Fahrradfahren mit Kleinkindern - sicher on tour

Mutter und Kind auf dem Fahrrad
Fahrradfahren mit Kindern - z.B. auf dem Kindersitz
Foto: © muro


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Tipps für sicheres Fahrrad fahren mit Kindern

Nicht zuletzt wegen der hohen Spritpreise satteln im Sommer immer mehr Familien den Drahtesel, um größere oder kleinere Naturerkundungsfahrten mit ihren Kleinkindern in Angriff zu nehmen. Was aber ist dabei zu beachten? Lesen Sie auch: Verkehrserziehung für Kinder

Kindersitz oder Anhänger?

Für Kleinkinder gibt es zwei geeignete Fortbewegungsmittel, wenn sie mit Papi und Mami auf Fahrradtour gehen. Zum einen können Kids im Kindersitz direkt am Bike befestigt mitfahren, zum anderen im Anhänger. Vor- und Nachteile bieten beide Möglichkeiten gleichermaßen. Deshalb sollte man sich vor Beginn der Fahrt über die Länge der Fahrstrecke im Klaren sein. So eignet sich der Kindersitz vor allem für kurze Strecken oder für die Stadtfahrt. Für längere Ausflüge dagegen ist der Anhänger besser geeignet. Wettergeschützt können hier je nach Ausführung bis zu zwei Knirpse Platz nehmen.

Kindersitz: Sicherheit geht vor

Auch bei einem Fahrrad-Kindersitz gibt es einiges zu beachten. Er sollte ebenso wie der Anhänger über ein Prüfsiegel verfügen, der Größe des Sprößlings entsprechen, über Sicherheitsgurte verfügen, in der Höhe verstellbare Halterungen und Gurte für die Füße sowie eine Lehne als Kopfstütze haben.

Anhänger: Nutzlast und Bauweise beachten

Beim Hänger sollte man auf jeden Fall auf die Nutzlast, eine stabile Bauweise, die innere Ausstattung sowie auf die Beleuchtung achten. Außerdem darf das zulässige Gesamtgewicht - maximal 40 Kilogramm bei einem ungebremsten Anhänger, höchstens 80 Kilogramm bei einem Wagen mit eigener Bremse - nicht überschritten werden. Auch für die Größe gibt es geltende Regeln: zwei Meter lang, einen Meter breit und 1,40 Meter hoch lauten hier die Höchstmaße. Ein festes Gestell, ein Überrollbügel, der was aushält, und einen Wetterschutz als Aufbau mit genügend Kopffreiheit, sind selbstverständlich. Und mit Radabdeckungen lässt sich vermeiden, dass die Dreiskäsehochs in die Speichen fassen.

Zugpferd muss verkehrstauglich sein

Was nützt es, wenn man die Zwerge sicher und gut platziert, selbst aber mit einem alten, ja vielleicht sogar verrosteten Drahtesel vorlieb nimmt. Selbstverständlich muss das Zugpferd den Anforderungen an den Straßenverkehr genügen. Dazu zählen wirksame Bremsen, eine intakte Beleuchtung, gute Reifen, Speichen und Schutzbleche, die keinen Rost gesehen haben, feste Kettenglieder samt Kettenabdeckung, eine fest montierte Lenkung und ein ebensolcher Sattel, Werkzeug, ein Schlauchreparatur-Set sowie Ersatzbirnchen.

Wichtig: eine gute Beleuchtung

Besonders wichtig ist die Beleuchtung des Anhängsels: vorn zwei weiße Rückstrahler, hinten zwei, die rot leuchten sowie links eine rote, batteriegespeiste Schlussleuchte. Seitlich sorgen gelbe Rückstrahler oder Reflexmaterial an den Reifenflanken für Auffälligkeiten bei schlechten Sichtverhältnissen.

Fahrradfahren will gelernt sein

Für einen Kindersitz oder ein Gespann sind etwa 100 Euro bis gut 500 Euro zu berappen. Egal, wie man die Racker in Schlepptau nimmt, Anschnallen und Helm sind Pflicht. Zum Helmkauf empfiehlt es sich, wie übrigens auch zum Kauf des Sitzes oder Anhängers, das Kind mitzunehmen. Denn was nützt eine super getestete Kopfschutzbedeckung, wenn der Zwerg sich weigert, ihn aufzusetzen, etwa weil er drückt oder wackelt, oder einfach nicht gefällt. Beim Kauf der Kappe sollte auch darauf geachtet werden, dass Stirn, Schläfen und Hinterkopf abgedeckt sind. Auch sollte daran gedacht werden, dass Kindersitz oder Anhänger zum Rad passen. Und: Über eines sollte man sich noch im Klaren sein: Mit Kindersitz oder Anhänger verändert sich das Fahrverhalten, die Stabilität und der Schwerpunkt. Deshalb sollte das Fahren auf sicherem Terrain geübt werden. Dann kann die Erlebnisfahrt mit der Familie per Tretross ins Grüne starten.
Text: M. G. / Stand: 11.10.2017

[ Zum Seitenanfang ]