Schwangerschaftsdepression

In diesem Artikel erfahren Sie wie man eine Schwangerschaftsdepression erkennen kann. Auch erklären wir welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

Schwangerschaftsdepression - Woher sie kommt und was man tun kann

Schwangere hat Depressionen
Was tun gegen die Schwangerschaftsdepression?
Foto: © WavebreakmediaMicro

Selbst wenn eine Schwangerschaft für die meisten Frauen ein freudiges Ereignis ist, ruft sie oftmals auch zwiespältige Gefühle hervor. Immerhin ändern sich nicht nur der Hormonhaushalt und der Körper, sondern auch psychisch muss einiges verarbeitet werden. Kommt es nur ab und an zu Stimmungsschwankungen, ist das unbedenklich. Überwiegen die schlechten Gedanken jedoch oder mischen sich mit starker Traurigkeit oder Suizidgedanken, kann eine Schwangerschaftsdepression vorliegen.

Was ist eine Schwangerschaftsdepression?

In früheren Jahren waren Schwangerschaftsdepressionen ein Tabuthema, obwohl die Symptome bereits im Jahr 1858 durch den französischen Psychiater Louis Victor Marcé beschrieben wurden. Meistens wurde das depressive Verhalten durch die körperlichen und persönlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft entschuldigt und die schwangere Frau dazu angehalten, sich nicht gehenzulassen. Durch zahlreiche Studien ist heute bekannt, dass rund zehn Prozent aller Frauen an einer Schwangerschaftsdepression leiden. Besonders betroffen sind Frauen, die bereits in der Vergangenheit an psychischen Erkrankungen, Angstzuständen oder Depressionen gelitten haben. Ein Risiko kann auch für Frauen bestehen, die sich in der Schwangerschaft allein gelassen fühlen und wenig Unterstützung durch den Partner oder das soziale Umfeld erhalten. Dennoch lässt sich dies nicht verallgemeinern, denn wie andere Depressionen auch, kommt die Schwangerschaftsdepression manchmal unverhofft, ohne dass konkrete Ursachen erkennbar sind. Lesen Sie auch: Was hilft gegen die Winterdepression?

Schwangerschaftsdepression erkennen

Eine Schwangerschaftsdepression ist nicht sofort als solche zu erkennen, denn die häufigsten Symptome sind Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit oder eine unbegründete Traurigkeit. Hinzu können körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen kommen. All dies ist jedoch erst einmal während einer Schwangerschaft nicht ungewöhnlich. Sorgen sollte man sich dann machen, wenn eine oder mehrere dieser Symptome über mehrere Wochen anhalten und sich dauerhafte Sorgen, Schuldgefühle oder gar Selbstmordgedanken hinzugesellen.

Auf jeden Fall sollte man mit einer vertrauten Person darüber sprechen. Am besten natürlich mit dem Partner. Auch sollte man sich während der Schwangerschaft keinen Stress machen. Lassen Sie es ruhig angehen. Helfen können auch Entspannungstechniken wie Yoga. Oft gibt es sogar spezielle Kurse für Schwangere. Desweiteren sollte man auf eine gesunde Ernährung und viel Bewegung achten. Ein Spaziergang mit dem Partner kann manchmal Wunder wirken.

Die Behandlung der Schwangerschaftsdepression

Wenn Niedergeschlagenheit, kreisende Gedanken und tiefe Traurigkeit für einen längeren Zeitraum anhalten und auch durch fröhliche Situationen und schöne Erlebnisse nicht vertrieben werden können, sollte unbedingt der behandelnde Arzt oder die Hebamme aufgesucht werden. Diese betreuen jährlich eine große Anzahl schwangerer Frauen und können die Symptome meistens besser abschätzen. In schwereren Fällen wird die Schwangere zu einem Psychotherapeuten überwiesen, der die weitere Behandlung übernimmt. In intensiven Gesprächen wird dieser herausfinden, wie der psychische Zustand der Patientin ist und entscheiden, ob eine psychiatrische oder eine medikamentöse Therapie zur Anwendung kommt. Unter Umständen reicht sogar die Teilnahme an einer Kur, an Schwangerschaftskursen oder an Veranstaltungen in Eltern-Kind-Zentren aus, um gegen eine Schwangerschaftsdepression anzukämpfen.
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Text: H. J. / Stand: 15.11.2017

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