Ungewollte Schwangerschaft

Frau schaut auf ihren Schwangerschaftstest
Was tun, wenn man ungewollt schwanger ist?
Foto © Paolese


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Die Nachricht, dass sich Nachwuchs ankündigt, ist für die meisten Paare mit einer großen Freude verbunden. Doch es gibt auch Frauen, welche beim Anblick des positiven Schwangerschaftstestes sehr gemischte Gefühle haben. Vielleicht wünschen sie sich kein (weiteres) Kind oder der Zeitpunkt dafür ist denkbar ungünstig. Viele Gründe können hier eine Rolle spielen und nicht selten ist auch eine große Portion Angst vor der Zukunft dabei.

Ungewollt schwanger - Was nun?

Gefühle annehmen
Eine ungewollte Schwangerschaft kann viele Gefühle auslösen. Zuallererst ist da meist die Panik. Schwanger! Oh Gott! Wie geht es jetzt weiter? Zur Angst gesellen sich oftmals Wut und Enttäuschung, manchmal auch über die eigene Dummheit. Eigentlich weiß man doch, dass eine Magen-Darm-Grippe die Wirksamkeit der Pille herabsetzt oder dass der Coitus interruptus nicht zu den sinnvollen Verhütungsmethoden zählt. Wie dem auch sei: Die Schwangerschaft besteht nun einmal und auch die Gefühle können nicht einfach weggezaubert werden. Versuchen Sie alle aufkommenden Emotionen anzunehmen - auch wenn diese sich unangenehm anfühlen. Verdrängte Gefühle haben die unangenehme Eigenschaft immer wieder hochzukommen. Das ist auf Dauer belastender als sie gleich anzunehmen.

Beratungsangebote nutzen
Jede Frau hat das Recht, sich an eine Schwangerschaftsberatungsstelle zu wenden, wenn sie Rat und Hilfe benötigt. Anlaufstellen sind zum einem karitative Einrichtungen, aber auch viele Städte und Gemeinden bieten ein solches Beratungsangebot an. Hier können sich die Frauen mit all ihren Sorgen, Ängsten und Fragen hinwenden und erhalten, auf Wunsch auch anonym, Unterstützung. Die Mitarbeiterinnen beraten in jedem Fall neutral. Sie zeigen sowohl die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches auf, als auch die Hilfen, die in Anspruch genommen werden können, falls sich die Frau für das Baby entscheidet.
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Ungewollte Schwangerschaft - 3 Möglichkeiten stehen zur Wahl

Schwangerschaftsabbruch
Vielleicht ist der erste Gedanke nach dem positiven Testergebnis der, die Schwangerschaft nicht auszutragen. Rein rechtlich ist dies nach dem Gesetz (StGB §218/219) zwar rechtswidrig, bleibt jedoch straffrei. Die Bedingungen sind, dass der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche erfolgt und die Frau zuvor eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch genommen hat. Zwischen diesem Gespräch und dem Abbruch der Schwangerschaft müssen mindestens 3 Tage liegen. Je nachdem, wie weit die Schwangerschaft bereits fortgeschritten ist, kann diese entweder medikamentös oder aber chirurgisch beendet werden. Die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch trifft wohl keine Frau leichtfertig. Nicht selten ist dieser Schritt auch mit Trauer und Verzweiflung verbunden. Leider werden Frauen, welche sich gegen ihr Baby entschieden haben, häufig noch immer von ihrer Umwelt abgelehnt. Doch ein Urteil über die Betroffenen steht keinem zu, da Außenstehende nie die individuelle Situation der Frauen einschätzen können.
Weitere Informationen über den Schwangerschaftsabbruch

Freigabe zur Adoption
Neben der Option des Schwangerschaftsabbruches steht die Möglichkeit, das Kind auszutragen und nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Diesen Weg gehen manchmal Frauen (meist mit christlichem Hintergrund), welche die Meinung vertreten, dass sie selbst nicht über Leben und Tod entscheiden können und wollen. Indem sie die Schwangerschaft austragen, geben sie dem Kind die Möglichkeit zu leben und bei Adoptiveltern aufzuwachsen, die es lieben und für seine Zukunft sorgen. Mit Sicherheit ist solch eine Entscheidung sehr schwierig, doch sie zeugt von einem hohen Verantwortungsbewusstsein, viel Mut und großer Liebe. Kann sich die werdende Mutter bis zur Geburt nicht entscheiden, ob sie das Baby will oder nicht, so besteht in vielen Kliniken die Möglichkeit einer anonymen Entbindung. Hat sich die Mutter bis 8 Wochen nach der Geburt nicht gemeldet, so wird das Baby zur Adoption freigegeben.
Weitere Informationen über die Adoption

JA zum Kind
Manchmal ist der erste Schock nach dem Schwangerschaftstest so groß, dass die betroffenen Frauen gar nicht wissen, wie es weiter gehen soll. Vielleicht erwägen sie einen Abbruch oder denken über die Freigabe zur Adoption nach. Doch nicht wenige Frauen finden in den Tagen und Wochen nach dem positiven Testergebnis ein JA zu ihrem Kind. Als hilfreich haben sich dabei die Angebote der Schwangerschaftsberatungsstellen erwiesen, denn viele Frauen wissen gar nicht, welche Unterstützung ihnen in dieser Situation zusteht. Für viele Familien kann eine ungewollte Schwangerschaft aber auch ein Segen sein. Vielleicht passt sie gerade nicht in die Lebensplanung oder sie kommt so unverhofft, dass eigentlich niemand mehr damit gerechnet hat. Doch die Freude über den sich ankündigenden Nachwuchs kann schlussendlich genauso groß sein wie bei einer geplanten Schwangerschaft.

Manchmal kommt es eben anders als geplant. Die Entscheidung für oder gegen das Kind kann nur die Frau selbst zusammen mit ihrem Partner fällen. Damit dies möglich wird, ist es ratsam, viele Informationen einzuholen und Beratungsangebote zu nutzen.
Text: K. L. / Stand: 15.11.2017

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