Kinderkummer

Kind hat Kummer
Was tun bei Kinderkummer? - Symbolbild: © jan_S

Erfahren Sie in diesem Artikel wie Eltern mit Kinderkummer umgehen und wie sie ihren Kindern helfen können:

Wie Eltern mit Kinderkummer umgehen können

Zieht sich das eigene Kind plötzlich zurück, scheint es viel zu grübeln und weint es vielleicht auch unvermittelt, schrillen bei Eltern die Alarmglocken. Natürlich möchten sie ihrem Kind möglichst schnell über seinen Kummer hinweghelfen und lassen dabei nichts unversucht. Zu viel des Guten jedoch kann in dieser Situation kontraproduktiv sein. Kinderkummer nämlich begegnen Eltern besser langsam.

Rückzug: Immer ein Warnzeichen?

Ganz gleich in welchem Alter: Verändert sich das kindliche Verhalten, fällt das schnell auf. Vor allem ein plötzlicher Rückzug stellt in vielen Fällen einen starken Kontrast zum sonst so lebhaften Trubel dar. Sucht das Kind Ruhe und will es dabei offensichtlich auf die Nähe anderer Menschen verzichten, ist das nicht zwingend schlimm. Einige Jungen und Mädchen denken gerne selbst über das Problem nach, das sie gerade beschäftigt, bevor sie sich damit an ihre Eltern wenden. Daher ist es wichtig, auch den Rückzug zuzulassen. Erst wenn sich nach einer Wartezeit keine Verbesserung einstellt, das Kind immer hoffnungsloser und trauriger erscheint und eventuell auch körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen hinzukommen, ist zügiges Handeln gefragt. Ängste und Depressionen nämlich können auch Kinder betreffen. In diesem Fall ist es nur ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In unserem Verzeichnis finden Sie einige Kinderpsychologen in Deutschland.)

Gründe für Kinderkummer können sein:

Die Gründe stets behutsam erforschen

Ganz "gewöhnlicher" Kinderkummer jedoch verfliegt in aller Regel zügig. Vielleicht gab es Streit mit der besten Freundin, eine Standpauke von der Klassenlehrerin oder andere Schwierigkeiten, die sich nicht so einfach verarbeiten und bewältigen lassen. Eltern tun gut daran, sich ihrem Kind in dieser Situation behutsam zu nähern und keine bohrenden Fragen zu stellen. Wer Kummer hat, will nicht ausgefragt werden, sondern von alleine erzählen. Daher sollte man Kindern ihre Privatsphäre lassen. Oft reicht es schon, das eigene Kind in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass es in Mama und Papa stets einen Ansprechpartner hat. Gerade ältere Kinder wissen es zu schätzen, wenn Eltern nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern ihnen die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden. Auch kann es helfen, von der eigenen Kindheit und deren Kummer-Erfahrungen zu berichten. Viele Kinder hören gerne, dass Mama oder Papa sich ganz ähnlich gefühlt haben und wenden sich infolgedessen gerne mit ihrem Anliegen an sie. Bei kleineren Kindern, die sich auch mit viel liebevoller Zuwendung nicht trauen, über ihren Kummer zu sprechen, hat sich ein Trick bewährt: Das liebste Stofftier lässt sich gut als Vermittler einsetzen. Hierfür nehmen Eltern das Tier auf den Schoß und sprechen mit ihm. "Weißt du, was heute mit Sophie los ist?", oder "Ach, du sagst, Jan ist traurig? Weißt du auch warum?", sind Fragen, die Kinder dann oft stellvertretend für das Stofftier beantworten.

Ratschläge sind nicht immer gut

Stellt sich dann heraus, woher Kummer und Sorgen kommen, sollten Eltern gut gemeinte Ratschläge sparsam einsetzen. Natürlich haben sie sicherlich viele Ideen, wie sich das Problem lösen ließe und möchten schnelle Besserung erzielen. Kinder jedoch könnten zu viele Tipps und Tricks nur verunsichern. Besser ist es, ein ruhiges Gespräch zu führen, den Kummer anzunehmen und im Anschluss an ausgiebiges Trösten gemeinsam nach einem Ausweg zu suchen.
Text: A. W. / Stand: 20.03.2019

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