Der Einschulungstest - Ist das Kind schon schulreif?

Mädchen beim Einschulungstest
Mädchen mit Mutter beim Einschulungstest - Beispielfoto: © Africa Studio

Informationen rund um den Einschulungstest

Kinder sind wissbegierig und möchten gern lernen. Kommen sie ins Vorschulalter, so ist die Freude auf den Schulanfang groß. Doch bevor die Zeit der Zuckertüten und Schulranzen beginnt, steht noch der Einschulungstest an. An diesem Termin wird das Kind auf seine Schulfähigkeit getestet. Eltern sind oft verunsichert, was an diesem Tag auf sie zukommt und ob ihr Kind den Test bestehen wird.

Einschulungstests sind Ländersache

Jedes Bundesland in Deutschland besitzt ein eigenes Schulgesetz, indem die Schulpflicht der Kinder geregelt wird. Gewöhnlich kommen die Kinder im Alter von sechs Jahren in die Schule, der Stichtag dafür variiert von Bundesland zu Bundesland. Im Voraus wird in der Regel ein Test durchgeführt, der die Schulfähigkeit der Kinder bestätigen soll. Wo, wann und in welchem Rahmen er stattfindet, ist ebenfalls Ländersache.

Schon rechnen zu können, ist nicht wichtig

Viele Eltern sind sehr unsicher, was der Test für ihr Kind bedeutet und wie sie damit umgehen sollen. Kinder sollten von Anfang an Spaß am Lernen haben und mit Freude in die Schule gehen, dies sind die besten Voraussetzungen. Bei dem Eignungstest für die Schule wird nicht nur überprüft, ob das Kind körperlich die Voraussetzungen erfüllt, sondern auch emotional. Erbringt es die nötigen kognitiven Fähigkeiten, ist es sozial in der Lage, den Schulalltag zu meistern? Wie selbstständig ist das Kind, kann es seine Meinung äußern, Konflikte lösen und Regeln einhalten? Besitzt es die nötige Konzentration, um in der Schule folgen zu können?

Vorbereitung auf den Einschulungstest

Dem Einschulungstest sollte keinesfalls die Bedeutung einer wichtigen Prüfung wie für Erwachsene beigemessen werden. Dieses Bild setzt die Kinder viel zu stark unter Druck. Der Test dient lediglich dazu, ein Gesamtbild des Leistungsniveaus des Kindes zu skizzieren, eventuelle Defizite zu erkennen und diese unter Umständen bis zur Regeleinschulung noch zu beheben. Kein Kind muss bei dem Test perfekt abschneiden. Eltern, die hektisch anfangen, gemeinsam mit dem Kind plötzlich den Umgang mit der Schere zu perfektionieren oder Zahlen zu pauken, vermitteln dem Kind ein völlig falsches Bild. Vielmehr sind die Fähigkeiten des Kindes über Jahre langsam entstanden und haben sich gefestigt.

Mögliche Aufgaben beim Einschulungstest

Der Test variiert wie bereits erwähnt von Bundesland zu Bundesland. Er besteht in der Regel jedoch aus zwei Teilen. Zum einen wird das Kind körperlich untersucht, wie etwa mit einem Hör- und einem Sehtest, außerdem erfolgt die Kontrolle von Gewicht und Körpergröße, dem Gleichgewichtssinn und der Grobmotorik. Auch eventuelle Fehlstellungen von Füßen, der Wirbelsäule oder anderer körperliche Beschwerden, wie zum Beispiel eine Phimose bei Jungen, werden aufgenommen. Zum anderen wird der Entwicklungstand des Kindes ganz spielerisch getestet. Wie ist die Sprache des Kindes entwickelt? Kennt es seine Adresse und seinen Geburtstag, kann es sich mehrere Dinge merken und wiedergeben? Die auditive Merkfähigkeit wird anhand von lustigen erfunden Quatschwörtern getestet. Oft werden Fragen miteinander verbunden: Erkennst du das Dreieck, welche Farbe hat es, wie viele sind davon zu sehen? Zu dem Test gehören ebenso Fragen zum Sozialverhalten der Kinder, wie etwa: nenne mir doch mal bitte die Namen deiner Lieblingsfreunde, die auch in die Schule kommen! Von den Eltern gefürchtet sind oft die Testbereiche, in denen ihr Kind zeichnen soll. Dabei wird von den Schulanfängern kein Van Gogh erwartet, es sollte jedoch ein Männlein malen können, das Details wie Ohren, vollständige Finger oder einen Hals hat. Eventuell bekommt es den Auftrag, ein Symbol abzuzeichnen, wie etwa ein Kreuz oder einen Stern. Neben logischen Reihen, könnte eine ganz unscheinbare Aufforderung des Arztes lauten: Nenne mir fünf Dinge, die du beim Bäcker kaufen kannst oder nenne mir fünf Fahrzeuge, die auf der Straße fahren!

Obwohl vielleicht Freunde aus dem Bekanntenkreis oder dem Kindergarten ebenso zur Einschulung beim gleichen Arzt waren, müssen sich die Fragen nicht unbedingt gleichen. Grundsätzlich variieren die Tests sehr. Trotz der ungewohnten Atmosphäre für das Kind, sollten sie möglichst Gelassenheit und Sicherheit ihrem Kind gegenüber widerspiegeln. Sorgen Sie nicht für noch mehr Aufregung durch Ihre eigene Nervosität. Der Test hilft Ihrem Kind und auch Ihnen, den richtigen Zeitpunkt für die Einschulung zu finden. Zudem kennen die Jungen und Mädchen ähnliche Situationen bereits durch die U-Untersuchungen bei ihrem Kinderarzt. In der Regel sind die Mitarbeiter der jeweiligen Behörden sehr erfahren im Umgang mit Kindern und gestalten den Einschulungstest meist entsprechend kinderfreundlich und unscheinbar. Was tun, wenn das Kind den Einschulungstest nicht bestanden hat?
Text: C. D. / Stand: 04.06.2019

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