Inkontinenz bei Senioren

Arzt mit dem Schild Inkontinenz
Diagnose Inkontinenz - Was tun? - Foto: © DOC RABE Media

Leider ist das Problem Inkontinenz gesellschaftlich nach wie vor häufig mit Scham belegt, obwohl Millionen Frauen und Männer darunter leiden. Inkontinenz stellt eine große Belastung für die Betroffenen, aber auch ihre Angehörigen, dar. Denn nicht selten gehen mit den körperlichen Beschwerden auch psychische Probleme einher. Dabei gibt es sehr gute Mittel und Möglichkeiten gegen Inkontinenz vorzugehen.

Inkontinenz - Wenn die Blase schwach wird

Unter Inkontinenz versteht man das ungewollte Abgehen von Harn oder Stuhl. Die Blasen- oder Darmschwäche ist in allen Altersgruppen vertreten, doch mit zunehmendem Alter steigt auch die Häufigkeit dieser belastenden Störung. Frauen sind wesentlich häufiger davon betroffen als Männer. Immer wieder scheuen Menschen aus falscher Scham den Gang zum Arzt. Zu unangenehm ist ihnen ihr Leiden, führt es doch mitunter zu peinlichen Situationen und starker Unsicherheit. Dabei sehen sich Mediziner durchaus in der Lage, mit den richtigen Therapien oder Medikamenten die Blasen- bzw. Darmschwäche zu behandeln. Ein aktives und unbeschwertes Leben soll durch eine Inkontinenz nicht verhindert werden. Lässt sich eine chronische Inkontinenz nicht heilen, stehen den Betroffenen immer noch dezente und unauffällige Einlagen auf Rezept zur Verfügung, welche die Lebensqualität sichtlich steigern können.

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Ursachen für Inkontinenz

Ist die Blase betroffen, spricht man auch von einer Harninkontinenz. Dabei geht ungewollt Harn ab, was letztendlich meist an einer Schwäche des Blasenmuskels bzw. des Beckenbodens liegt. Gerade Frauen betrifft häufig die Problematik Harnkontinenz. Die Ursachen dafür finden sich beispielsweise in vorausgegangenen Geburten, Hormonumstellungen oder Veränderungen des Muskeltonus im Alter. Doch auch diverse Erkrankungen, wie eine Herzschwäche, oder Medikamente nehmen Einfluss auf die Muskeln bzw. die Nervenfunktion. Obwohl Männer seltener unter Blaseninkontinenz leiden als Frauen, ist die Zahl der Betroffenen hoch. Oft führt eine Prostataerkrankung oder eine Diabetes zu einem vermehrten Wasserlassen bzw. einem häufigen Harndrang. Überdies begünstigen Ängste, eine Demenz oder Depressionen die Inkontinenz. Oftmals ist zudem eine Multimorbidität (Mehrfacherkrankung) als Ursache auszumachen.
Besonders großen Leidensdruck erfahren Frauen und Männer, die unwillkürlich Stuhl abgeben müssen. Verantwortlich dafür könnten ein verändertes Hämorroidalgeflecht, Multiple Sklerose oder ein Darmschleimhautvorfall sein. Das Unvermögen, den Stuhl durch Anspannen des Schließmuskels zurückzuhalten, ist mehr als nur ein hygienisches Problem. Aufgrund der Angst in unangenehme Situationen zu geraten oder unangenehm zu riechen, gerät das soziale oder gar das Berufsleben ins Stocken. Daher ist Stuhlinkontinenz ein besonders heikles Thema, dass unbedingt in ärztliche Behandlung gehört.

Häufige Formen der Inkontinenz

Ein Niesen oder Husten und - ups - gingen ungewollt ein paar Tropfen ab. Diese Form der Inkontinenz wird als Belastungsinkontinenz bezeichnet, da nur bei körperlicher Anstrengung Harn die Blase verlässt. Verspüren Betroffene jedoch ständig das Gefühl die Toilette aufsuchen zu müssen, handelt es sich um eine sogenannte Dranginkontinenz. Meist schaffen es die Betroffenen in diesem Fall nicht mehr bis zur Toilette. Eine nicht minder belastende Form der Inkontinenz ist die Nykurie. Der verstärkte Harndrang in der Nacht weckt die Menschen auf, der Gang zur Toilette wird unumgänglich. Oft ging dabei bereits etwas während des Halbschlafes "in die Hose". Verantwortlich dafür sind meist hormonelle Ursachen oder auch Erkrankungen des Herzens bzw. Diabetes mellitus.

Die seelischen Folgen für inkontinente Menschen und deren Familien

Aus Sorge und Peinlichkeit schränken viele Menschen mit einer Inkontinenz ihr soziales Leben stark ein. Nicht nur dass sich Ängste und Unsicherheiten einstellen, die Besorgnis um eine Stigmatisierung beeinträchtigt auch das Leben der Angehörigen. Familienfeiern werden abgesagt, Ausflüge verschoben. Oftmals fällt es den Kindern oder Partnern schwer, die Betroffenen auf das sensible Thema hinzuweisen. Doch im Interesse aller, weiterhin ein unbeschwertes Leben zu führen, muss die Inkontinenz entsprechend sensibel angesprochen und letztendlich auch unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.
Text: C. D. / Stand: 06.10.2018

Was tun bei Blasenentzündung?

Bitte beachten Sie: Wir geben hier nur allgemeine Hinweise! Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

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