Mein Kind hat Angst vor Gewitter

Gewitter
Viele Kinder haben Angst vor Gewitter
Foto: © Daniel Loretto


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Blitz und Donner machen Kindern Angst

Zieht das Gewitter am Tage auf, so ist es noch einigermaßen erträglich. Gewittert es allerdings abends oder nachts, dann ängstigen sich viele Kinder deutlich mehr. Verständlich. Denn wenn es plötzlich taghell im Zimmer wird und das Donnergrollen wie auf einen Schlag einsetzt, dann haben auch wir Großen uns schon daran erschrocken. Mit dem einen Unterschied, dass wir diese Geschehnisse mit unserem Verstand einordnen können und sie dadurch nicht so bedrohlich erscheinen. Diese Möglichkeit haben - zumindest kleine Kinder - noch nicht.
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Was können Eltern tun?

Doch was tun, wenn der Nachwuchs bei einem Gewitter plötzlich weinend im Zimmer steht? Was hilft dann und was sollte man besser lassen? Wir als Eltern können unserem Kind die Angst vielleicht nicht gänzlich nehmen, aber wir können ihm signalisieren, dass wir für es da sind und dass es bei uns Schutz findet. Allein zu sein ist in solch einer Situation, welche das Kind als bedrohlich erlebt, alles andere als gut. Nehmen Sie daher Ihren Nachwuchs ruhig mit zu sich ins Bett, wenn es des Nachts draußen blitzt und donnert. Unter Ihrer Decke und in Ihrer Nähe werden die Ängste sicher bald abflauen und zurück bleibt das gute Gefühl, dass Mama und Papa wirklich da sind, wenn sie gebraucht werden. Das schafft Vertrauen und Vertrauen ist nun mal die Basis für eine gute Eltern-Kind-Beziehung.

Kann das Kind trotzdem nicht schlafen, so hilft es vielleicht, wenn ein kleines Licht im Zimmer brennt. Die Blitze werden dann nicht mehr als so beunruhigend erlebt und der Nachwuchs fühlt sich sicherer. Ebenso kann leise Musik vom Donnergrollen ablenken und dazu beitragen, dass die Kleinen bei nächtlichen Gewittern schneller wieder zurück in den Schlaf finden.

Dem Kind das Gewitter erklären

Leider hört man immer noch manchmal Sätze wie "Nun stell dich mal nicht so an!" oder "Du brauchst doch keine Angst vor dem Gewitter zu haben!". Meinen Sie, dass solche Aussagen dem Kind helfen? Wohl eher nicht. Natürlich ist ein Gewitter nichts gefährliches, zumindest dann nicht, wenn man weiß, wie man sich in diesem Fall verhalten soll. Aber wenn ein Kind nun einmal Angst davor hat, dann hat es Angst davor. Hier gilt es zuerst einmal Verständnis aufzubringen und den Nachwuchs zu trösten. Denn nur so fühlt sich das Kind mit seinen Ängsten angenommen und verstanden. Auf kindgerechte Art und Weise kann man als Eltern dann natürlich versuchen, das Phänomen des Gewitters dem Nachwuchs zu erklären. Was läuft da eigentlich ab, wenn ein Blitz am Himmel zuckt? Warum donnert es und wieso klingt das so unheimlich? Über Gewitter gibt es - genau wie auch über andere Themen die Kinder bewegen - sehr gute Bücher oder Filme, in denen genau erklärt wird, wie ein Gewitter entsteht und was man beachten sollte, wenn einen das Unwetter in der freien Natur überrascht. Je aufgeklärter ein Kind in dieser Hinsicht ist, desto weniger wird es sich ängstigen.

Die Angst vor dem Gewitter gehört übrigens zu den häufigsten Kinderängsten. Sie tritt vorrangig im Vorschul- und Grundschulalter auf und betrifft Jungen wie Mädchen gleichermaßen. Auch kleine Rebellen, die am Tage oft die große Klappe haben und scheinbar ohne Angst durchs Leben gehen, können nachts bei einem Gewitter zitternd unter ihrer Decke liegen. Bei den meisten vergeht die Gewitter-Angst jedoch relativ schnell wieder und ehemalige kleine Angsthasen stehen dann begeistert am Fenster und staunen über die coolen Blitze, welche den Himmel erhellen.
Text: K. L. / Stand: 16.09.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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