Vertrauliche Geburt

In diesem Artikel erfahren Sie was eine vertrauliche Geburt ist und wer diese in Anspruch nehmen kann.

Bitte beachten Sie: Wir geben hier nur allgemeine Hinweise! Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder eine Beratungsstelle Ihres Vertrauens.

Vertrauliche Geburt - Der sichere Weg für Mütter in besonderen Situationen

Füße eines Neugeborenen
Was bedeutet vertrauliche Geburt?
Foto: © khomich

Nicht immer ist der positive Schwangerschaftstest ein Grund zur Freude. Frauen, die ungeplant schwanger werden und ihr Baby nicht behalten möchten, sind in Deutschland jedoch nicht auf sich alleine gestellt. Auch Schwangere, die nicht mit ihrer Familie oder Freunden über die Schwangerschaft sprechen möchten und sich Geheimhaltung wünschen, finden Beratungsstellen und Unterstützung. Im Rahmen der vertraulichen Geburt können sie ihr Baby dann in einem sicheren Umfeld zur Welt bringen.
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Was ist eine vertrauliche Geburt?

Bei der vertraulichen Geburt handelt es sich um eine Möglichkeit, die in Deutschland seit 2014 gesetzlich verankert ist. Das "Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt" bildet hier die Grundlage. Schwangere erhalten zunächst eine fundierte Beratung durch einen psychosozialen Dienst und können sich im Anschluss für die vollständige Anonymität entscheiden. Die einzigen, die die Identität der Mutter kennen, sind die Berater. So lange die Mutter anonym bleiben möchte, ruht ihre elterliche Sorge. Nach der Geburt tragen Behörden dann die Verantwortung dafür, dass das Baby in einer liebevollen Pflegefamilie aufwachsen kann. Dass es für die vertrauliche Geburt durchaus Bedarf gibt, zeigen auch die Zahlen. So nahmen schon im ersten Jahr nach der Verabschiedung des Gesetzes 95 Frauen diese Option in Anspruch.

Die vertrauliche Geburt soll Frauen davor schützen, ihr Baby auf unsicherem Wege zur Welt zu bringen. Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen hilflose Schwangere die Geburt alleine und ohne medizinische Unterstützung im eigenen Zuhause oder auf öffentlichen Toiletten durchstehen müssen. Bei der vertraulichen Geburt jedoch kommt das Baby in einem Krankenhaus zur Welt und sowohl Mutter als auch Kind werden medizinisch versorgt.

Wer kann die vertrauliche Geburt in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich steht jeder Frau in Deutschland die Option einer vertraulichen Geburt zur Verfügung. Welche Gründe Schwangere hierfür haben, kann sehr unterschiedlich sein. So fürchten manch junge Schwangere schlimme Konsequenzen seitens ihrer Familie, während wiederum andere nach einer Vergewaltigung schwanger geworden sind und dies unbedingt verheimlichen möchten. Angst vor Verurteilung oder Vorwürfen müssen betroffene Frauen nicht haben. Im Gegenteil: Das Beratungspersonal, Ärzte und Hebammen zeigen großes Verständnis für die schwierige Lebenssituation und stehen betroffenen Schwangeren mit Rat und Tat zur Seite.

Wie gestaltet sich die Zukunft?

Nach der vertraulichen Geburt trennen sich die Wege von Mutter und Kind. Doch auch in diesen letzten Stunden ist es theoretisch möglich, dass die Mutter ihre Anonymität aufgibt und sich mit Unterstützung ihrer Berater doch noch für ihr Kind entscheidet. Ist dies nicht der Fall, hinterlässt die Mutter ihre persönlichen Kontaktdaten in einem Umschlag. Dieser wird dann aufbewahrt, bis das Kind 16 Jahre alt wird. Möchte der oder die Jugendliche dann wissen, wer die leibliche Mutter ist, erhalten sie alle relevanten Informationen. In seltenen Fällen ist es jedoch ebenfalls möglich, die Anonymität der Mutter auch dann nicht aufzugeben. So können sich Mutter und Kind einige Jahre nach der Geburt kennenlernen. Vor allem für Jugendliche, denen das Rätsel um die eigene Herkunft und die Gründe für die Trennung von der Mutter auf der Seele brennen, kann dies ein bedeutsamer Schritt sein.
Text: A. W. / Stand: 22.09.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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