Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Was tun gegen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

In diesem Artikel erklären wir was Hämorrhoiden sind, warum gerade Schwangere davon betroffen sind, was gegen Hämorrhoiden hilft und wie man vorbeugen kann.

Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: Lästiges Leiden

Schwangere hat Hämorrhoiden
Was tun gegen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?
Foto: © absolutimages

Sie sind unangenehm, manchmal sogar schmerzhaft und machen zahlreichen Schwangeren das Leben schwer. Auch wenn grundsätzlich jeder Mensch Hämorrhoiden entwickeln kann, sind die Verdickungen während der Schwangerschaft besonders häufig zu finden. Glücklicherweise aber können Frauen der Bildung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen und sich im Ernstfall etwas Linderung verschaffen.

Was sind Hämorrhoiden?

Rund um den Darmausgang befindet sich weiches und gut durchblutetes Gewebe. Dieses Gewebe ist direkt mit dem Schließmuskel verbunden und ein wichtiger Helfer bei der sicheren Abdichtung des Darmausganges. Entwickeln sich Hämorrhoiden, liegt das daran, dass sich feine Adern innerhalb dieses Gewebes erweitern und infolgedessen anschwellen. Es entstehen Krampfadern, die von Ärzten in unterschiedliche Schweregrade unterteilt werden. Grad eins und zwei stehen für Hämorrhoiden, die innerhalb des Afters liegen und nicht nach außen ragen. Grad drei und vier jedoch können beim Toilettengang nach außen rutschen, wobei nicht alle im Anschluss daran wieder zurückgezogen werden können.

Hämorrhoiden können unangenehme Folgen haben. Zum einen ist es möglich, dass sie zu bluten beginnen, was insbesondere Schwangeren immer wieder Schockmomente beschert. Zum anderen jedoch kann es auch passieren dass der Darmausgang im Zuge eines Hämorrhoiden-Leidens nicht mehr wie gewohnt verschlossen bleibt. So können Schmutz und Bakterien in die bereits gereizte Haut eindringen und für lästiges Jucken, Brennen oder auch Schmerzen sorgen.

Warum sind Schwangere besonders häufig von Hämorrhoiden betroffen?

Während der Schwangerschaft entstehen einige Risikofaktoren, in deren Rahmen sich auch Hämorrhoiden leichter bilden. Schon der veränderte Hormonhaushalt und die hiermit verbundene Auflockerung von Blutgefäßen und Geweben ist ein solcher Faktor.

Doch auch der Druck, den die wachsende Gebärmutter auf den Darm ausübt, kann die Gefäße am Darmausgang und im Enddarm negativ beeinflussen. Im Zuge dieser Beeinflussung arbeitet der Darm langsamer, was zu Verstopfungen führen kann. Diese wiederum öffnen Hämorrhoiden Tür und Tor.

Zusätzlich können Wassereinlagerungen, die größere Masse der Gebärmutter und zugelegtes Gewicht den Blutrückfluss verlangsamen. Infolgedessen können sich nicht nur Hämorrhoiden, sondern auch Krampfadern in den Beinen bilden.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorbeugen

Um der Entstehung von Hämorrhoiden während der Schwangerschaft vorzubeugen, sollten Schwangere vor allem darauf achten, keine Verstopfungen zu bekommen. Gerade das verstärkte Pressen während des Stuhlgangs nämlich ist ein großer Risikofaktor für die Bildung der erweiterten Gefäße. Vorbeugung beginnt daher schon mit der richtigen Ernährung. Schwangere sollten nicht nur genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, sondern auch einen ausgewogenen Ernährungsplan aufstellen. Gemüse, Obst und Vollkornprodukte liefern wertvolle Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit anregen. Auch Trockenfrüchte helfen, um den Stuhlgang etwas aufzulockern und weicher zu machen.

Außerdem sollten Schwangere nicht zu lange mit dem Toilettengang warten. Je länger die Wartezeit ausfällt, desto größer ist das Risiko für eine Verstopfung. Wer sich zusätzlich ausreichend bewegt, an der frischen Luft spazieren geht oder geeigneten Sport macht, beugt einer Verstopfung und somit auch Hämorrhoiden effektiv vor. Auch Beckenbodengymnastik kann helfen und stärkt die Muskulatur, die nicht nur während der späteren Geburt so wichtig ist.

Was tun, wenn sich doch Hämorrhoiden gebildet haben?

Nicht immer ist es möglich, Hämorrhoiden durch präventive Maßnahmen gänzlich zu umgehen. Haben sich die unangenehmen Knötchen bereits gebildet, können warme Sitzbäder mit Eichenrinde, Hamamelis oder Beinwell-Wurzel helfen, da sie ein Zusammenziehen der Gefäße bewirken. Auch gibt es spezielle Cremes und Zäpfchen, die bei Hämorrhoiden zum Einsatz kommen können. Bewährte Inhaltsstoffe sind hier Schafgarbe und Rosskastanie. Grundsätzlich sollten Schwangere vor dem Einsatz von Hilfsmitteln ihren Gynäkologen um Rat bitten.
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Abgesehen hiervon sollten Betroffene kein parfümiertes Toilettenpapier verwenden, um ihre Haut nicht noch stärker zu reizen. Gelegentliches Hinlegen und Ausruhen auf der linken Seite entlastet die Gefäße des Darmausganges ebenfalls, was im Alltag Linderung verschaffen kann. Schwangere, die aufgrund ihrer Hämorrhoiden unter starken Schmerzen leiden, können sich außerdem auch mit speziellen Sitzkissen helfen. Sie sind so geformt, dass während des Sitzens kein starker Druck auf die Region rund um den After ausgeübt wird.
Text: A. W. / Stand: 15.11.2017

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