Tipps für eine glückliche Kindheit

Mädchen liegt glücklich auf einer Wiese
Sie sieht aus als, ob sie eine glückliche Kindheit hat
Foto: © palomita0306


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Wie sieht eine glückliche Kindheit aus?

Es ist noch gar nicht lange her - da spielten Kinder im Schmutz, bauten Baumhäuser oder erkundeten Schluchten in nahegelegenen Wäldern. Heutzutage erinnert der Terminkalender unserer Kleinen eher an den eines Top-Managers und sie müssen sich immer häufiger gegenüber gleichaltrigen beweisen. Der Druck der Gesellschaft auf Kinder und Jugendliche wird zunehmend größer. Bleibt da die Kindheit nicht vielfach auf der Strecke? Lesen Sie auch: Kinder und ihr Terminkalender

Überreaktion der Eltern

Unser Nachwuchs wird immer früher unter die Lupe genommen. Eltern vergleichen die Fähigkeiten ihrer Sprösslinge mit Mitschülern oder Freunden - und wenn eine Schwäche bemerkt wird, macht man sich gleich Sorgen um die Zukunft des Kindes. Die Kleinen zwischen zwei und vier Jahren werden bereits vom Sport zum Musikunterricht weitergereicht. Hier stellt sich die Frage, ob das Interesse überhaupt von ihnen selbst ausgeht. Auch auf Kinderspielplätzen bemerkt man immer öfter eine übertriebene Angst der Eltern. Dies ist auf jeden Fall mit dem steigenden Sicherheitsbedürfnis unserer Gesellschaft zu erklären. Laut Experten überträgt sich diese elterliche Angst aber auf die Kinder - leider mit dem Resultat, dass Grenzen und Gefahren nicht geübt und dadurch später nicht erkannt werden. Hier wird häufig übersehen, welch wichtige Aspekte das Raufen, Klettern oder Experimentieren für die Entwicklung eines Kindes sind. Gerade im städtischen Bereich fehlen vielfach Naturerlebnisse, um seinen eigenen Körper bezüglich Grenzen und Gefahren kennenzulernen. Da sitzt der Nachwuchs lieber vor der Konsole oder dem Fernseher - schließlich tun das die Freunde und Bekannten ja auch. Die Unterhaltungsmedien haben also durchaus eine gewisse Mitschuld am Verschwinden der Kindheit.
Wieviel Fernsehen für Kinder?

Größter Druck durch die Schule

Es ist ja begrüßenswert, dass Kinder spätestens mit vier Jahren in den Kindergarten gehen, aber laut Soziologen sollte dieser nicht in eine Art Vorschule verwandelt werden. Die Kleinen müssen unbedingt die Chance haben, Kind zu sein. 75 Prozent aller Jugendlichen geben an, der größte Druck in ihrem Leben entstehe durch die Schule. Sind die Hausaufgaben einmal erledigt, geht es gleich weiter zur Nachhilfe oder zum Förderunterricht. Viel Zeit für sich selbst oder Freunde bleibt da nicht mehr. Außerdem fühlen sich viele von den Eltern unter Druck gesetzt. Und wie sorgenfrei wäre doch das Leben, wäre da nicht auch noch die länderübergreifende PISA-Studie. Stressfrei Hausaufgaben machen und Lernen

Verlängerung der Jugend

Während unsere Kleinsten immer weniger Zeit der Kindheit erleben dürfen, verlängern wir die Jugend bis zum Äußersten. Immerhin lässt es sich im "Hotel Mama" sehr gut aushalten: Da wird die Wäsche gewaschen und lästige Arbeiten übernimmt jemand anderes. "Tausche Selbstständigkeit gegen Wohlstand" - lautet die Devise. Schließlich muss man noch keine eigene Verantwortung übernehmen und der finanzielle Aspekt darf auch nicht unterschätzt werden. Doch der finanzielle Wohlstand endet oft im seelischen Notstand. Auffällig ist, dass die Kinder vor allem dann bleiben, wenn die Mutter nicht berufstätig ist und viel Zeit zur Verfügung steht.

Ein Patentrezept gibt es sicherlich keines - doch fördern statt überfordern wäre schon einmal ein richtiger Ansatz. Weniger Druck, mehr Spiel und Spaß mit Freunden in der Natur anstatt alleine vor der Konsole zu sitzen - denn Kind ist man nur einmal im Leben.
Text: H. T. / Stand: 30.11.2019

Lesenswerte Artikel: