Plazentainsuffizienz - Was ist das?

Schwangere isst Obst im Bett
Bei Plazentainsuffizienz helfen Bettruhe und eine
gesunde Ernährung - Foto: © Dmitriy Melnikov


Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Wenn die Plazenta nicht richtig arbeitet

Solange das Baby im Bauch der Mutter heranwächst, übernimmt die Plazenta als Austauschorgan alle lebenswichtigen Funktionen für das Ungeborene. Über den Mutterkuchen - so wird die Plazenta auch genannt - bekommt der kleine "Untermieter" all das, was er benötigt, um am Ende der Schwangerschaft gut vorbereitet in das Leben außerhalb der schützenden Gebärmutter zu starten. Doch dies ist nur dann gewährleistet, wenn die Plazenta richtig arbeitet. Ist das nicht der Fall und kommt es zu einer verminderten Stoffwechselleistung des Mutterkuchens, so spricht man von einer Plazentainsuffizienz.

Ursachen der Plazentainsuffizienz

Die Plazentainsuffizienz kann verschiedene Gründe haben. Ein erhöhter Blutdruck, ein Nierenleiden, Infektionen oder auch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Präeklampsie können für diese Störung während der Schwangerschaft mitverantwortlich sein. Raucherinnen haben generell ein erhöhtes Risiko für eine Plazentainsuffizienz und auch bei stark untergewichtigen Frauen kann es eher zu einer verminderten Leistung dieses Organs kommen. All dies können Gründe für eine chronische Form der Plazentainsuffizienz sein. Frauenärzte diagnostizieren aber auch eine verminderte Stoffwechselleistung des Mutterkuchens bei Schwangeren, welche keine dieser Risikofaktoren oder Vorerkrankungen aufweisen. Neben der chronischen Plazentainsuffizienz kann es in der Schwangerschaft auch zu einer akuten Form kommen: verursacht durch eine vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens oder durch eine Nabelschnurproblematik unter der Geburt kann die Versorgung des Babys kritisch werden, so dass schnelles Handeln notwendig ist.

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Anzeichen einer Plazentainsuffizienz

Eine chronische Plazentainsuffizienz wird in der Regel im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge diagnostiziert. Hinweise darauf, dass der Mutterkuchen nicht optimal arbeitet, können einen geringe Gewichtszunahme der werdenden Mutter, ein unterdurchschnittliches Wachstum des Ungeborenen sowie eine geringe Fruchtwassermenge sein. Meist fällt bei der Ultraschalluntersuchung zuerst auf, dass der Kopf des Babys im Vergleich zu seinem Körper zu groß wirkt. Das liegt daran, dass alle Nährstoffe vorrangig in die Entwicklung der lebenswichtigen Organe (Gehirn, Herz) geleitet werden, um deren Versorgung aufrecht zu erhalten. Für das Wachstum von Haut und Muskeln dagegen bleibt kaum noch etwas übrig, so dass diese in der Entwicklung zurück bleiben. Vermutet der Gynäkologe eine Plazentainsuffizienz, so wird er die Schwangere in kürzeren Zeitabständen zur Vorsorge bitten. Weitere Diagnostikverfahren, wie beispielsweise eine Doppler-Sonografie oder ein Wehenbelastungstest, liefern genauere Informationen über den Zustand des Ungeborenen und über die Reservekapazitäten des Mutterkuchens.

Therapiemöglichkeiten und Behandlung der Plazentainsuffizienz

Eine diagnostizierte Plazentainsuffizienz ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. An erster Stelle steht die Schonung der werdenden Mutter. Jegliche Art von Belastung und Stress sollten fernbleiben. Bettruhe und eine gesunde und ausgewogene Ernährung können schon viel dazu beitragen, dass das Ungeborene mit allen wichtigen Nährstoffen gut versorgt wird. Zeigt der Wehenbelastungstest auffällige Werte und droht eine Unterversorgung des Babys mit Sauerstoff, so wird die Schwangere in der Regel in eine Klinik eingewiesen. Betrifft dies die Zeit zwischen der 24. und 34. SSW und droht eine Frühgeburt, so wird die werdende Mutter Kortison erhalten, um die Lungenreifung des Kindes zu beschleunigen. Bei bestehender frühzeitiger Wehentätigkeit kann auch versucht werden, mittels eines Wehen hemmenden Medikamentes die drohende Frühgeburt aufzuhalten. Regelmäßige CTG- sowie Ultraschallkontrollen geben Aufschluss darüber, ob und zu welchem Zeitpunkt es angezeigt ist, das Baby per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen. Schwangere, welche an einer Plazentainsuffizienz leiden, können, wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, aber durchaus auch ihr Baby termingerecht entbinden. Selbst eine Spontangeburt ist möglich, sofern das Kleine die Wehen gut verkraftet und seine Herztöne nicht absacken. Anders bei der akuten Plazentainsuffizienz: hier zählt jede Minute und ein Kaiserschnitt ist unumgänglich.

Eine Verminderung der Stoffwechselleistung der Plazenta kann viele Gründe haben. Eine rechtzeitige Diagnose ist jedoch die Voraussetzung für eine genau auf die Patientin abgestimmte Therapie. Nur so kann optimal entschieden werden, wann der beste Zeitpunkt für die Geburt gegeben ist, so dass das Baby möglichst keine Folgeschäden durch die Plazentainsuffizienz davonträgt.
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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