Eifersucht unter Geschwistern

Was können Eltern gegen die Eifersucht tun?
Eifersucht unter Geschwistern ist nicht selten
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Was Eltern gegen die Eifersucht tun können

Geschwister sind ein Bund fürs Leben. Das Verhältnis zu ihnen prägt in vielen Fällen alle späteren Beziehungen. Tatsache ist, dass zwischen Geschwistern nicht immer nur Sonnenschein herrscht.

Mit dem Zeitpunkt der Geburt des zweiten Kindes verändert sich das Familienleben grundlegend, wobei der Streit unter den Kindern wie selbstverständlich dazugehört. Ein großes Thema bei den Krisen unter Geschwistern ist die Eifersucht. Besonders für das Erstgeborene ist die Ankunft des Geschwisterchens nicht nur mit Freude, sondern auch mit schmerzvollen Verlustängsten verbunden. Plötzlich ist da ein kleines Wesen, was die Eltern völlig für sich beansprucht und dem viel Zeit und Zuwendung beigemessen wird. Das ältere Kind fühlt sich wie "aus dem Nest geworfen" und befürchtet häufig, dass die elterliche Liebe völlig für das Baby aufgebraucht wird. Um dem Erstgeborenen dieses Eifersuchtsgefühl zu nehmen, müssen Mutter und Vater ihm verstärkt zeigen, dass sie es genauso lieben, wie vorher. Natürlich ist das in der Praxis manchmal gar nicht so einfach, aber dieses Verhalten ist für die Entwicklung einer gesunde Geschwisterbeziehung unbedingt notwendig. Eifersucht der Geschwister auf das stillende Baby

Eltern können der Eifersucht entgegenwirken

Was Eltern gegen die Eifersucht unter Geschwistern tun können, hängt vor allem vom Alter der Kinder ab. Kleinkinder können mit den Erklärungsversuchen, wie "Das Baby braucht die Mama jetzt erst einmal ganz doll" nicht viel anfangen. Kleinere Kinder müssen am eigenen Leib spüren, dass Mama und Papa sie trotz dem Baby immer noch lieben. Altersgerechte Geschichten sind hierbei besonders hilfreich - z.B. kann man dem Älteren erklären, dass bei jedem Kind automatisch eine Extra-Portion Liebe bei der Geburt mitgeliefert wird und somit stets genügend Liebe für alle Kinder vorhanden ist. Diese tröstliche Vorstellung hilft Kleinkindern meistens sehr gut, mit ihrem Gefühlschaos klarzukommen. Zudem sollten Kinder rechtzeitig auf den Nachwuchs vorbereitet werden und die frohe Botschaft möglichst nicht über Dritte erfahren. Wenn die Kinder bereits in die Schwangerschaft mit eingebunden werden, können sie schon im Vorfeld eine Beziehung zum Geschwisterchen aufbauen. (Ein Geschwisterchen kommt) Nach der Geburt darf der große Bruder, bzw. die große Schwester dann gern bei der Säuglingspflege mithelfen. So fühlt sich das ältere Kind nicht ausgeschlossen und lernt von Beginn an Verantwortung für das kleinere Geschwisterchen zu übernehmen.

Die ersten ernsteren Konflikte treten dann meist im Krabbelalter auf, da das Baby nun aktiv in den Bereich der Größeren eindringt. Hier ist wieder das Fingerspitzengefühl der Eltern gefragt, damit jedes Kind gerecht behandelt wird. Auch wenn die Nerven häufig blank liegen, sollten gerade die Erwachsenen solidarisch und fair handeln und möglichst kein Kind bevorzugen bzw. es vorschnell verurteilen. Wenn die Räumlichkeiten es hergeben, ist es sinnvoll, Ruhe-Oasen für jedes Kind einzurichten. Bei getrennten Kinderzimmern können die kleinen Bewohner sich z.B. Türschilder basteln, mit der Aufschrift "Halt! Eintritt verboten!". Diese Bitte sollte dann stets von allen Familienmitgliedern toleriert werden.

Des Weiteren sollten Eltern bei Streitigkeiten unter Kindern möglichst nur im Notfall eingreifen. Kinder lösen ihre Konflikte meistens sehr gut alleine. Jede Auseinandersetzung hat sogar stets eine positive Wirkung, da der Nachwuchs so wichtige Erfahrungen sammelt, die ihn perfekt auf das weitere Leben vorbereiten.
Text: St. H. / Stand: 12.02.2019

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