Kinderfahrrad - Sicher unterwegs

Text: O. K. (Vater / Technikexperte) / Zuletzt aktualisiert: 11.11.2019

Kinder mit ihren Fahrrädern
Was beachten beim Kinderfahrrad? - Foto: © pressmaster - stock.adobe. com

In diesem Artikel gibt ein Vater und Technikexperte Tipps für den Kauf des richtigen Kinderfahrrads.

Inhaltsverzeichnis des Artikels:

Was beachten beim Kinderfahrrad?

Fahrradfahren ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung Ihres Kindes. Es fördert nicht nur seine Koordination und motorischen Fähigkeiten, sondern bietet auch neue Möglichkeiten der Bewegung und Mobilität. Und damit ein Stück Freiheit sowie jede Menge Spaß. Voraussetzung dafür ist jedoch das passende Fahrrad zu kaufen.
Welche unterschiedlichen Arten von Kinderfahrrädern es gibt, wie Sie die richtige Größe finden und worauf Sie beim Kauf sonst noch achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Welche Arten von Kinderfahrrädern gibt es?

Kinder-Straßenfahrräder sind sich alle ähnlich, unabhängig von Hersteller und Modell - vorausgesetzt sie sind für die Nutzung auf öffentlichen Straßen zugelassen, worauf Sie unbedingt achten sollten. Ist das nicht der Fall, dürfen Sie das Rad nur auf Privatwegen oder -plätzen nutzen, was selten gewünscht ist. Typisch für Kinderfahrräder für Jungen und Mädchen ist der tiefe Einstieg, der gerade kleineren Kindern den Aufstieg auf den Sattel erleichtert.

Echte Mountainbikes sind für Kinder eher nicht zu empfehlen, denn meistens sind Nachrüstungen erforderlich, wenn Sie die Bikes auch als normales Straßenrad nutzen möchten. Vor allem die gesetzlich vorgeschriebene Lichtanlage, Schutzbleche und Gepäckträger fehlen bei Mountainbikes.

Im Handel sind zwar oft vollausgestattete Kinderstraßenräder im Mountainbike-Design erhältlich, aber leider häufig in minderwertiger Qualität. Achten Sie hier unbedingt auf die Verarbeitung und machen notfalls lieber Abstriche im Design als bei der Stabilität und Sicherheit. Ein wichtiger Punkt beim Kauf eines Kinderfahrrads ist die richtige Größe.

Welche Kinderfahrrad Größe ist die richtige?

Die richtige Größe ist für die Sicherheit und den Fahrspaß Ihres Kindes von größter Bedeutung. Denn weder auf einem zu kleinen noch auf einem zu großen Fahrrad kann ein Kind sicher und bequem fahren. Vor allem zu breite Lenker und zu lange Pedalkurbeln erschweren das Fahrradfahren für Kinder und stellen zusätzliche Gefahrenquellen dar, die das Unfallrisiko erhöhen.

Am besten ist es, das Kind selbst Probe sitzen bzw. fahren zu lassen, um die passende Größe herauszufinden. Auf dem Fahrrad sitzend muss es sowohl den Boden mit seinen Füßen bequem erreichen als auch den Lenker mit beiden Händen greifen können. Auch wenn es das Aufsteigen erleichtert - achten Sie darauf, dass der Sattel nicht zu niedrig ist, sonst wird das Knie beim In-die-Pedale-Treten zu stark gebeugt. Die optimale Sattelhöhe ist erreicht, wenn das Kind sein Bein auf dem Pedal in der untersten Stellung fast durchstreckt.

Auch sollte der Abstand zwischen Sattel und Lenker nicht zu klein sein, damit Ihr Kind nicht mit rundem Rücken, sondern in aufrechter Haltung fahren kann. Viele Kinderfahrräder wachsen bis zu einem gewissen Punkt mit, denn Sie können sowohl die Sattel- als auch die Lenkerhöhe individuell einstellen. Wichtig hierbei ist die Körpergröße oder - noch besser - die Schrittlänge. Das ist die Länge vom Boden bis in Höhe des Schritts, die dem Bereich zwischen Sattel und Boden entsprechen sollte.

Einen ersten Anhaltspunkt bietet die folgende Tabelle zur Kinderfahrrad Größe:

Alter (in Jahren) Körpergröße Schrittlänge Empfohlene Radgröße
4 - 5 105 - 115 cm 45 - 50 cm 14 - 18 Zoll
6 - 7 115 - 125 cm 52 - 58 cm 18 - 20 Zoll
7 - 9 125 - 140 cm 58 - 66 cm 20 - 24 Zoll
9 - 10 140 - 145 cm 66 - 70 cm 22 - 24 Zoll
10 - 12 146 - 152 cm 70 - 75 cm 24 Zoll
13 - 14 153 - 164 cm 76 - 78 cm 26 Zoll

Wichtig:
Kaufen Sie Ihrem Kind ein Fahrrad, das jetzt passt, und keines, in das es "hineinwachsen" muss. Ein zu großes Fahrrad zu fahren ist nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich! Ihr Kind muss auf jeden Fall beim Halten sicher mit den Beinen auf den Boden kommen, um schnell und sicher anhalten zu können. Wenn Sie sich unsicher sind, probieren Sie es aus! Die richtige Kinderfahrrad Größe ist wichtig für die Sicherheit Ihres Kindes!

Welche Ausstattung benötigt ein Kinderfahrrad?

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt folgende Ausstattungen für Kinderfahrräder:

  • Reifen mit glatter Oberfläche: Sie haben einen besseren Halt auf glattem Untergrund und rollen auf diesem besser.
  • Lenker: Wenn er um 90° gedreht wird, muss er mehrere Zentimeter vor dem Bauch des Kindes enden, um bei einem Sturz oder ruckartigen Verziehen des Lenkers Bauchverletzungen zu vermeiden.
  • Handbremse am Vorderrad: Wichtig, um das Bremsverhalten zu üben, sollte aber nicht zu scharf bremsen, um Überschläge zu vermeiden.
  • Gangschaltung: Für Kinder bietet sich eine Nabenschaltung mit 3-7 Gängen an. Vorteil: Diese Schaltung bedarf wenig Wartung und lässt sich mit einem Rücktritt kombinieren. Kinder können sie in der Regel mit ein wenig Übung schnell bedienen.
  • Beleuchtung: Sie sollte der StVZO entsprechen, zu empfehlen ist ein Nabendynamo.
  • Reflektoren: Hierzu gehören ein weißer Reflektor vorne und ein roter Reflektor hinten, dazu an den Pedalen gelbe Reflektoren (vorne und hinten) sowie Reifenreflektoren. Hier haben Sie die Wahl zwischen einem durchgehenden Reflektorstreifen auf dem Reifen oder jeweils zwei gelben Speichenreflektoren.
  • Gepäckträger für eine spezielle Fahrradtasche, die Schultasche oder einen Korb
  • Schutzbleche
  • Kettenschutz
  • Fahrradständer

Abzuraten ist dagegen von Flaschenhaltern im Durchstieg, die das Aufsteigen behindern, sowie Spielzeug wie Hupen, Propeller oder andere Gegenstände am Lenkrad, die das Kind beim Fahren ablenken und bei einem Sturz verletzen könnten.

Auch Federungssysteme sind für Kinderfahrräder überflüssig. Sie machen das Fahrrad schwerer, wartungsintensiver und nicht zuletzt auch teurer. Dabei erfüllen sie kaum ihren Zweck, da das Gewicht von Kindern viel zu gering ist, als dass sich ein Federungssystem voll entfalten könnte.
So machen Sie das Kinderfahrrad sicher für den Herbst

Tipp:
Bringen Sie hinten am Fahrrad einen Sicherheitswimpel an. Er sorgt für mehr Sicherheit, da die Kinder auf dem Rad auch gesehen werden können, wenn sie hinter Büschen fahren oder zwischen parkenden Autos stehen.

Übrigens:
Informieren Sie sich vor dem Kauf über aktuelle Kinderfahrrad-Tests. Als verlässliche Quellen empfehlen wir Ihnen die Zeitschriften "Stiftung Warentest" und "Ökotest". Viele Online-Vergleiche bieten oftmals keine selbst durchgeführten Test und eignen sich daher nur bedingt bei der Suche nach einem guten Kinderfahrrad.

Mädchen lernt das Fahrradfahren
Fahrradfahren lernen ohne Stützräder - Foto: © famveldman - stock.adobe. com

Fahrradfahren lernen besser ohne Stützräder!

In früheren Jahren war es üblich, dass Kinder das Fahrradfahren mit Stützrädern lernten. Heute raten alle Experten davon ab. Die Stützräder verhindern, dass das Kind lernt, die Balance zu halten, während es lenkt und in die Pedale tritt. Zudem verändert sich die Kurvenlage beim Fahren ohne Stützräder. Wenn Sie von Anfang an auf Stützräder verzichten, ermöglichen Sie es Ihrem Kind, das Radfahren gleich richtig zu lernen und ersparen ihm ein weiteres "Umlernen". Nehmen Sie sich also lieber etwas länger Zeit und üben Sie mit Ihrem Kind. Die meisten Kinder, die schon auf dem Laufrad oder Roller fahren können, lernen das Fahrradfahren sehr schnell.

Kinderfahrrad neu oder gebraucht kaufen?

Gerade bei Kinderfahrrädern liegt es nahe, gebrauchte Modelle zu kaufen, da mit stetig wachsender Körpergröße schon bald die nächste Fahrradgröße benötigt wird. Mit dem Kauf eines gebrauchten Rads sparen Sie im Vergleich zur Neuanschaffung auf jeden Fall Geld und - wenn Sie es über Kleinanzeigen in der Nähe kaufen - können Sie das Rad häufig gleich abholen und losfahren.

Allerdings haben gebrauchte Fahrräder auch Nachteile, denn Sie erhalten darauf weder Garantie noch Gewährleistung. Zudem wissen Sie nicht, ob das Zweirad möglicherweise schon repariert wurde oder Schäden hat, die auf den ersten Blick für Laien nicht ersichtlich sind, aber einer Reparatur bedürfen. Um der Sicherheit Ihrer Kinder willen, lassen Sie gebraucht gekaufte Kinderfahrräder lieber vor dem ersten Einsatz von einer Fachwerkstatt durchchecken. Sollte alles in Ordnung sein, umso besser! Sollten jedoch Schäden vorliegen, ist es möglich, diese vor der ersten Fahrt zu beheben. Bei vielen oder aufwendigen Reparaturen lohnt sich der Kauf eines gebrauchten Fahrrads jedoch nicht.

Hier ist es sinnvoller (und letztlich auch günstiger), ein neues Fahrrad zu kaufen, das mit aktueller Technik, Garantie und Gewährleistung ausgestattet ist - und in der Regel auch einen hohen Wiederverkaufswert hat.
Lesen Sie auch: Fahrradfahren mit Kindern - Sicher on tour

Wo kann man Kinderfahrräder kaufen?

  • Lokaler Fachhändler
  • MyToys
  • SpieleMax
  • Smyths Toys
  • OTTO

Bekannte Hersteller

  • Puky
  • MIFA
  • Kettler
  • Bachtenkirch
  • Pegasus

Was kostet ein Kinderfahrrad?

Hier kommt es auf die Größe, die Ausstattung, die Qualität und natürlich auf die Marke an.
Ein 12 und 14 Zoll Fahrrad kostet ca. 90 - 150 Euro. Die nächsten Größen (16 und 18 Zoll) kosten ungefähr 100 - 200 Euro. Für die größeren Kinder sollte es dann schon ein 20 Zoll Fahrrad sein welches ca. 140 - 250 Euro kostet.

Quellenangabe bzw. weiterführende Informationen:

Alle Angaben ohne Gewähr!

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