Die Geburtsvorbereitung

Ein Geburtsvorbereitungskurs
Frauen beim Geburtsvorbereitungskurs
Foto: © Paul Posthouwer


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Gewappnet der Geburt entgegen sehen

Die Natur hat der Frau mehr als neun Monate Zeit gegeben, sich auf die Geburt ihres Kindes vorzubereiten. Nicht nur körperlich verändert sich vieles, auch im Kopf vollziehen sich Wandlungen. Wie gehe ich mit der neuen Situation um? Was wird während der Geburt auf mich zukommen? Ertrage ich die Schmerzen? Wie verhalte ich mich richtig?

Geburtsvorbereitungskurse

Damit Frauen und ihr jeweiliger Partner gewappnet der Geburt entgegen sehen können und auf die Zeit vor und auch nach der Geburt gut vorbereitet sind, können sie an verschiedenen Kursen zu Geburtsvorbereitung teilnehmen. Die Krankenkassen zahlen schwangeren Frauen diesen Kurs und ermöglichen es damit jeder werdenden Mutter, sich umfassend bei Fachpersonal über die bevorstehende Zeit zu informieren. In erster Linie ist die Geburtsvorbereitung für Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, geeignet. Doch auch Zweit- oder Drittgebärende frischen ihr Wissen dabei auf und knüpfen neue Kontakte. Durchgeführt werden diese Kurse üblicherweise von Hebammen, entweder in ihren Privatpraxen oder direkt in Entbindungskliniken bzw. in Geburtshäusern. Wo welche Kurse stattfinden, erfahren Sie durch Aushänge in den Krankenhäusern, bei Gynäkologen oder ganz einfach durch einen Anruf bei der Hebamme Ihrer Wahl. Sie müssen den Kursus nicht unbedingt in dem Krankenhaus in dem die Entbindung einmal stattfinden soll absolvieren, sie können sich die Klinik auch separat anschauen und Gespräche mit den Mitarbeitern des Kreissaals führen.

Wann sollte man sich zum Geburtsvorbereitungskurs anmelden?

Spätestens bis zur 20. Schwangerschaftswoche sollten Sie sich anmelden. Je nach Hebamme und je nach Wohnort ist eine Anmeldung unter Umständen bereits in den ersten Wochen sinnvoll, da nur eine begrenzte Anzahl werdender Mütter pro Kurs teilnehmen kann. Die Kurse finden ca. 7 - 10 Mal statt oder werden an einem Wochenende gegeben. Denken Sie darüber nach, an welchem Kurs sie teilnehmen möchten. Das Spektrum an Lehrgängen ist groß. Fühlen Sie sich in einem reinen Frauenkurs am wohlsten? Oder möchten Sie lieben Ihren Partner mit einbeziehen? Dafür werden Partnerkurse angeboten. Und unter Partner versteht sich nicht nur der Vater des noch ungeborenen Babys. Nein, auch enge Freunde, die Mutter oder wer auch immer Ihnen in der Schwangerschaft und eventuell auch während der Geburt zur Seite steht, kann sich mit Ihnen vorbereiten. Leider wird die Gebühr für Partner nicht oder nur selten von den Krankenkassen übernommen. Die private Investition lohnt sich jedoch auf jeden Fall. Sind die Kurse gemischt, hat dies nicht nur Vorteile. Ein wichtiger Bestandteil des Geburtsvorbereitungskurses ist das offene Gespräch. Frauen möchten Fragen stellen und sich mit anderen werdenden Müttern und der Hebamme austauschen. Wer möchte jedoch über seinen Wochenfluss vor dem Ehemann einer bisher noch unbekannten weiteren Kursteilnehmerin sprechen? Daher favorisieren Schwangere gern Kurse, in denen der Partner in einer oder mehreren Stunden nur teilweise am Kursgeschehen teilnimmt. In besagten Stunden werden dann die Themen behandelt, die auch den Partner betreffen und interessieren werden.

Was kann man im Geburtsvorbereitungskurs lernen?

In den Kursen geben erfahrene Hebammen gezielt Auskünfte und Informationen über die Schwangerschaft und die Geburt. Frauen denken normalerweise nur bis zum Geburtstermin, nach dem Motto: Erst einmal die Entbindung hinter mich bringen, der Rest wird schon kommen. Doch der Geburtsvorbereitungskurs geht weit über seinen wörtlichen Namen hinaus. Darin wird sich auch mit der Babypflege, dem Wochenbett oder Tipps und Hinweise für die bevorstehende Stillzeit auseinandergesetzt. Auch Frauen bei denen von vornherein klar ist, dass sie keine spontane Geburt haben werden, sondern einen Kaiserschnitt, profitieren also von dem Kurs. Die Hebammen wissen um die Sorgen und Ängste der Mütter und versuchen, diese durch Aufklärung zu hemmen. Durch spezielle Atemübungen lernen die Frauen, besser mit dem natürlichen Schmerz einer Entbindung umzugehen. Entspannungstechniken sorgen für Erleichterung. Viele Hebammen bieten auch Akupunktur an, die den Muttermund weicher machen soll und so die Geburt damit erleichtert. Eltern haben bis zum Kurs meist nur eine unklare Vorstellung von dem was auf sie zukommen wird. Offene Gespräche klären auch die letzten Fragen und so kann eine Frau mit einem gestärkten Bewusstsein die Entbindung erleben. Partner werden aktiver daran teilnehmen und auch bewusster die werdenden Mütter unterstützen. Was auch immer man für Schlüsse aus dem Kurs zieht und welche Informationen letztendlich für jeden persönlich wichtig sind, Kontakte knüpfen für die Zeit nach der Geburt ist ein schöner Nebeneffekt der Geburtsvorbereitungskurse. Und Sie können für die Zeit nach der Geburt bereits die Hebamme kennenlernen und eine Vertrauensbasis schaffen.
Text: C. D. / Stand: 22.06.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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