Schwangerschaftsinkontinenz

Schwangere hält sich den Bauch
Was tun bei Schwangerschaftsinkontinenz?
Foto: © underdogstudios

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Blasenschwäche vor und nach der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft und auch die Geburt verlangen dem Körper der Frau vieles ab. Sie sind eine echte Belastungsprobe. Werdende Mütter müssen dementsprechend mit einigen Beschwerden zurechtkommen. Rückenschmerzen, geschwollene Füße oder Sodbrennen stehen nur beispielhaft dafür. Worüber jedoch nur wenige Schwangere gern reden: Blasenschwäche!

Ursachen der Schwangerschaftsinkontinenz

Ein Niesen, Lachen oder schweres Heben und ungewollt gehen ein paar Tröpfchen Urin ab.

Viele Frauen sind davon peinlich berührt. Manche verlassen ohne Slipeinlage gar nicht mehr das Haus oder isolieren sich sozial. Grund für den Kontrollverlust über die Blase ist in erster Linie das Hormon Progesteron. In der Schwangerschaft bildet der Körper vermehrt diesen Stoff, um das Gewebe und die Muskeln weicher zu machen und damit die Geburt zu erleichtern. Der Nachteil: auch die Blasenmuskulatur und die Beckenbodenmuskulatur sind davon betroffen. Darüber hinaus drückt mit zunehmender Schwangerschaftsdauer das größer werdende Gewicht des Kindes auf die Blase. Neigen Frauen auch noch unter einer trägen Verdauung, steigert auch eine Verstopfung das Risiko einer leichten Inkontinenz. Gynäkologen schätzen, dass ca. zwei bis drei von zehn Frauen während der Schwangerschaft davon betroffen sind. Einige Wochen nach der Entbindung verschwinden diese Symptome zumeist. Doch leider kommt es bei einigen Müttern nach der Geburt zu einer anhaltenden Inkontinenz. Jede zehnte Frau klagt darüber, dauerhaft von einer Belastungsinkontinenz betroffen zu sein. Diese äußert sich zum Beispiel durch lästiges Tröpfeln beim Husten oder Gähnen. Häufig liegen die Ursachen entweder in einer genetischen Veranlagung, einer Bindegewebsschwäche oder aber Muskeln und Nerven wurden während des Geburtsvorgangs beschädigt.

Was tun gegen Schwangerschaftsinkontinenz?

Gänzlich lässt sich eine schwache Blase während der Schwangerschaft wohl nicht vermeiden. Allerdings stehen den betroffenen Frauen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, der Inkontinenz vorzubeugen bzw. die Symptome zu lindern. Im Fokus steht daher vor allem der Muskelaufbau des Beckenbodens. Er hält die Harnröhre geschlossen.

Beckenbodengymnastik:
Jede werdende Mutter sollte sich intensiv mit dem Thema Beckenbodengymnastik auseinandersetzen. Sie hilft dabei, Blasenschwäche während der Schwangerschaft aber auch im späteren Alter vorzubeugen. Idealerweise besuchen Schwangere dafür einen Kurs, bei welchem sie durch eine Physiotherapeutin, eine Hebamme oder einen Arzt eine genaue Übungsanleitung erhalten. Effektivstes Training bringt etwa die stufenweise Anspannung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur in zehn Schritten. Diese Übungen müssen täglich und konsequent durchgeführt werden, um Wirkung zu erzielen.

Yoga, Gymnastik, Sport und viel Bewegung:
Wer seinen Alltag aktiv gestaltet, trainiert automatisch auch seine Muskulatur. Spazieren gehen, Radfahren, Tanzen oder Schwimmen - das tägliche Training beugt den Spätfolgen einer Schwangerschaft vor.

Vaginalkonen oder Liebeskugeln:
Ein ausgiebiges Training für die Beckenbodenmuskulatur bieten sogenannte Vaginalkonen oder Liebeskugeln. Durch die permanente Anspannung wird der Muskelaufbau gefördert. Besonders wichtig für Schwangere: nach jeder Anwendung müssen die Konen oder Kugeln gründlich gereinigt und desinfiziert werden, um den Vaginalbereich vor unnötigen Keimen zu schützen.

Ausgewogen ernähren:
Im Laufe der Schwangerschaft kommt es bei vielen Frauen zu Verdauungsbeschwerden. Verstopfungen, Blähungen oder ein Völlegefühl sind keine Seltenheit. Eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit hält den Darm in Bewegung und minimiert den Druck auf die Beckenbodenmuskulatur. (Tipps für die Ernährung in der Schwangerschaft)

Das Körpergewicht im Auge behalten:
Wer zu viele Kilos am Körper trägt, steigert das Risiko einer Schwangerschaftsinkontinenz. Daher empfehlen Mediziner, bereits vor einer geplanten Schwangerschaft das Körpergewicht auf ein gesundes Maß zu bringen.

Rauchen verboten:
Selbstverständlich ist der Konsum von Nikotin während einer Schwangerschaft absolut tabu. Doch auch davor oder danach ist Rauchen kontraproduktiv. Durch das häufige Husten belasten die Frauen den Beckenboden viel intensiver. Die Folge: Raucher leiden häufiger an Inkontinenz.
(Rauchen in der Schwangerschaft)

Stellt sich heraus, dass auch nach dem Wochenbett der Frau die Blasenschwäche anhält, sollte sie auf jeden Fall Ihren Gynäkologen darüber informieren. In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig werden, um der Inkontinenz ein Ende zu setzen.
Text: C. D. / Stand: 15.03.2017

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