Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Frau in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft
Gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft - Foto: © Monkey Business

Warum zur Vorsorge gehen?

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sollen sicherstellen, dass es der werdenden Mutter gut geht und sich das Ungeborene normal entwickelt. Bei über 90 Prozent aller Schwangerschaften ist dies auch der Fall. Trotzdem ist es sehr wichtig, dass jede werdende Mutter die Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, denn nur dann können eventuelle Entwicklungsverzögerungen, Fehlbildungen oder Erkrankungen des Ungeborenen rechtzeitig bemerkt werden. Natürlich stehen auch die Gesundheit und das Wohlergehen der Schwangeren bei diesen Untersuchungen, die übrigens von der Krankenkasse übernommen werden, im Mittelpunkt.

Die Vorsorgeuntersuchungen sind über die gesamte Schwangerschaft hinweg verteilt - 14 Termine sind dafür vorgesehen. Die meisten werdenden Mütter nehmen die Vorsorgetermine bei ihrem Gynäkologen wahr. Was viele nicht wissen: auch Hebammen sind befugt die Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft durchzuführen. Allerdings muss die Schwangere für die Ultraschalluntersuchungen ihren Frauenarzt aufsuchen. Verläuft die Schwangerschaft normal, so wird die zukünftige Mutter nur aller 4 Wochen zur Kontrolle bestellt. In den letzten 2 Monaten werden die Termine engmaschiger - aller 2 Wochen ist nun der Check beim Frauenarzt fällig. Und steht die Geburt unmittelbar bevor, so wird die Schwangere aller paar Tage in die Praxis des Gynäkologen bestellt werden.

Was passiert bei der Mutterschaftsvorsorge?

Vorsorgeuntersuchungen Schwangerschaft
Bei den Ultraschalluntersuchungen bekommt man
erste "Bilder" des Babys - Foto: © Hannes Eichinger

Die erste Vorsorgeuntersuchung dient der Feststellung der Schwangerschaft. Mittels vaginalem Ultraschall kann der Frauenarzt erkennen, ob sich der Embryo zeitgerecht entwickelt. Meist ist bei diesem ersten Termin auch schon die Herzaktivität zu beobachten. Nun wird der Schwangeren Blut abgenommen, um bestimmte Erkrankungen auszuschließen (wie zum Beispiel AIDS, Hepatitis, Toxoplasmose). Die Blutgruppe wird bestimmt und es wird nach Antikörpern gegen verschiedene Krankheiten gesucht.
Bluttests in der Schwangerschaft

Bei jeder weiteren Untersuchung erfolgt die Kontrolle des Hb-Wertes im Blut und der Urin wird auf Eiweiß, Blut und auf Nitrit hin untersucht. Ebenfalls wird der Blutdruck und das Gewicht der werdenden Mutter kontrolliert sowie Hände, Füße und Beine abgetastet, um eventuelle Wassereinlagerungen rechtzeitig zu entdecken.

Während der gesamten Schwangerschaft sind 3 große Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Die erste erfolgt zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche (SSW), die zweite zwischen der 19. und der 22. SSW und die letzte zwischen der 29. und der 32. SSW. Bei diesen Untersuchungen wird das Ungeborene vermessen, es wird nach der Menge des Fruchtwassers und natürlich auch nach der Lage und Beschaffenheit der Plazenta geschaut. Der Gynäkologe kann sich durch diese Ultraschalluntersuchungen ein recht genaues Bild vom ungeborenen Baby machen und beurteilen, ob eventuelle Erkrankungen vorliegen und ob die Entwicklung zeitgerecht geschieht. Wenn die Schwangere es wünscht, so können zusätzliche Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden, welche allerdings keine Kassenleistung sind.
Neben den Ultraschalluntersuchungen gibt es noch weitere Tests, welche Aufschluss über eine eventuelle Behinderung beim Ungeborenen geben können. Hier sind unter anderem der Triple-Test und die Amniozentese zu nennen. Diese Untersuchungen sind nicht unumstritten und die große Frage, die dahinter steht, ist folgende: "Wie entscheide ich mich, wenn mein Kind eine Behinderung hat - möchte ich es behalten oder abtreiben lassen?" Jede Schwangere sollte die Frage nach diesen Untersuchungen ganz individuell mit ihrem Frauenarzt besprechen. Gibt es Komplikationen während der Schwangerschaft oder sonstige Anhaltspunkte, welche für eine nicht zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen stehen, so wird der Frauenarzt die Schwangere an einen Spezialisten überweisen, welcher eine Feindiagnostik und/oder einen Doppler-Ultraschall durchführt.
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Doch zurück zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Ob und wie oft eine werdende Mutter vaginal untersucht wird - das ist von Arzt zu Arzt sehr verschieden. Manche Gynäkologen beurteilen bei jeder Vorsorgeuntersuchung den Muttermund und andere verzichten völlig darauf, beziehungsweise tun dies erst kurz vor der Geburt. Zu Beginn der Schwangerschaft wird auf jedem Fall ein Abstrich vom Muttermund genommen - hier sollen eventuell vorhandene Clamydien aufgespürt werden.

Ab der 28. Schwangerschaftswoche erfolgt während der Vorsorgeuntersuchungen nun auch die CTG-Kontrolle. CTG steht für Cardiotokogramm - mit ihm werden die kindlichen Herztöne und später auch die Wehen aufgezeichnet. Früher, als es noch kein CTG gab, übernahm das Hörrohr diese Aufgabe.

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, sondern ein völlig normaler Zustand. Dennoch ist es für jede Schwangere wichtig, die vorgesehenen Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Mit der Gewissheit, dass sich das Baby im Bauch normal entwickelt, kann Frau die Schwangerschaft dann ganz entspannt genießen.
Text: K. L. / Stand: 18.09.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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