Rivalität unter Geschwistern

Rivalität unter Geschwistern
Rivalität unter Geschwistern ist leider nicht selten
Foto: © Mykola Velychko


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Die Eltern sind entnervt und schon langsam ratlos und die Haustiere flüchten in den letzten sicheren Winkel der Wohnung. Was passiert hier? Richtig, die lieben Kleinen üben mal wieder das Streiten, und zwar mit ziemlich lautstarkem Erfolg! Streit und Rivalitäten gehören zum Leben dazu und können bereits im Kindesalter eine lehrreiche Erfahrung sein. Trotzdem sollten Eltern ein Auge darauf haben, dass solche Situationen nicht ausarten und zur täglichen Belastung des Familienlebens werden.

Harmlos oder bedenklich?

Kinder dürfen streiten! Da es so mancher Nachwuchs allerdings spielend schaffen würde, den Haussegen mehrmals täglich schief zu hängen, sind bestimmte Regeln vonnöten. Auseinandersetzungen gehören zum Alltag dazu. Kinder erlernen nur im Dialog mit anderen Kindern soziale Kompetenzen. Streit mit anderen Familienmitgliedern ermöglicht es Kindern, den eigenen Standpunkt zu erläutern und Argumente einzubringen. Kurz gesagt: wer nie streitet, kann sich selbst nicht fördern und so fehlt es dann spätestens im Erwachsenenalter an der Gabe, die eigenen Bedürfnisse positiv und sachlich durchzusetzen. Dies kann allerdings nur dann passieren, wenn es in einem Streitfall auch fair und konstruktiv zugeht. Nur so hat es einen positiven Effekt. Selbst relativ kleine Kinder können bereits erlernen, bei einem Streit mit Bruder oder Schwester feste Verhaltensregeln zu akzeptieren und einzuhalten.
Kindgerechte Streitkultur

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Streit um Liebe und Anerkennung

Die Anlässe, worüber Kinder streiten sind vielfältig und oft nur Kleinigkeiten: dasselbe Spielzeug, das plötzlich beide haben wollen oder eine herausgestreckte Zunge. Der Beweggrund dahinter ist allerdings immer der gleiche: das Tauziehen um die Liebe und Anerkennung der Eltern. Besonders ältere Kinder leiden oft unter dem Gefühl, dass das jüngere Geschwisterchen womöglich von den Eltern bevorzugt werden könnte. Jüngere wiederum sind oft eifersüchtig auf besondere "Vorrechte" der Größeren wie z.B. länger aufbleiben dürfen. Eifersucht unter Geschwistern

Wann sollten Eltern einschreiten?

Da Kinder mit solchen Streitigkeiten eben meist nur die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich ziehen möchten, ist es am besten, die Streithähne bei kleineren Streitereien zu ignorieren. Sollten Sie als Elternteil nicht sicher sein, ob der Streit nun Spiel oder Ernst ist, dann fragen Sie die Kinder einfach direkt! Wird die Situation von allen Kindern einhellig als Spiel betrachtet, können Sie das Schlachtfeld ruhig wieder verlassen. Bei folgenden Situationen sollten Sie aber reagieren: Wenn ein Kind zu weinen beginnt oder das andere körperlich oder mit Worten (z.B. böse Beleidigungen) misshandelt. Betrifft das Problem, über welches gestritten wird, mehrere Familienmitglieder oder taucht das selbe Problem immer wieder auf, sollten Sie ebenfalls hellhörig werden. Das Einschreiten der Eltern ist auch erforderlich, wenn sich die Kinder über einen längeren Zeitraum nicht einigen können und der Streit kein Ende nimmt. Sind Ihre Kinder jünger als drei Jahre, dann sollten Sie den Kleinen mit konstruktiven Vorschlägen zur Konfliktlösung zur Seite stehen. Schließlich wollen doch alle Eltern, dass es den Kindern im Erwachsenenalter gelingt, den Alltag durch konstruktives und faires Konfliktmanagement leichter zu bewältigen.
Text: S. T. / Stand: 12.02.2019

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