichtes reichen zudem 3 Gramm Alkohol pro Kilogramm aus, um das Kind zu töten. Neben diesen Gefahren drohen bleibende Hirnschädigungen, wenn das Kind oder der Jugendliche mehrfach größere Mengen Alkohol zu sich nimmt. Die Gehirnzellen bleiben in ihrer Entwicklung zurück und es gibt Studien, welche mit Hilfe der Kernspintomografie diese "Lücken" im Gehirn nachgewiesen haben.

Wenn Kinder Alkohol trinken, ist die Gesundheit in Gefahr

Diese Tatsachen sind erschreckend und gerade weil die Folgen von Alkoholkonsum bei Kindern so dramatisch sind, obliegt es uns als Eltern, unsere Kinder davor zu schützen und ihnen ein Vorbild zu sein. Ja, wir können in der Tat so einiges dafür tun, damit unsere Kinder nicht zur Flasche greifen. Sieht uns unser Kind selbst häufig Alkohol trinken, so gehört dieses Getränk später wie selbstverständlich zu seinem Leben dazu. Beruhigen wir uns mit einem Glas Wein oder benötigen wir sogar regelmäßig Schnaps, um mit unseren Problemen klarzukommen, dann wird unser Nachwuchs diese vermeintliche Lösungsstrategie aufgreifen und später übernehmen. Wir müssen also zuallererst auf uns selbst schauen, wenn es um die Alkoholprävention unserer Kinder geht.

Als Eltern sollten wir mit unserem Nachwuchs ganz klare Absprachen treffen, was das Thema Alkohol betrifft. Besonders wichtig ist eine deutliche Regelung, wenn das heranwachsende Kind auf einer Party eingeladen ist. Zudem sollte es niemals zu einem Fahrer ins Auto steigen, welcher Alkohol getrunken hat. Stattdessen kann ein Taxi gerufen oder im Vorfeld über die Eltern ein Fahrdienst organisiert werden.
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Ab wann dürfen Kinder Alkohol trinken?

Das Jugendschutzgesetz regelt ganz klar den Umgang mit Alkohol. So sagt das Gesetz aus, das Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keinerlei Alkohol zu sich nehmen dürfen. Im Alter zwischen 16 und 18 Jahren darf ein Jugendlicher dann Bier und Wein trinken und erst ab der Volljährigkeit, also mit 18 Jahren, dürfen hochprozentige Alkoholika konsumiert werden. Gaststätten, welche Alkohol an Minderjährige ausschenken und Geschäfte, welche das Jugendschutzgesetz missachten und Alkohol an nicht berechtigte Personengruppen verkaufen, müssen mit drastischen Strafen rechnen.

Oftmals konsumieren Kids Alkohol, um sich oder anderen etwas zu beweisen. Dann wird getrunken was das Zeug hält, schließlich ist man sonst nichts wert, ein Feigling oder man wird aus der Clique ausgeschlossen. Dem kann man nur entgegenwirken, wenn man das Selbstwertgefühl des Kindes stärkt. Diese Aufgabe beginnt bereits im Kindergartenalter und zieht sich über die gesamte Kindheit und Jugend hinweg. Ein gesundes Selbstwertgefühl und die Fähigkeit zum "Nein-Sagen" sind die besten Voraussetzungen für den Verzicht im Kindes- und Jugendalter und den späteren verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol.
Text: K. L. / Stand: 13.12.2018

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