Schulvorbereitung zu Hause

Mutter und Tochter malen
Gemeinsam Basteln und Malen ist eine gute
Vorbereitung auf die Schule
Foto: © BlueOrange Studio

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wie kann man Kinder auf die Schule vorbereiten?

Eine große Veränderung im Leben Ihres Kindes steht bevor: die Schulzeit beginnt. Bald heißt es still sitzen, aufmerksam zuhören und viel lernen. Auch Ihr Kind merkt, dass dies ein wichtiger Schritt ist und reagiert mitunter verunsichert, weil seine Umwelt entsprechend besorgt ist. Wird unser Kind klarkommen, ist es gut genug auf die Schule vorbereitet? Müssen wir vor der Einschulung noch etwas mit ihm üben?

Viele Eltern meinen, ein Kind müsse bereits in der Vorschule das Rechnen und einige Buchstaben beherrschen. Doch dies lernt es gemeinsam mit anderen Kindern in der ersten Klasse. Lediglich die Zahlen im Raum eins bis zehn gehören zum Basiswissen. Wenn möglich sollte es seinen Vornamen schreiben können. Weitaus wichtiger sind jedoch andere viel abstraktere Fähigkeiten, so etwa Geduld und Selbstständigkeit.
Das lernen Kinder in der Grundschule

Selbstständigkeit und Eigenverantwortung

Ist Ihr Kind in der Schule, so wird es von da an für vieles selbst verantwortlich sein. Sein Federmäppchen und die Bücher müssen in der Schule selbst eingepackt werden, die Sporttasche darf nicht in der Turnhalle liegenbleiben und einige Nachrichten der Lehrerin sollen sich gemerkt und zu Hause ausgerichtet werden. Mutti steht nicht im Hintergrund und erinnert an alles oder bindet die Schnürsenkel der Turnschuhe. Der Grundgedanke der meisten Eltern ist daher: das geht mit Sicherheit schief! Damit Ihr Sohn oder die Tochter darauf vorbereitet ist, sollten Sie bereits früh damit beginnen, die Selbstständigkeit des Kindes zu fördern. Zum Beispiel können ihm kleine Aufgaben im Haushalt übertragen werden oder der alleinige Weg zum Bäcker. Es kann eigenverantwortlich an den Kindergartenrucksack denken oder die Kleidung für den nächsten Tag am Abend bereitlegen. Üben Sie wenn möglich das Schleife binden mit dem Kind. Klappt es nicht - kein Problem - dann gibt es eben Schuhe mit Klettverschluss.

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Zuhören und Geduld

Die meisten Eltern haben Bedenken, dass Ihr Kind von nun an lange still sitzen soll. Keine Sorge, so streng wie früher in der eigenen Kindheit sind heute die Grundschuljahre nicht mehr. Kinder sollen im ersten Schuljahr sogar auf Aufforderung der Lehrer während der Stunde herumlaufen. Allerdings sind Geduld und die Fähigkeit zuzuhören trotzdem sehr wichtig und eine Grundvoraussetzung für konzentriertes Lernen. Daher hilft es, mit dem Kind - zum Beispiel durch Vorlesen von Geschichten ohne Zwischenrufe - zu üben. Weiterhin müssen Sie Ihrer Tochter oder dem Sohn möglichst vermitteln, Dinge bis zum Ende durchzuführen und nicht zwischendurch aufzuhören, weil vielleicht die Lust fehlt oder etwas anderes in diesem Moment interessanter erscheint. Das fängt beim Basteln an und hört bei den Aufgaben im Haushalt auf. Zudem ist es kein Problem, dass ein Vorschulkind ohne Aufsicht ab und zu bis zu einer halben Stunde allein zu Hause bleibt.

Der Schulweg

Eine Vorbereitung auf die Schule, die Sie keineswegs vernachlässigen sollten, ist der Schulweg. Laufen oder fahren Sie ihn mehrfach mit dem Kind gemeinsam ab. Erläutern Sie Gefahrenquellen und geben Sie ihm wichtige Hinweise im Umgang mit Passanten mit: Nicht mit Fremden gehen! Abstand halten von PKWs, in denen der Fahrer nach dem Weg fragt! usw. Ihr Kind sollte in der Lage sein, den Schulweg von Anfang an allein zu beherrschen. Lassen Sie das Kind zur Probe allein laufen und erwarten Sie es an der Schule. An Lob sollte es niemals mangeln! So kommt Ihr Schulanfänger sicher zur Schule

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Motorische und kognitive Fähigkeiten

Kleiner Junge balanciert auf einem Baumstamm
Durch wiederholtes Balancieren beim Spaziergang
fördern Sie die Grobmotorik - Foto: © Nicole Effinger

Sie können nur bedingt kurz vor der Einschulung trainiert werden, denn diese Fähigkeiten bilden sich über die gesamte Kindheit aus. Natürlich können Sie durch Radfahren, Seilspringen und´ Balancieren die Grobmotorik Ihres Kindes trotzdem fördern. Durch Malen und Basteln wird das Halten eines Stiftes und der Umgang mit der Schere trainiert, durch Spiele wie "Memory" oder "ich packe meinen Koffer" die Merkfähigkeit des Kindes gefördert. Singen sollte in den Alltag integriert werden.

Keine Panik vor dem Vorschultest

In den meisten Bundesländern wird mit den Kindern, die bald in die Schule kommen, ein Einschulungstest durchgeführt. Er wird von Fachleuten betreut, die die Schulfähigkeit Ihres Kindes einschätzen sollen. Dazu zählen nicht nur seine Fähigkeiten in der Motorik oder sein Wissen, sondern auch die soziale Kompetenz. Allerdings sollten Sie diesen Test keinesfalls überbewerten und Ihr Kind damit einschüchtern. Der Test dient lediglich dazu, ein Gesamtbild des Entwicklungsstandes Ihres Kindes zu skizzieren. Die meisten der getesteten Fähigkeiten haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt.
Aber was tun, wenn das Kind den Einschulungstest nicht bestanden hat?

Schule ist etwas Positives!

Eine der besten Vorbereitungen auf die Schule ist es, Ihrem Kind zu vermitteln, dass die Schule etwas Schönes ist! Lernen macht Spaß und ist interessant. Horrorgeschichten aus der eigenen Kindheit oder durch die Geschwister schüren lediglich Zweifel und Ängste bei Ihrem Kind, obwohl es bereits genug durch die neue Lebenssituation verunsichert ist.
Text: C. D. / Stand: 11.10.2017

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