Typisch Einzelkind!

Ein kleines Mädchen
Typisch Einzelkind? - Foto: © Grischa Georgiew


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Haben es Einzelkinder leichter oder schwerer?

Einzelkinder sind verwöhnt, Einzelkinder sind arrogant und Einzelkinder bekommen alles was sie wollen: alles Vorurteile über Einzelkinder, welche sich hartnäckig über Generationen hinweg halten. Vielleicht sind Sie ja selbst ohne Geschwister aufgewachsen oder Sie sind sich unsicher, ob Ihr Kind ein Einzelkind bleiben soll oder ob Sie sich für ein oder mehrere weitere Kinder entscheiden wollen. Wir möchten in diesem Artikel herausfinden, welche Vorteile es hat ohne Geschwister aufzuwachsen und aus welchen Gründen sich Familien für ein Einzelkind entscheiden.

Warum Einzelkind?

Das wohl häufigste Argument gegen Geschwisterkinder ist die finanzielle Situation. Viele Eltern wollen ihrem Kind etwas bieten und befürchten, dass ihr Lebensstandard mit einem weiteren Kind sinken würde. In der Tat trifft dies besonders auf Geringverdiener zu, denn Kinder kosten nun einmal viel Geld. Jedoch lässt es sich mit einer durchdachten Haushaltführung und dem Herabsetzen der eigenen Ansprüche auch mit mehr als einem Kind gut leben. (Was kostet ein Kind?) Neben der finanziellen Seite sehen viele Eltern heute das Fehlen von Krippenplätzen als sehr kritisch. Heutzutage möchten Frauen wegen eines Kindes keinen Karriereknick in Kauf nehmen und sind deshalb bestrebt, so schnell es geht wieder zurück in den Beruf zu finden. Das jedoch ist schwierig, wenn keine ausreichenden Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass Kinder bekanntermaßen häufig krank sind. Bei einem Kind schaut so mancher Arbeitgeber noch über die dadurch bedingten Fehlzeiten hinweg, bei mehreren jedoch ist dies häufig nicht mehr der Fall.
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Vorteile und Nachteile von Einzelkindern

Welche Vorteile hat es aber nun als Einzelkind aufzuwachsen? Nun, Einzelkinder können sich immer der ungeteilten Aufmerksamkeit ihrer Eltern sicher sein und müssen diese nicht mit Geschwisterkindern teilen. Sei es beim gemeinsamen Spielen oder später bei der Betreuung der Hausaufgaben - Einzelkindern steht immer ein Ansprechpartner zur Verfügung. Was in erster Linie wie ein großer Vorteil erscheint, kann in der Praxis jedoch auch Nachteile haben. Miteinander spielen, streiten, teilen und sich am Ende wieder vertragen - das lernen Geschwisterkinder ganz automatisch. Um Einzelkindern diese Möglichkeiten auch zu bieten, ist es besonders wichtig, soziale Kontakte außerhalb der Familie aufzubauen. Kinder ohne weitere Geschwister haben den entscheidenden Vorteil, dass der Konkurrenzkampf innerhalb der Familie wegfällt. Sie müssen nicht ständig vergleichen und nachrechnen, wer nun mehr Zeit oder Zuwendung bekommt. So sind Untersuchungen zufolge Einzelkinder häufig weniger aggressiv als Kinder, welche noch Geschwister haben. Einer kalifornischen Studie nach erreichen Einzelkinder zudem einen besseren Bildungsabschluss.

Ob ein Kind ein verwöhntes Kind wird - das hängt nicht von der Tatsache ab, ob es Geschwister hat oder ob es allein aufwächst, sondern hauptsächlich davon, wie seine Eltern mit ihm umgehen. Auch ein Einzelkind muss lernen, dass es nicht immer im Mittelpunkt stehen kann und dass nicht alle seine Wünsche prompt erfüllt werden können. Hat es dazu die Möglichkeit, so stehen die Chancen gut, dass ein Einzelkind nicht als "verwöhntes Gör" heranwächst sondern ein rücksichtsvoller, sozial denkender Mensch wird.
Text: K. L. / Stand: 20.04.2019

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