Schreiben lernen

Wie können Eltern ihre Kinder beim Schreiben lernen unterstützen?

Für Kinder ist die Welt der magischen Zeichen verlockend und rätselhaft.

Sie interessieren sich dafür, wie die Erwachsenen und die großen Geschwister damit kommunizieren. Entsprechend sind sie mit Eifer dabei, das Schreiben zu erlernen. Eltern möchten ihre Kinder natürlich gern bei dieser wichtigen Entwicklungsstufe unterstützen. Denn dieser Lernprozess erfordert große Mühe und viel Geduld.

Die meisten Kinder beherrschen bereits vor der ersten Klasse eine gewisse Anzahl von Buchstaben. Schon früh ahmen sie Schrift nach, prägen sich Wortbilder ein und schreiben den eigenen Namen oder Grundvokabeln wie "MAMA, PAPA, OMA usw.". Diese Prozesse dürfen Eltern natürlich gern unterstützen, solang das Kind aus Eigeninitiative dieses Wissen einfordert. Doch bei allem Ehrgeiz sollten stolze Eltern nicht aus den Augen verlieren, dass das Erlernen der Schriftsprache eindeutig in die Grundschule gehört. Bis dahin wird die Neugier der Kinder gestillt, indem es Buchstaben und Worte vorgeschrieben bekommt, die es erfragt.

Schreiben und lesen lassen sich nicht trennen

Pädagogen sprechen nicht ohne Grund vom Erwerb der Schriftsprache. Denn das Lesen und das Schreiben sind untrennbar mit einander verbunden.

Ein Kind wird erst mit dem Schreiben gut klar kommen, wenn es die phonologische Bewusstheit dafür besitzt. Mit einfachen Worten formuliert: Es muss das Wort auditiv wahrnehmen, also hören oder es sich mental vorstellen. Anschließend ist es erforderlich, dass diese akustische Information für die Verschriftlichung aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen wird. Das eingeprägte Bild wird schriftlich umgesetzt. Kennt das Kind das Wort nicht, muss es dieses in einzelne Laute zerlegen und in Grapheme (Buchstaben) umwandeln. Dieser Prozess ist komplex. Die beste Voraussetzung für die phonologische Bewusstheit als wichtige Basis für das Schreiben lernen, erzielen Eltern durch ganz einfache Methoden. Bereits im Kleinkindalter bis hinein in die Vorschulzeit braucht das Kind sehr viel Sprache in seinem Umfeld. Vorlesen, Singen und miteinander kommunizieren schaffen die bedeutenden Kernkompetenzen, die ein Kind als Voraussetzung für das Schreiben lernen braucht. Sprachentwicklung bei Kindern

Während der Grundschulzeit zu Hause üben

Der Buchstabe G auf einer Anlauttabelle
Eine Anlauttabelle hilft den Kindern beim Schreiben lernen
Foto: © Jehsomwang

Die Schule vermittelt das notwendige Grundwissen. Nun muss es zu Hause gefestigt werden. Wie immer bei Kindern gelingt dies am einfachsten, wenn es spielerisch geschieht. Dabei gilt es zu beachten, dass das Lehrmaterial der Schule als Orientierung gilt. Viele Verlage arbeiten mit sogenannten Anlauttabellen (auch Buchstabenhäuser, oder -figuren). Sie ordnen dem einzelnen Buchstaben nicht nur die Verschriftlichung zu, sondern auch noch ein Bild. So ist neben einem "B" zum Beispiel eine Banane abgebildet. Wer den Umgang mit dieser Tabelle übt, wird recht schnell die Phonem-Graphem-Zusammenhänge verstehen und Laute entsprechend in Buchstaben umwandeln können.

Ideen für spielerisches Üben

Ebenso hilfreich beim Schriftspracherwerb sind Schwungübungen, die es in zahlreichen Übungsheften in jedem Schreibwarenladen zu kaufen gibt.

Schreibübungen finden überdies nicht unbedingt immer am Tisch sitzend mit dem Füller in der Hand vor einem Heft statt. Mit Badewannenfarben in der Wanne malen, mit einem Stock in den Sand schreiben oder Buchstaben ausschneiden und aufkleben - die Schriftsprache soll immer interessant und kreativ vermittelt werden. Selbst wenn Eltern oft wegen des Computer Bedenken haben, auch hierfür gibt es sehr gute Programme, bei denen Kinder Buchstaben und Laute spielerisch verbinden und sich Schreibweisen einprägen. Beim Vorlesen abends im Bett zeigt der Finger unter dem gelesenen Wort, wie der Text voranschreitet, dass von links nach rechts gelesen und geschrieben sowie von oben nach unten die Zeilen abgearbeitet werden. Viele Kinder mögen auch das Nachspuren von Buchstaben auf Arbeitsblättern, die in großer Auswahl im Internet zur Verfügung stehen. Achtung: nicht in jedem Bundesland sieht die Schreibschrift gleich aus! Am besten vergleicht man sie mit dem Schulmaterial des Kindes. Werden die zu schreibenden Worte in Rätsel verpackt, weckt dies umso mehr die Interessen des Kindes. Mit Voranschreiten der Vorschulzeit darf auch das Wörterbuch immer öfter zur Hand genommen werden.

Die Rechtschreibung folgt

Nach und nach festigt sich die Schrift bei jedem Kind. Die Orthographie jedoch kommt viel später. Die Regeln für die Zusammensetzung der Wörter müssen langwierig erlernt und umgesetzt werden. Daher unterstützen Eltern ihre Kinder, wenn sie spätestens ab der dritten Klasse gezielt auf die Rechtschreibung achten und falsch geschriebene Wörter korrigieren. Lernkarteien, die für das Üben der Orthographie sehr sinnvoll sind, können individuell angefertigt werden. Auf Karteikärtchen werden Lernwörter notiert. Wurden sie beim Schreiben richtig angewandt, können sie abgeheftet werden. Bei falscher Rechtschreibung findet eine Wiederholung statt.

Hilfreiche Materialien zum Schreiben lernen

  • Apps fürs Handy oder Tablet
  • Computerspiele
  • Bücher mit Übungen
  • Lernspiele
  • Tafel mit Magneten oder Kreide

Solange Kinder mit Freude das Schreiben lernen, fällt es ihnen leicht. Lückentexte oder selbst gebastelte Lückenschieber, bei denen einzelne Buchstaben verdeckt sind und erraten werden müssen, halten die Kinder bei Laune. Zeigt das Kind dennoch massive Probleme beim Schreiben lernen, sollten Eltern immer das offene Gespräch mit dem Lehrer suchen oder die Tochter bzw. den Sohn auf eine
Lese-Rechtschreib-Schwäche untersuchen lassen. Text: C. D. / Stand: 10.01.2018

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